Motorsport online wetten in der Schweiz: zwei Bewilligungen, alles andere ist Sperrliste

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026 — die Bewilligungen der beiden Schweizer Veranstalter und die Liste der zugelassenen Wettarten wurden gegen die Angaben der Gespa und die publizierten Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande geprüft.

Ein Werkzeugwagen mit Schraubenschlüsseln steht in einer leeren Werkstatthalle, durch ein hohes Fenster fällt weiches Tageslicht auf den Betonboden.
Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Wer in der Schweiz auf ein Formel-1-Rennen, auf die MotoGP oder auf ein Langstreckenrennen setzen will, landet zuerst bei der Frage, wo das überhaupt erlaubt ist. Die Antwort ist kurz und für viele überraschend: Es gibt genau zwei Veranstalterinnen für Sportwetten, und jede von ihnen bedient nur ihr eigenes Gebiet. Wer eine Wette abschliessen will, hat also nicht die Wahl zwischen zwanzig Büchern, sondern die Wahl zwischen einem Haus mit vollem Schweizer Schutz und einem ausländischen Anbieter, der sich um das Schweizer Recht nicht kümmert, keine Bewilligung hat, im Sperrregister nicht auftaucht und dessen Domain die Gespa auf ihre Sperrliste setzen kann. Das ist die Entscheidung, um die es auf dieser Seite geht — nicht darum, welche Marke die schönste Startseite hat.

Der Unterschied lässt sich an einem Satz festmachen. Innerhalb des Systems setzt man zu Bedingungen, die ein Gesetz und ein Spielerschutzreglement vorschreiben: Mindesteinsatz CHF 1, eine Verlustlimite, die vor der ersten Wette stehen muss, ein geprüfter Wohnsitz, kein Kredit, keine anonyme Auszahlung. Ausserhalb des Systems setzt man zu Bedingungen, die ein Unternehmen in einem anderen Land aufgestellt hat, und man trägt das Risiko selbst. Wehtun kann beides — nur beim zweiten gibt es niemanden, den man anrufen kann.

Spielerschutz zuerst: Limiten, Sperren und die Altersgrenze

Bei Sporttip, dem Wettangebot von Swisslos, beginnt die Teilnahme nicht mit dem ersten Tipp, sondern mit einer Selbstauskunft. Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, und das System setzt eine Oberlimite von CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — die Spanne, in der man sich nicht selbst austricksen kann. Genau diese Asymmetrie ist der eigentliche Kern des Mechanismus: Ein Klick nach unten wirkt, ein Klick nach oben wartet drei Tage.

Eine Stoppuhr aus Metall liegt auf einem Holztisch neben einem Glas Wasser, das Licht fällt von der Seite durch ein Fenster.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

warum die Limite vor der ersten Wette steht

Der Staat gibt die Limite nicht vor, er verlangt sie. Der Veranstalter muss laut Verordnung einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste einfordern, und die Betroffenen setzen diese Werte selbst — Swisslos und Loterie Romande handhaben die Erhöhung in ihren eigenen Bedingungen mit 72 Stunden. In der Schweiz existiert keine staatlich festgelegte Einzahlungsgrenze, anders als in manchen Nachbarländern. Wer von aussen auf die Schweizer Zahlen schaut und dort einen Einheitswert für Einzahlungen erwartet, sucht etwas, das es nicht gibt.

Zusätzlich lässt sich bei Swisslos eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Das ist nichts für den Moment, sondern für den Monat — für jemanden, der nach dem Renntag weiterlebt.

Sperren auf eigenen Wunsch und das Register

Der Zugang lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, und während der Frist gibt es keine Aufhebung. Wer die Sperre unbefristet einträgt, steht in einem schweizweiten Register; das gilt dann auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Die Sperre ist damit kein Symbol, sie ist eine Tür, die auch für andere Häuser zu ist. Behördenseitig stehen daneben die Ausschlussgründe des Gesetzes: überschuldete oder spielsuchtgefährdete Personen können gesperrt werden, nach Art. 84 VGS lässt sich eine freiwillige Selbstsperre erst nach drei Monaten wieder aufheben, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Altersgrenze und ein Befund, der zur Vorsicht rät

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Altersgrenze ist also nicht die einzige Grenze: Es gibt eine Integritätsregel, die aus einem Sportler einen Nichtwettenden macht.

