French Open Wetten in der Schweiz: zwei bewilligte Wege und acht, die keine Bewilligung haben

Updated Oktober 2026
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Zwei Veranstalter dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, und beide verlangen Wohnsitz in ihrem eigenen Gebiet. Wer das weiss, liest jede Wettseite danach anders.

Ein Tennisplatz aus rotem Sand liegt im ersten Licht des Morgens, das Netz hängt still und die Linien sind frisch gezogen.
Die French Open 2026 fanden vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 in Paris auf Sand statt.

Stand: 29. Oktober 2026 — geprüft gegen die Veranstalterbewilligungen und die Spielbewilligungen nach dem Geldspielgesetz sowie gegen die Spielbanken- und Geldspielaufsicht Gespa.

Ein Sandplatz in Paris und was daraus für Schweizer Wettende folgt

Roland Garros ist ein Turnier, das fast jeder kennt und über das fast niemand die Regeln kennt. Ein Grand-Slam-Turnier, zwei Wochen lang, Sand statt Rasen, und ein Satzsystem, das sich zwischen Herren und Damen unterscheidet. Genau diese Details sind es später, die über die Quote entscheiden.

Ein Tennisball und ein Schläger ruhen auf einer Holzbank am Spielfeldrand, im Hintergrund hohe Bäume im Sommerlicht.
Rekordsieger der French Open im Herreneinzel ist Rafael Nadal mit 14 Titeln; im Dameneinzel hält Chris Evert den Rekord mit 7 Titeln.

Die French Open wurden 1891 erstmals ausgetragen, damals noch unter dem Namen «Championnat de France international de Tennis». Gespielt wird im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris auf Sand, Terre battue, und Veranstalter ist der Weltverband ITF. Rekordsieger im Herreneinzel ist Rafael Nadal mit 14 Titeln; bei den Damen hält Chris Evert den Rekord mit 7 Titeln. Diese beiden Zahlen sind der Grund, warum Langzeitwetten auf ein Turnier überhaupt einen Reiz haben: Ein Spieler kann ein Jahrzehnt lang dieselbe Veranstaltung dominieren, und eine Quote, die das nicht einpreist, wäre falsch.

Die Ausgabe 2026 lief vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 und ist abgerechnet. Den Herreneinzeltitel holte Alexander Zverev im Finale gegen Flavio Cobolli, bei den Damen setzte sich Mirra Andrejewa gegen die Qualifikantin Maja Chwalińska durch. Das Gesamtpreisgeld lag bei 61’723’000 Euro, ein Anstieg um 9,35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und die Einzelsieger im Profitennis bekamen jeweils 2’800’000 Euro.

Für Schweizer Wettende ist das der Ausgangspunkt und nicht das Ziel. Wer jetzt nach Quoten für die French Open sucht, sucht in Wahrheit nach der nächsten Ausgabe, und die folgt 2027. Was dazwischen bleibt, ist die Frage, wo man überhaupt wetten darf, zu welchen Bedingungen und was in einer Quote steckt. Die Antwort ist in der Schweiz enger, als die meisten erwarten.

Wer aus der Schweiz auf ein internationales Tennisturnier wetten will, hat nicht einen Markt vor sich, sondern zwei getrennte: den bewilligten und den ausländischen. Der eine ist klein, geschlossen und kontrolliert. Der andere ist gross, offen und ungeschützt. Beide haben einen Preis, und beide haben eine Zielgruppe. Die folgenden Abschnitte gehen sie der Reihe nach durch.

Was die Gespa-Liste zulässt und wer überhaupt eine Bewilligung hat

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und unterstehen der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, in Kraft seit dem 1. Januar 2021. Nicht die ESBK — die Aufsicht über die Casinos ist eine andere Behörde mit einem anderen Gesetz. Wer diesen Satz einmal verstanden hat, versteht auch, warum die Bezeichnung «Lizenz» hier fehl am Platz ist: Die Gesetzes- und Marktsprache redet von der Bewilligung, und die ist zweistufig, als Veranstalterbewilligung und als Spielbewilligung. Eine Bewilligung gilt «nur in der Schweiz». Das ist keine Formalie, sondern die Grenze des ganzen Systems.

Ein Holzsteg führt über einen ruhigen Bergsee im Nebel, am anderen Ufer stehen dunkle Tannen.
Bei den French Open spielen die Herren auf drei Gewinnsätze und die Damen auf zwei Gewinnsätze.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. Es gibt sie, und es gibt keine weiteren:

Diese Aufzählung ist vollständig, und das ist der Punkt, an dem die meisten Erwartungen brechen. Wer eine Liste bewilligter Schweizer Wettanbieter sucht, sucht einen zweiten Eintrag, den es nicht gibt. Die Gespa publiziert nicht etwa weitere Bewilligungen, sondern die Sperrliste, also die Liste der gesperrten ausländischen Domains. Die Behörde führt mit anderen Worten zwei Verzeichnisse: eines mit den zwei Erlaubten und eines mit den vielen Blockierten.

Zwei Bewilligte, zwei Gebiete, und dazwischen eine Wohnsitzgrenze {#einordnu}

Die Aufteilung der Schweiz ist geografisch und nicht verhandelbar. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH durchgeführt, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport gehört den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Gebiet voraus. Rechtlich verlangt Art. 47 Abs. 3 VGS Wohnsitz in der Schweiz, in der Praxis kommt die Gebietsgrenze der Veranstalterin dazu. Wer in Zürich wohnt, kommt an Jouez Sport nicht heran, und wer in Genf wohnt, nicht an Sporttip. Das ist keine Marketingentscheidung, sondern die Architektur des Konkordats.

Was die Bewilligung konkret erlaubt, ist ebenfalls eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Fassung vom 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich gelistet sind. Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, Eckball- und Kartenmärkte finden sich auf der Liste nicht, und eine Esport-Sektion gibt es nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ohnehin gesperrt. Gewettet werden darf nur auf Sportereignisse — Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind keine Wettgegenstände im bewilligten Angebot.

Für Tennis heisst das: Ein Grand-Slam-Turnier ist selbstverständlich erfasst, die Frage ist nur, in welchen Märkten. Wer auf Karten oder Eckbälle ausweichen will, ist hier falsch. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Cash-Out dagegen ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters mit dessen eigenen Bedingungen.

Veranstalter Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos (Sporttip) Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande (Jouez Sport) Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
Betify ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht erstellt
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht erstellt
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht erstellt
Funbet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht erstellt
Betclic ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht erstellt
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung Tobique (Kanada)
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht erstellt
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht erstellt

Zwei Zeilen mit derselben Aufsichtsbehörde, acht Zeilen mit derselben Leerstelle — mehr Information trägt diese Spalte nicht, und mehr braucht sie auch nicht. Der Unterschied liegt nicht in der Sorgfalt der acht, sondern darin, dass ihre Bewilligungen, sofern sie überhaupt eine haben, in der Schweiz keine Wirkung entfalten. Art. 4 BGS sagt das in fünf Wörtern.

Was ausländische Seiten in der Schweiz nicht sind

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder welches Land auch immer — hat in der Schweiz keine Kraft. Das ist der ganze Satz. Es folgt daraus nicht, dass eine solche Seite unseriös wirtschaftet; es folgt daraus, dass die Schweiz für sie nicht zuständig ist.

Praktisch heisst das: kein Anschluss an das schweizerische Sperrregister, keine schweizerische Aufsicht, kein schweizerischer Rechtsweg. Die Behörden können den Zugang blockieren, gestützt auf Art. 86 bis 93 BGS. Die erste Sperrliste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Die Gespa nennt selbst das Domain-Hopping — gesperrte Adressen werden innert Stunden ersetzt — und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele; bet365 nennt sie als auf der Liste stehend.

Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: Bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre, Art. 130 BGS. Die wettende Person wird nach Auffassung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Ihr Geld ist trotzdem nicht sicher: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden, und Fair-Play-Kontrollen gibt es nicht.

Diese Passage gehört zu den nüchternsten der ganzen Seite, und sie soll es bleiben. Wer sie als Warnung liest, liest sie falsch. Sie ist eine Beschreibung zweier Rechtsräume mit unterschiedlichen Schutzversprechen — und keiner der beiden ist per se die sichere Wahl.

Verlustlimiten, Spielsperre und wer die Zahlen setzt

Vor der ersten Wette stehen Limiten. Nicht nach der ersten Verlustwoche, sondern vorher. Das ist in der Schweiz nicht die Empfehlung einer Beratungsstelle, sondern eine Pflicht der Veranstalterin aus Art. 87 VGS: Sie muss einen oder mehrere Höchstwerte für den Einsatz oder Verlust verlangen, bezogen auf Tag, Woche oder Monat. Der Staat setzt die Zahl nicht. Der Spielende setzt sie.

Bei Sporttip läuft das konkret so: Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und einer Untergrenze von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Man kann diesen Mechanismus für Bürokratie halten. Er ist das Gegenteil. Der einzige Moment, in dem ein Mensch seine eigene Verlustgrenze unbefangen setzt, ist der Moment ohne Verlust — und genau dieser Moment ist im Ablauf festgeschrieben. Die 72 Stunden für eine Erhöhung sind die eigentliche Schutzfunktion, denn sie blenden den Impuls aus, der eine Limite hochsetzen will, ohne sie gleich ganz aufzuheben.