Auf die Wirklichkeit am Schalter kann man sich dabei nicht verlassen. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch — bei 200 Fällen an Verkaufsstellen wurde Schwarz auf Weiss eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft, in 47.5 Prozent der Fälle. Das ist die Zahl, die man parat haben sollte, wenn ein Gespräch bei «die Schweizer Regulierung schützt ja alles» endet. Regulierung ist ein Rahmen aus Regeln und Aufsicht; sie ist kein Schalter, hinter dem jede Übergabe schon stimmt. Und das ist der Punkt, an dem die Verantwortung zurückwandert: Die Limite, die man sich setzt, hängt an keiner Behörde.

Wo Rat hingehört

Wer beim Setzen die Kontrolle verliert, braucht keine Quote, sondern eine Adresse. Die kantonalen Suchtberatungsstellen, die Fachstellen für Spielsucht und das Gespräch mit der Hausärztin sind die Orte, an denen ein Problem und nicht ein Einsatz behandelt wird. Für Steuerfragen bei grossen Gewinnen bleibt der Hinweis: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen. Ein Wettanbieter ist für die Auszahlung zuständig, nicht für das, was das Spielerleben drumherum kostet.

Die zehn Anbieter im Vergleich: was jede Wahl kostet

Motorsport in der Schweiz führt zu einer sehr kurzen Liste. Zwei Anbieter dürfen überhaupt eine Sportwette annehmen, und acht weitere Marken sind hier, weil Schweizer Wettende sie im Netz antreffen, nicht weil ihnen jemand eine Bewilligung gegeben hätte. Diese beiden Gruppen stehen unter derselben Bewertung und unter völlig verschiedenen Voraussetzungen.

Die Frage nach der Bewilligung ist deshalb die erste Spalte jeder Betrachtung, und sie wird nicht dadurch weicher, dass ein Buch ein schönes Wettprogramm hat.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin / gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande; Aufsicht Gespa
Unibet Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung; ausländische Bewilligungen entfalten in der Schweiz keine Wirkung
bet365 Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung; Swisslos nennt das Haus im Zusammenhang mit der Sperrliste
Playzilla Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
BetLabel Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
DirectionBet Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
22Bet Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
Roobet Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
GG.BET Keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung

Die Tabelle sagt mehr als eine Rangfolge. Sie zeigt, dass die erste Zeile und die zweite Zeile nicht der Anfang einer Liste sind, sondern die ganze Liste — und die Zeilen darunter ein völlig anderes Rechtsverhältnis beschreiben. Die Einordnung der Marken ohne Bewilligung ist kein Qualitätsurteil über ihre Software: Ein ausländischer Anbieter kann ein tadelloses Produkt haben und trotzdem für einen in der Schweiz wohnhaften Wettenden die schlechtere Wahl sein, weil die Spielsperre dort nicht gilt, der Wohnsitzausweis nicht geprüft wird und die kantonale Steuerpraxis bei ausländischen Grossspielen im Kanton Thurgau den Gewinn unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen behandelt. Wer die Liste nach der Grösse des Willkommensangebots sortiert, sortiert nach dem Merkmal, das am wenigsten über den Ausgang einer Wette sagt.

warum die Reihenfolge keine Rangliste ist

In einem gewöhnlichen Anbietervergleich liest man die Tabelle von oben nach unten und findet den Sieger. Hier findet man zwei Häuser mit Bewilligung und acht Marken ohne. Ein Motorschaden an einem Favoriten ist nicht dadurch wahrscheinlicher, dass man bei einem ausländischen Buch setzt, und die Quote auf den Rennsieger ist nicht dadurch richtiger. Was sich unterscheidet, ist der Rahmen: Schutz, Register, Auszahlungsweg, Steuerfolge. Deshalb steht am Ende dieser Seite auch keine Nummer eins, sondern eine Zuordnung — welche Option zu welcher Situation passt.

Swisslos Sporttip: die Limiten als Programm

Sporttip ist das Wettangebot von Swisslos, deren Sitz Basel ist; veranstaltet wird gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen. Der Zugang ist kein offenes Tor, sondern an ein Gebiet gebunden: das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, kommt hier nicht hinein — nicht als Ausschluss, sondern weil dort Loterie Romande anbietet.

Bei den Einsätzen ist Sporttip eng: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Der letzte Halbsatz verdient Beachtung — er bedeutet, dass die Zahl, mit der man im Kopf rechnet, nicht vertraglich festgeschrieben ist.

Bezahlt wird mit dem Wallet. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur zulässig, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart zum Aufladen nennt Swisslos PostFinance Pay, bestätigt direkt in der App. Für die Auszahlung gilt: Spielguthaben wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Konto auf den eigenen Namen ausbezahlt, danach kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden; überwiesen wird innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Bestätigungsquittung gehen automatisch ins Wallet, darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.

Motorsport und die Abwicklung: Quote, Auszahlung, Absage

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, die das Produkt der Einzelquoten ist. Aufgerundet wird zuerst auf zwei Nachkommastellen, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Rundung klingt nach Fussnote, ist aber der Ort, an dem eine Wette um Rappen leiser ausfällt als im Kopf gerechnet. Wer auf ein Rennen mit einem klaren Favoriten setzt und dabei zusieht, wie eine Kombination aus fünf Rennen eine Gesamtquote von 8.40 erzeugt, sollte die Kombinationslogik nicht als Rabatt verstehen. Sie ist der Preis für mehrere gleichzeitige Annahmen: Für Schweizer Verhältnisse interessante Zielbeträge bekommt man nur, wenn man auch die Näherungsgewissheit der Quote aufgibt. Der ganze Denkfehler auf der anderen Seite ist, eine Kombination als mehrere Wetten zu lesen. Sie ist eine einzige.

Für Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob ein Rennen übertragen wird; wer nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert, wird mit Quote 1.00 gewertet — im Klartext: Der Einsatz kommt zurück, die Wette ist tot. Und in spielentscheidenden Situationen, dem Elfmeter, der roten Karte, dem Videoschiedsrichter-Entscheid, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Rennsport ist das die Variante «Wertung unter Vorbehalt»: Wer während einer Safety-Car-Phase oder einer laufenden Untersuchung setzt, setzt auf eine Situation, die das Haus noch prüfen darf.

Bei Absagen hält die Regel einen harten Schnitt. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Praktisch heisst das: Eine Kombination aus fünf Rennen zerfällt nicht, sie schrumpft. Der verbleibende Teil läuft weiter, aber die Gesamtquote sinkt. Wer am Sonntag fünf Rennen für eine Kombination nimmt, die an fünf verschiedenen Orten stattfindet, kauft sich genau dieses Risiko mit ein — nicht als Katastrophe, sondern als Abschlag.

Als reguläre Spielzeit gilt die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei voneinander abhängigen Ereignissen derselben Veranstaltung greift die Bet-Builder-Funktion: Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Cash-Out, Boosts und der ganze Rest

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht, und der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und kann jederzeit geändert werden. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern die Geschäftslogik des Ausstiegs: Wer vorzeitig aussteigt, verkauft einen möglichen Gewinn an das Haus zurück — und der Käufer sitzt am Computer, nicht der Verkäufer.

Zwei Boni sind reine Umsatzverstärker, die man auf diese Weise lesen sollte. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 bei sieben, 40 bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen — Einsatz und Gewinnerhöhung bleiben limitiert. Quotenboosts gelten dagegen nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung begrenzt, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. «100 Prozent Bonus» heisst hier: funfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50, ein begrenzter Einsatz und eine begrenzte Erhöhung — und wenn du vorher aussteigst, ist der Zuschlag weg.

Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erhoben werden. Sporttip-Wetten lassen sich online oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden.

Urteil. Sporttip ist das Haus für den, der in seinem Vertragsgebiet wohnt und die Rechnung ernst nimmt: Der enorme Vorteil ist die im System verankerte Limite und das Register, das über das Haus hinausreicht. Der Preis ist eine Enge, die sich in Zahlen lesen lässt — CHF 1’000 für eine Einzelwette, 30 Tage mit CHF 10’000 Guthabenkauf und ein Höchstguthaben von CHF 9’999. Für den kleinen Renntipp völlig belanglos, für den grossen Einsatz ein Deckel. Und der Kombiboost krönt eine Kombination, nicht ein Einzel. Wer die Rennen ernsthaft spielt, wird oft mit zwei oder drei Rennen pro Tag und einem Einzel je Rennen besser fahren als mit einer langen Kombination. Wer allerdings im Kanton Zürich oder im Tessin wohnt und im Swisslos-Gebiet lebt, hat in der Schweiz keine Alternative, die dasselbe Register, dieselben Auszahlungswege und denselben Steuerfreibetrag bietet.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, das andere Einzugsgebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschutz und 221 Mitarbeitende. Die Zahlen sind nicht Zierde: 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen bedeuten, dass ein Wettschein im Westen der Schweiz eine Sache der Wohngemeinde bleibt und nicht des Online-Kontos. Wer lieber im Laden steht als im Browser-Fenster, wird drüben besser bedient — nur eben nicht hier. Ein Konto hier setzt Wohnsitz im eigenen Gebiet voraus.