Das Gesetz gibt 24 Stunden Frist für eine Erhöhung. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Diese Differenz ist kein Detail: Eine Frist, die dreimal so lang ist wie die gesetzliche Mindestanforderung, ist eine Entscheidung des Veranstalters zugunsten der Spielenden.

Daneben steht die Spielsperre, Art. 80 bis 82 BGS. Sie erfasst überschuldete und spielsuchtgefährdete Personen sowie die Selbstsperre, und sie wird in einem geteilten Register der gesperrten Personen geführt. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Eine freiwillige Sperre lässt sich nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten wieder aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt, Art. 81 BGS. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden, Art. 89 VGS. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne, Art. 45 BGS.

Ein Konto pro Person, mit verifizierter Identität, ist die Regel nach Art. 47 bis 52 VGS. Bei Swisslos braucht die Online-Registrierung mindestens 18 Jahre, dazu Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Ein Befund, der in diesem Abschnitt stehen muss, weil er das Vertrauen in die Verkaufsstellen zurechtrückt: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz an der Verkaufsstelle als streng beschreibt, beschreibt ihn falsch.

Ergänzend gibt es Beratungsangebote, und sie sind der Teil des Systems, den man ohne Scham nutzen darf. Wer merkt, dass die Limite nicht hält, findet dort jemanden, der die Zahlen nicht moralisch liest.

Quoten lesen: was in einem Preis steckt und was er dir nicht sagt

Jetzt zum Handwerk. Wer Sporttip oder Jouez Sport aufruft und nach dem Gesamtsieger eines Tennisturniers sucht, sieht keine Zahl, die eine Wahrscheinlichkeit ist. Er sieht die Zahl eines Anbieters, in die dessen Marge eingerechnet ist.

Die Rechnung dafür ist die Auszahlungsquote, ein Marktbegriff und keine gesetzliche Grösse: die Quote eines jeden Ausgangs eines Marktes wird invertiert, die Kehrwerte werden summiert, der Kehrwert dieser Summe ist die Auszahlungsquote. Die Marge ist 100 Prozent minus Auszahlungsquote. Bei einem illustrativen Zweiwegemarkt mit Quoten von 1.90 und 1.90 ergibt die Summe der Kehrwerte 1,0526. Die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Setzt man für Schweizer Anbieter realistischere Quoten von 1.85 und 1.85 an, sinkt die Auszahlungsquote auf rund 92,5 Prozent und die Marge steigt auf rund 7,5 Prozent.

Das sind keine zitierten Preise, sondern gerechnete Beispiele für zwei Quotenpaare, und sie zeigen die Bandbreite: In einem anständig bedienten Zweiwegemarkt liegt die Marge grob zwischen 5 und 8 Prozent. Jeder zusätzliche Prozentpunkt ist die Rechnung des Anbieters, nicht deine.

Der Auszahlungsanteil ist dabei kein Nebenprodukt, sondern die eigentliche Information. Bei 5 Prozent Marge gehen von allen Einsätzen dieses Marktes im langen Mittel 95 Prozent an die Wettenden zurück und 5 Prozent an den Veranstalter. Ob du eine einzelne Wette gewinnst, sagt die Marge nicht — sie sagt, dass du langfristig gegen einen eingebauten Abzug spielst, und nur deshalb funktioniert das Geschäftsmodell. Wer einen Zweiwegemarkt mit Quote 1.90 wählt, nimmt einen Preis, in dem der Anbieter eine Marge von rund 5 Prozent hält. Wer den zweiten Ausgang desselben Marktes zum selben Paar nimmt, nimmt exakt dieselbe Marge.

Was der Gewinn einer Wette ist, folgt dann keiner Meinung, sondern einer Multiplikation: Einsatz mal Quote. Bei CHF 1’000 auf Quote 2.10 sind das CHF 2’100 Rückzahlung, also CHF 1’100 Nettogewinn. Bei einer Kombinationswette werden die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem Preis multipliziert, und der Abzug des Anbieters wird dabei nicht kleiner, sondern grösser, weil sich die Margen der Teilmärkte aufeinanderlegen.

Für die French Open bedeutet das konkret: Eine Siegwette auf den späteren Titelträger im Gesamtsieger-Markt trägt die Marge dieses einen Marktes. Eine Kombination über vier Partien trägt vier davon. Die Langzeitwette ist das ruhigere Instrument, die Kombination ist das teurere.

Ein Wort noch zu den Instrumenten, die Swisslos auf diese Preise legt. Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Person nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn liegt bei 5 Prozent für vier, 20 Prozent für sieben, 40 Prozent für zehn und 100 Prozent für fünfzehn solcher Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind in jedem Fall limitiert.