Jouez Sport ist nicht ein zweites Angebot mit eigener Philosophie, sondern die zweite Hälfte des Schweizer Sportwettenmarkts. Der gleiche Gesetzesrahmen, die gleiche Aufsicht durch die Gespa, die gleiche Testkaufquote von 47.5 Prozent an den Verkaufsstellen: Der Befund aus der Kontrolle trifft beide Häuser, und wer einen der beiden wegen dieser Zahl verteufelt, verteufelt das System, nicht das Haus. Der praktische Unterschied zwischen Swisslos und Loterie Romande ist für den Einzelnen selten einer der Qualität und immer einer des Wohnsitzes. In den Medienberichten über Sporttip-Funktionen wie den Kombiboost oder das Cash-Out ist viel über das eine Haus zu lesen und wenig über das andere — nicht, weil dort weniger geboten wird, sondern weil das Angebot weniger sichtbar dokumentiert ist. Wer auf der Westschweizer Seite wohnt, sollte die Bedingungen bei Jouez Sport selbst aufschlagen statt sich auf die Bequemlichkeit einer Suche zu verlassen.

Urteil. Die Loterie Romande ist die einzige Option mit Bewilligung für sechs Kantone, und damit ist die Wahl bereits getroffen, sobald die Postleitzahl feststeht: Wer dort wohnt, findet die Limiten, Sperrmöglichkeiten und die Altersgrenze in derselben Rechtslage wie bei Swisslos. Was von aussen nicht mit derselben Zahlenbasis belegt ist, sind die einzelnen Spielarten und die Abwicklung einer abgesagten Wettvoraussage. Das ist kein Nachteil des Hauses, aber ein Grund mehr, die Spielbedingungen von Jouez Sport vor einer grossen Kombination selbst durchzulesen. Und weil die Adressen beider Häuser sich nicht überlappen, ist die Wahl zwischen Swisslos und Loterie Romande keine Wahl, sondern eine Wohnadresse.

Unibet: bekanntes Buch, unbekannte Aufsicht

Unibet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten anbieten, und eine im Ausland erworbene Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Für die Spielsperre ist das der härteste Einschnitt: Wer sich wegen eines Spielproblems sperren lässt, sperrt nicht gleichzeitig einen Zugang bei Unibet. Dieses Haus hängt nicht am Schweizer Sperrregister und bietet keinen Schweizer Rechtsweg; seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa kommen. Wird ein Anliegen streitig, zieht der Streit nicht nach Bern, sondern dorthin, wo das Buch seinen Sitz hat.

Was Unibet für Schweizer attraktiv macht, ist keine Spezialität des Motorsports, sondern die Bekanntheit: Wer einen Markennamen aus dem Sportsponsoring kennt und ein Konto bei einem Haus mit Schweizer Bewilligung führt, hat hier eine zweite Adresse. Für einen Renntipp auf ein Rennen in Spielberg funktioniert das. Für den Umgang mit einem Regelstreit ist es ein anderer Ort als Sporttip.

Urteil. Der Punkt, an dem Unibet verliert, ist eine Tür, die beim Sperren nicht zugeht: Wer sich bei Sporttip sperren lässt, schliesst sich auch hier nicht aus. Die Spannung des Hauses liegt in seinem Ruf als jeweils erster Kandidat, wenn ein Wettender die Schweizer Grenze überschreitet, und das ist auch der Grund, weshalb die Gespa genau diese Domains im Blick hat. Wer das Sportinteresse über den Schutzrahmen stellt, wird sich hier einrichten; wer den Rahmen nicht missen will, bleibt im Systems.

bet365: die Blendgranate auf der Sperrliste

bet365 hat keine Schweizer Bewilligung, und für dieses Haus liegt zusätzlich eine ausdrückliche Nennung vor: Swisslos nennt bet365 im Zusammenhang mit der Sperrliste. Eine auf diese Liste gesetzte Domain wird von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS gesperrt, und die Gespa nennt als Mechanik das Domain-Hopping — gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Ein Anbieter, dessen Adressen in diesem Kreislauf wandern, ist nicht dadurch verboten, dass die Domains wandern; er ist dadurch schwerer zu erreichen, und der Zugang hängt nicht an der eigenen Entscheidung.

Für einen Schweizer Wettenden heisst das konkret: kein Anschluss ans Sperrregister, kein Schweizer Recht, keine Schweizer Aufsicht — und ein Zugang, der zum politischen Gegenstand werden kann. Wer bei bet365 ein Konto führt, führt es nicht nur gegen einen Buchmacher, sondern gegen einen Markt, der hier nicht stattfinden darf.

Urteil. bet365 ist die Marke, deren Name bei jedem Schweizer Sportwettenartikel zuerst fällt und deren Domains gleichzeitig auf der Gespa-Liste landen können — das ist die ganze Spannung. Wer Sportwetten als internationales Produkt sieht, findet hier das Produkt. Wer vom Anspruch ausgeht, als Wettender in einem regulierten Rahmen und in einem Register behandelt zu werden, findet hier eine leere Stelle.

Playzilla: das Format für Freizeitspieler

Playzilla hat keine Schweizer Bewilligung. Damit gilt für diese Marke, was für alle ausländischen Anbieter auf dieser Liste gilt: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf die Sperrliste kommen. Für einen Kunden heisst das: Ein Streit über die Auszahlung wird in einer Sprache und nach einem Recht geführt, das nicht das eigene ist.

Häuser ohne Schweizer Bewilligung haben den Vorteil, dass sie sich nicht an eine Bewilligung per Spielart halten müssen. Ihr Wettprogramm ist deshalb oft breiter als die Gespa-Liste erlaubt: mehr Rennserien, mehr Nebenmärkte, mehr Exoten. Maneater wie die Bedingungen im Kleingedruckten, verwickelt und im Graubereich, sind die eigentliche Attraktion; wer sich in einem ausländischen Boden beteiligt, ist Teil einer Vereinbarung, deren Durchsetzung an einem Ort entschieden wird, an den man selbst nicht reisen will. Für einen Schweizer mit dem Anspruch, sich an das Gesetz zu halten, hat das Angebot damit einen Vorbehalt: Die Vielfalt der Märkte ist gerade der Grund, weshalb sie hier nicht stehen dürfen.

Urteil. Playzilla ist ein Kandidat für Wettende, denen das Spiel im Vordergrund steht und die den Rahmen in Kauf nehmen. Wer die breitere Marktpalette sucht, kann sie finden; wer will, dass eine Streitfrage nach Schweizer Regeln entschieden wird, verliert diesen Anspruch mit dem Klick auf das Konto.

BetLabel: ein Name im Graubereich

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung, und schon der Name macht sichtbar, wie unübersichtlich die Grenze ist. Marken mit Sitz in Ländern, deren Bewilligungen von der Schweiz nicht anerkannt werden, wachsen schnell und verschwinden auch schnell; ein Konto bei einem Haus, das in zwei Jahren unter anderem Namen auftritt, ist ein Konto ohne Adresse. Die Einordnung dieser Marke ist keine Wertung ihres Angebots, sondern der Hinweis, dass in einer Gruppe ohne Schweizer Bewilligung kein Haus mehr bewertet wird als das andere — als Vergleichsmerkmal bleibt die Bewilligung, und die ist bei allen acht dieselbe leere Zeile.

Für den Ostschweizer oder den Berner, der hier ein Konto eröffnet, ändert das nichts am einzelnen Rennergebnis. Es ändert sich nur der Ort, an dem man im Zweifel steht.

Urteil. BetLabel zählt zu den Anbietern, die aus Schweizer Sicht ein Schwarzmarktprodukt sind, auch wenn sie es nicht nennen. Ihr Konto ist so gut wie das Zahlungsnetz und die Rechtsordnung des Sitzlandes — bei einem Streitfall ist die Zahl der Ansprechpersonen in der Schweiz null. Wer nur einen einzelnen Renntipp umsetzen will und weiss, dass er nie reklamiert, kommt damit durch. Wer im Streit nicht nackt dastehen will, findet hier keinen Grund zum Wechsel.

DirectionBet: ohne Schweizer Weg

DirectionBet hat keine Schweizer Bewilligung. Das Haus teilt das Schicksal aller ausländischen Anbieter auf dieser Liste: keine Sperrregister-Verbindung, kein Schweizer Rechtsweg, Domains auf der Sperrliste möglich. Eine spezielle Eigenschaft dieser Marke gibt die Rechtslage nicht her. Deshalb steht hier nur, was für die ganze Gruppe gilt und für die Entscheidung wirklich zählt.