Wer diese Staffel liest, sieht sofort, wo sie greift: bei fünfzehn Voraussagen, jede ab Quote 1.50. In einem Grand-Slam-Hauptfeld ist das nicht unerreichbar. Es ist nur nicht mehr das, was ein Gelegenheitswettender an einem Samstagnachmittag macht. Der Boost belohnt Volumen, nicht Treffsicherheit, und die Quote von 1.50 ist die Schwelle, unter der eine Voraussage nichts zum Bonus beiträgt.

Bet-Builder, Cash-Out und die Regeln, die selten jemand liest

Drei Funktionen verdienen einen eigenen Blick, weil sie dort wehtun, wo Marketing am lautesten spricht.

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der letzte Halbsatz ist der gnädige — der Einsatz kommt zurück. Der Gewinn ist weg.

Beim Cash-Out gilt eine Bedingung, die keine Nebenbemerkung ist: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sport­ereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Ein Anspruch auf Cash-Out für alle Wetten besteht nicht. Erhältlich ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer mitten im fünften Satz eines Fünfsatzmatches auf den Ausgleich wartet, verkauft seinen Schein zu dem Preis, den der Veranstalter in diesem Moment stellt — und der ist per Definition schlechter als der Preis, den er behalten könnte, wenn er richtig liegt.

Dazu die Grundregel für Live: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Auch der Zeitbegriff ist geregelt. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, im Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für Tennis spielt das keine Rolle — es gibt keine Verlängerung —, für Fussball- oder Eishockeymärkte auf derselben Plattform sehr wohl.

Und die Einsatzgrenzen, weil man sie nicht am Schluss erfahren sollte: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Auch das sind Bedingungen des Veranstalters und keine gesetzlichen Zahlen — der Unterschied ist wichtig, weil eine Hausregel sich ändern kann und eine Gesetzesnorm nicht.

Für Limiten gilt zusätzlich: Bei Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpferin oder Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Spielplan, Satzsystem und warum drei Sätze eine andere Wette sind als zwei

Der Spielplan entscheidet, welche Matches überhaupt auf dem Wettschein landen und wie lange eine Langzeitwette läuft. Ein Grand-Slam-Turnier hat ein Hauptfeld, eine Qualifikation und ein Finale, und die Qualifikation ist für das Wettangebot alles andere als Nebensache. Die Gespa-Liste führt Qualifikationsrunden nur, wenn sie ausdrücklich gelistet sind. Wer auf ein Qualifikationsmatch setzen will, muss also prüfen, ob es im Wettprogramm steht — und nicht annehmen, dass es das tut.

Im Hauptfeld unterscheiden sich Herren- und Damenwettbewerb in einem Punkt, der die Quotenlogik fundamental verändert. Bei den French Open spielen die Herren auf drei Gewinnsätze und die Damen auf zwei Gewinnsätze. Bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung — darauf haben sich alle vier Grand-Slam-Turniere im März 2022 verständigt.

Drei Gewinnsätze sind nicht das Anderthalbfache von zwei. Sie sind eine andere Verteilung. Ein Spieler, der einen Satz verliert, ist bei den Herren noch im Match; bei den Damen steht er mit dem Rücken zur Wand. Daraus folgt nicht ein sicherer Effekt auf die Höhe der Quote, sondern einer auf ihre Streuung: Über fünf Sätze mittelt sich ein Leistungsvorsprung stärker durch als über drei, weshalb Favoritensiege im Herreneinzel tendenziell mit niedrigeren Quoten bezahlt werden und Aussenseitersiege entsprechend seltener und höher bezahlt sind. Wer im Dameneinzel auf einen Aussenseiter setzt, setzt auf ein kürzeres Sample.

Für Satz- und Spielwetten heisst das: Eine Satzwette ist bei den Damen näher am Gesamtergebnis als bei den Herren, weil der zweite Satz dort schon der letzte sein kann. Eine Spielwette auf einen einzelnen Satz bleibt von der Anzahl der Gewinnsätze unberührt — die Struktur eines Satzes ist dieselbe, nur der Match-Tiebreak im Entscheidungssatz ist eine Tennisregel, die es im zweiten Satz nicht gibt.

Und dann sind da die Langzeitwetten. Eine Wette auf den Gesamtsieger eines Turniers läuft über zwei Wochen. Bei den Herren stehen dann fünf Sätze im Entscheidungsspiel, bei den Damen drei oder weniger. Wer eine solche Wette abschliesst, bindet Kapital über vierzehn Tage, und Swisslos kann die Limiten in dieser Zeit ändern — ein Aspekt, den man bei einer Langzeitwette selten mitdenkt, weil die Wette ja schon läuft.

Der Cass-Out wird für Langzeitwetten übrigens angeboten, bei Sporttip ausdrücklich für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten. Das ist der interessanteste Anwendungsfall der ganzen Funktion, denn dort liegt zwischen Einsatz und Ergebnis eine echte Zeitspanne. Nur der Preis stimmt nicht mit dem möglichen Gewinn überein. Und der Boost, falls einer auf der Wette lag, verfällt bei einem Cash-Out.

Die Konkurrenz in der Schweiz: zehn Namen und ein Vergleichsmassstab

Kommen wir zum Kern. Der Vergleich unten nimmt zehn Plattformen, die Schweizer Wettende tatsächlich antreffen, und legt einen Massstab an, der für alle derselbe ist: die Bewilligungslage, der Sitz der Veranstalterin, das Wettangebot, die Limiten und der Umgang mit Auszahlungen. Zwei dieser zehn haben eine Schweizer Bewilligung. Acht haben keine.

Man darf diesen Vergleich nicht als Bestenliste lesen. Er ist eine Landkarte. Die zwei bewilligten Häuser sind die einzigen, die Schweizer Recht auf sich anwenden lassen — mit allen Folgen für Limiten, Sperrregister, Rechtsweg und Steuerbehandlung. Die acht anderen sind das, was ein Schweizer Wettender im Netz findet, ohne dass die Schweiz dafür zuständig wäre. Sie sind nicht automatisch schlechter geführt. Sie sind nur nicht an dieselben Regeln gebunden, und das ist ein Unterschied, der sich in einem konkreten Fall sehr deutlich zeigt.

Zum Steuerpunkt, weil er bei jeder Auszahlung auftaucht und oft falsch dargestellt wird: Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber steuerbar. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Vorjahr bei CHF 1’070’400 — je nach Kanton gilt eine andere Schwelle, deshalb sagt man «je nach Kanton» und nicht eine Kantonszahl. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Eine typische Wette bleibt weit darunter: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer.

Gewinne bei ausländischen Anbietern sind nicht von der Verrechnungssteuer erfasst. Die kantonale Praxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen dagegen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Das ist ein Steuerthema und keine Empfehlung; wer es für sich klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Und wer in der Schweiz Steuern auf Wetten erwartet, sucht eine, die es nicht gibt: Eine Wettsteuer auf den Einsatz ist dem System fremd.

Swisslos Sporttip: die Sportwetten-Schiene der Landestochter

Sporttip ist das Sportwettenprodukt der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung mit einer Spielbewilligung für ein Grossspiel unter der Aufsicht der Gespa, und sie gilt nur in der Schweiz.

Das sichtbarste Merkmal ist allerdings die Gebietsgrenze. Wer in Genf oder Neuenburg wohnt, kommt an Sporttip nicht heran; das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und Liechtenstein. Faktisch ist Sporttip damit die Plattform für die Deutschschweiz und die Südschweiz.

Beim Wettangebot ist Sporttip an die Gespa-Liste gebunden: zugelassene Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, Fassung 10.09.2026, auf Grundlage von Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Ein Grand-Slam-Turnier ist erfasst, Eckball- und Kartenmärkte sucht man auf dieser Liste vergeblich. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, nur online und nur als vollständiges Cash-Out — der Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn ohne vorzeitigen Verkauf, und eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht.

Die Limiten sind hausgemacht und deshalb veränderlich: CHF 1 Mindesteinsatz, CHF 1’000 Höchsteinsatz bei Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 bei Systemwetten. Swisslos kann sie jederzeit ohne Begründung ändern.

Was dieses Haus von allen anderen im Vergleich unterscheidet, ist die Herkunft des Geldes. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Millionen: CHF 506 Millionen an die kantonalen Fonds, CHF 56 Millionen an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Millionen, nach CHF 122 Millionen im Jahr 2024.

Diese CHF 109 Millionen sind die entscheidende Zeile. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet nicht, dass weniger gewettet wurde, sondern dass vom Umsatz weniger als Reinertrag übrig blieb — und wer eine Wette auf Sporttip abgibt, finanziert über die Marge an diesem Posten mit. Ein Gemeinwohlversprechen im Werbetext ist billig. Eine Zahl im Geschäftsbericht ist es nicht, und diese hier steht.

Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Schutz, ein anderes Gebiet

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande, mit Kontaktadresse an der Avenue de Provence 14 in Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung entspricht jener von Swisslos: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, unter Aufsicht der Gespa, gültig nur in der Schweiz.

Das Gebiet umfasst die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto ist damit ausschliesslich Westschweizerinnen und Westschweizern zugänglich — nicht einmal, weil Jouez Sport es so will, sondern weil das Konkordat es so aufteilt. Für einen Wettenden in Lausanne ist das keine Einschränkung, sondern der Preis dafür, dass sein Anbieter unter Schweizer Recht steht. Für einen Wettenden in Bern ist es eine geschlossene Tür, und keine Beschwerde öffnet sie.

Was im Vergleich hängen bleibt, ist die Reichweite. 2’350 Verkaufsstellen sind ein Vertriebsnetz, das keine ausländische Plattform in der Westschweiz hat; wer seine Wette nicht am Bildschirm, sondern am Schalter abgeben will, findet hier ein Netz und nicht ein Konto. Bei Limits und Kontoführung gelten die gesetzlichen Vorgaben von Art. 87 VGS zur gleichen Zeit wie bei Swisslos: eine Senkung sofort, eine Erhöhung in den eigenen Bedingungen nach 72 Stunden statt nach den 24 Stunden, die das Gesetz als Minimum nennt.

Wettartig gilt auch hier die Gespa-Liste mit ihrer Fassung vom 10.09.2026 — zugelassene Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, Qualifikationsrunden nur, wenn gelistet, keine Eckball- und Kartenmärkte, keine Esport-Sektion. Ein Schweizer Tennisturnierwetter bekommt hier dieselbe geschlossene, kontrollierte Welt wie bei Sporttip, nur mit einer anderen Aufteilung der Kantone und einem kleineren digitalen Publikum.

Die Westschweiz hat mit Jouez Sport eine Bewilligung, die genau so viel wert ist wie die andere — und einen Bruchteil der Deutschschweizer Reichweite. Genau umgekehrt zu Sporttip.

Betify: ohne Schweizer Bewilligung

Bei Betify handelt es sich um eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Eine solche hätte in der Schweiz keine Wirkung, da für den Anbieter kein Rechtsweg besteht und er nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen ist. Die Gespa kann die Domain auf ihre Sperrliste setzen.

Was Sportwetten im Ausland von Schweizer Grossspielen unterscheidet, ist die Steuerfolge. Eine ausländische Seite führt keine Verrechnungssteuer ab — bei einem bewilligten Schweizer Anbieter tut sie das oberhalb des Steuerfreibetrags. Ein Gewinn aus einem ausländischen Grossspiel kann nach der kantonalen Praxis von Thurgau dagegen unabhängig von seiner Höhe steuerbares Einkommen sein. Wer dort gewinnt, klärt die Frage mit der kantonalen Steuerverwaltung und nicht mit der Seite.

Betify steht in diesem Vergleich als eine der acht Adressen, die einem Schweizer Wettenden ohne Bewilligung begegnen. Sporttip ist der Weg mit Schweizer Recht, Betify der Weg ohne.

FortuneJack: ohne Schweizer Bewilligung

FortuneJack gehört zur Gruppe der acht mit derselben Ausgangslage: keine Schweizer Bewilligung, keine gemeldete Bewilligung, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein schweizerischer Rechtsweg.

Die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen, die per DNS blockiert wird, und ein DNS-Block trifft eine Adresse, nicht eine Person: Wer gesperrt ist, weicht aus — die Gespa nennt den Mechanismus Domain-Hopping und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele dafür, dass gesperrte Adressen innert Stunden ersetzt werden. Für Schweizer Wettende ist die Wahrscheinlichkeit, dort zu landen, also nicht null, und der Schutz, dort zu landen, ist der Schutz eines ausländischen Rechtsraums. Kein schweizerisches Sperrregister fragt, ob man dort bereits gesperrt ist, und keine Schweizer Behörde prüft die dortigen Quoten.

Im Vergleich steht FortuneJack für das, was ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung in dieser Frage nicht bieten kann. Wer dort wettet, entscheidet sich nicht nur für ein Wettprogramm, sondern gegen den Schutz, der mit einer Schweizer Bewilligung verbunden ist.

BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel firmiert in dieser Übersicht als eine der acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Eine solche hätte in der Schweiz keine Wirkung; das schweizerische Sperrregister erfasst kein Konto auf dieser Plattform, und ein schweizerischer Rechtsweg besteht nicht. Der Zugang kann durch Schweizer Telekom-Anbieter gesperrt werden.

Bemerkenswert sind die beiden Zahlen, die eine ausländische und eine bewilligte Seite schon im Steuerpunkt trennen: Eine bewilligte Schweizer Veranstalterin zahlt Gewinne bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei aus und behält oberhalb 35 Prozent Verrechnungssteuer ein — bei einer ausländischen Seite passiert das eine, weil sie keine Schweizer Grossspiele veranstaltet, und das andere deshalb auch nicht. Dass ein Schweizer Kanton einen ausländischen Wettgewinn steuerlich anders behandelt, liegt nicht an der Seite.

BetLabels Einordnung ist damit dieselbe wie die der übrigen sieben: ein Angebot ausserhalb des Schweizer Bewilligungsrahmens. Wer dort spielt, sollte wissen, dass der Verlust-limitenmechanismus, an den eine bewilligte Veranstalterin gebunden ist, hier nicht greift.

Funbet: ohne Schweizer Bewilligung

Funbet tritt in diesem Vergleich ohne Schweizer Bewilligung an. Diese hätte in der Schweiz ohnehin keine Kraft, da für den Anbieter kein Anschluss an das Sperrregister besteht und kein Schweizer Rechtsweg offensteht. Die Behörden können den Zugang sperren.

Wer in der Schweiz gewettet und dabei eine Limite überschritten hat, kann bei einer Seite ohne Bewilligung niemanden anrufen — es gibt keine schweizerische Instanz, die für diesen Anbieter zuständig wäre. Ein Schweizer Rechtsstreit um eine Wette ist nur mit einer der beiden bewilligten Veranstalterinnen möglich.

Funbet scheidet für Schweizerinnen und Schweizer, die sich auf eine bewilligte Schweizer Sportwette verlassen wollen, aus.

Betclic: ohne Schweizer Bewilligung

Betclic steht in dieser Übersicht in der Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Ohne Bewilligung ist die Plattform nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen. Ein Zugang über Schweizer Telekom-Anbieter kann zudem unterbunden werden.

Die Umsetzung dieser Sperre ist der Punkt, an dem sich drei Dinge unterscheiden: die Adresse, das Konto und die Person. Ein DNS-Block trifft die Adresse. Das Konto bleibt bestehen. Und die Person kann es über einen neuen Weg erreichen — niemand in der Schweiz überwacht, ob ein Selbstgesperrter mit anderem Zugang dennoch spielt. Ein schweizerisches Sperrregister erfasst kein ausländisches Spielerkonto.

Für einen Schweizer Wettenden ist Betclic damit eine Plattform ohne Schweizer Schutz und ohne Schweizer Steuerlogik.

X3Bet: ohne Schweizer Bewilligung

X3Bet ist der einzige Anbieter in dieser Liste, für den Dritte überhaupt eine Bewilligung melden: Tobique in Kanada. Das ändert für Schweizer Wettende nichts. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Das schweizerische Sperrregister erfasst das Unternehmen nicht, einen schweizerischen Rechtsweg gibt es nicht, und der Zugang kann behördlich gesperrt werden.

Wer diese gemeldete Bewilligung als Qualitätszeichen liest, verwechselt zwei Fragen: ob ein Unternehmen in seinem Sitzland beaufsichtigt wird und ob es in der Schweiz dazu berechtigt ist, Sportwetten zu veranstalten. Die zweite Frage lautet für X3Bet wie für die übrigen sieben: nein. Die Schweiz hat kein Verzeichnis ausländischer Anbieter, das eine Genehmigung aussprechen würde — sie hat eine Sperrliste.

X3Bet ist damit der einzige der acht mit einem Firmensitz im Ausland, der auch genannt wird. Was daraus folgt, ist für Schweizer Wettende dennoch dasselbe wie bei den übrigen sieben.

Bahigo: ohne Schweizer Bewilligung

Bahigo gehört in diesem Vergleich zu den acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Eine solche hätte in der Schweiz keine Wirkung, es besteht keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, und ein schweizerischer Rechtsweg ist nicht gegeben. Der Zugang kann behördlich gesperrt werden.

Das schweizerische Schutzsystem, um das es hier geht, ist an eine Bewilligung gebunden: die Limiten nach Art. 87 VGS mit sofortiger Senkung, die Spielsperre im schweizweiten Register, der Anspruch auf einen fachlich begleiteten Weg aus einer freiwilligen Sperre. Keine dieser Vorkehrungen folgt einem Schweizer Wettenden zu einer Plattform ohne Bewilligung nach. Wer das für sich als Verlust bewertet, für den ist die Entscheidung bei einer der beiden bewilligten Veranstalterinnen gefallen.

Bahigo ist der achte Eintrag in einer Gruppe, deren gemeinsames Merkmal keine Eigenschaft der Plattformen ist, sondern die Abwesenheit einer schweizerischen Bewilligung.

Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit schliesst diesen Vergleich ohne Schweizer Bewilligung ab. Das schweizerische Sperrregister erfasst kein Konto dort, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Der Zugang kann durch Schweizer Telekom-Anbieter gesperrt werden.

Diese letzte Zeile ist die praktischste. Die Sperrliste ist keine abstrakte Liste; sie ist das Werkzeug, mit dem die Schweiz den Zugang zu Domains ohne Bewilligung unterbindet, gestützt auf Art. 86 bis 93 BGS, mit einer ersten Fassung vom 3. September 2019 und 671 Domains zum Ende des Jahres 2025. Blockiert werden Adressen — nicht Konten und nicht Personen.

Damit ist das Feld sortiert. Zwei Häuser mit Schweizer Bewilligung, acht ohne.

Wohin die Wahl führt

Die Frage, mit der die meisten anfangen — welche Seite hat die beste Quote auf den Gesamtsieger —, ist nicht die erste Frage. Die erste Frage lautet, in welchem Rechtsraum man überhaupt spielt, und die ist in der Schweiz so einfach zu beantworten wie nirgends sonst: Zwei Veranstalter haben eine Bewilligung, alle anderen nicht. Es gibt keine dritte Möglichkeit und keine Grauzone, und die Zahl zwei ist nicht das Ergebnis eines Bewerbungsverfahrens, sondern eine Entscheidung der Kantone.

Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt und den Schweizer Rahmen will, landet bei Sporttip. Wer in der Westschweiz wohnt und denselben Rahmen will, bei Jouez Sport. Wer in der Schweiz wohnt und trotzdem bei einem der acht anderen anlegt, sollte den Satz kennen, mit dem dieser Abschnitt angefangen hat, und dazu die Steuerfolge, die daran hängt.

Für die French Open heisst das: Ein bewilligtes Angebot deckt das Turnier ab, aber nicht alles, was man daraus machen möchte. Eckball- und Kartenmärkte fehlen auf der Gespa-Liste, Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Esport gar nicht. Dafür gibt es Verlustlimiten, die vor der ersten Wette gesetzt sind, eine Spielsperre in einem schweizweiten Register und — bei einem Schweizer Grossspiel — eine Steuerfreiheit bis zu einem Freibetrag, der weit über allem liegt, was ein normaler Wettender gewinnt.

Der Preis für dieses Paket ist die Enge. Wer im Vergleich sucht, was das eine Haus dem anderen voraus hat, findet wenig: ein anderes Gebiet, ein anderes Vertriebsnetz, dieselbe Gespa-Liste, dieselben Limitenregeln mit 72 Stunden für die Erhöhung. Die eigentliche Wahl ist nicht die zwischen zwei Häusern, sondern die zwischen dem Bewilligungsrahmen und dem Raum ausserhalb. Und diese Wahl fällt eine Seite der Grenze aus, an der gar kein Buchmacher steht.

Die schlechteste Version dieser Wahl ist die unbewusste: dort spielen, wo man die Domain kennt, und annehmen, die Regeln reisten mit der Sprache mit. Sie tun es nicht.

Häufige Fragen zu Wetten auf die French Open in der Schweiz

Welche Wetten auf die French Open dürfen Schweizer Veranstalter überhaupt anbieten?

Nur was auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht, Fassung vom 10.09.2026 — Grundlage sind Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Ein Grand-Slam-Turnier ist erfasst, Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Eckball- und Kartenmärkte fehlen, Esport auch.

Wie lese ich Quoten für den Gesamtsieger, und was ist die Marge darin?

Die Quote ist ein Preis, keine Wahrscheinlichkeit. Die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes zusammengezählt und der Kehrwert davon ist die Auszahlungsquote; die Marge ist der Rest auf 100 Prozent. Bei einem illustrativen Zweiwegemarkt mit 1.90 und 1.90 sind das rund 95 und rund 5 Prozent, bei 1.85 und 1.85 rund 92,5 und rund 7,5 Prozent.

Warum sind drei Gewinnsätze bei den Herren und zwei bei den Damen für Satzwetten wichtig?

Bei den Herren entscheidet erst der dritte Satz ein Match, bei den Damen reichen zwei. Eine Satzwette ist im Dameneinzel damit näher am Endergebnis und im Herreneinzel weniger aussagekräftig. Im Entscheidungssatz gilt ein Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung, worauf sich 2022 alle vier Grand-Slam-Turniere verständigt haben.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wann wirkt eine Senkung?

Der Veranstalter muss Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangen, Art. 87 VGS. Bei Sporttip sind vor der Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, Oberlimite CHF 9’999 und CHF 1’000 bei unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Worin unterscheidet sich ein Veranstalter mit Bewilligung von einer ausländischen Wettseite?

Der bewilligte Veranstalter steht unter Schweizer Aufsicht, ist an das Sperrregister angeschlossen und unterliegt den Limitenregeln. Eine ausländische Seite hat in der Schweiz keine Bewilligung, ist nicht angeschlossen, bietet keinen Schweizer Rechtsweg und kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Ihre Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerlich anders zu behandeln.

Muss ich einen Gewinn aus einer Wette auf die French Open versteuern?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; ab dem 1.1.2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000, darüber behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Die kantonale Schwelle weicht ab, also je nach Kanton. Ausländische Gewinne sind kein Fall für die Verrechnungssteuer, steuerlich aber anders zu prüfen.

Inhalt erstellt vom Team «erstligawetten.com»