Die Schweizer Regeln, die man als Wettender schätzt, bekommt man im Ausland nicht mitgeliefert: die Limitenpflicht vor der ersten Wette, die Produktsperre, das schweizweite Register, die Auszahlung nur auf ein Konto auf den eigenen Namen, und das Verbot von Krediten an Spielende. Sie sind ein Paket — es lässt sich nicht einzeln mitnehmen.

Urteil. Für DirectionBet und die dieser Gruppe ist dieselbe Feststellung richtig: Das Angebot trägt keinen Schweizer Schutz, und der Kundenvorteil liegt einzig in der grösseren Marktbreite oder günstigeren Quoten. Wer die Limitenpflicht und das Register als Teil des Produktpreises versteht, muss diesen Preis hier selbst tragen. Man kann dort wetten; man kann sich nur nicht darauf verlassen, dass jemand hinsieht.

22Bet: bekannt und trotzdem ohne Bewilligung

22Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Das Haus ist unter Wettenden seit Jahren ein fester Begriff, und genau darin liegt das Problem dieser Gruppe: Bekanntheit sagt nichts über die Aufsicht. Eine Marke, die in vielen Ländern präsent ist, kann in der Schweiz trotzdem keine Bewilligung haben, und das ist bei diesem Anbieter der Fall.

Für Schweizer Wettende bedeutet das: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die kantonale Steuerpraxis kann bei ausländischen Grossspielen den Gewinn vollständig als Einkommen werten — im Kanton Thurgau unabhängig von der Höhe. Ein grosser Gewinn bei einem ausländischen Anbieter ist hier der einzige Gewinn, bei dem die Steuerfrage vor der Gewinnfreude steht.

Urteil. 22Bet verliert in diesem Vergleich keine Note wegen seiner Software, sondern wegen einer Bewilligungslücke, die sich nicht schliessen lässt. Wer das Haus trotzdem nutzt, tut es bewusst ausserhalb des Systems und sollte sein Konto so führen, dass eine Auszahlung im Streitfall nicht davon abhängt, wie schnell eine Domain wechselt.

Roobet: Crypto-Buch ohne Schweizer Aufsicht

Roobet hat keine Schweizer Bewilligung. Für eine Marke dieser Art ist die Form der Aufsicht wichtiger als das Rennergebnis: kein Anschluss an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domains können auf die Sperrliste kommen. Zusätzlich steht bei Zahlungen innerhalb des Schweizer Systems fest, was ausserhalb keineswegs selbstverständlich ist: Winnings und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt, und Kredite an Spielende sind verboten. Diese Selbstverständlichkeit fällt ausserhalb weg. Wer Käufe und Auszahlungen über Kanäle führt, die keine Namensprüfung kennen, verliert genau an der Stelle den Anspruch, die Schweizer Regelung sonst so schätzt.

Es gibt Grund für die Annahme, dass der Anspruch einer Marke an der Stelle im Produkt liegt, wo die Überprüfung fehlt: Die vereinfachte Anmeldung und die schnellen Auszahlungen sind nicht Nebenprodukte des Deutschunterrichts, sondern Funktionen, die Schweizer Bankwege umgehen.

Urteil. Roobet ist ein Beispiel für ein Umfeld, das sich selbst entzieht: Die Sicherheit, die eine Schweizer Prüfung liefert, ist in der Bestellung nicht enthalten, und Missverständnisse um eine Auszahlung lassen sich nicht vor einer Schweizer Stelle klären. Wer die freie Zahlungsform und die Unabhängigkeit von der Hausbank sucht, bekommt sie. Wer geklärt haben will, an wen er sich bei einem Auszahlungsproblem wendet, verliert diese Antwort.

GG.BET: HTTP ohne Ansprechpartner

GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung. Die Bewertung fällt damit in dieselbe Gruppe: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domains auf der Sperrliste möglich. Ein Haus ohne Schweizer Bewilligung kann auch nicht verpflichtet werden, die Schweizer Verlustlimite vor der ersten Wette einzufordern; die Sicherungen, die in der Schweiz durch die Aufsicht erzwungen werden, sind dann bloss Hausregeln — und Hausregeln ändern sich, wenn das Haus es will.

Urteil. Bei GG.BET entscheidet nicht das Layout, sondern die Frage, ob es im Streitfall überhaupt eine Tür gibt, an die man klopft. Wer ein Konto ohne Schweizer Bewilligung führt, trägt diese Frage selbst. Das ist keine Verurteilung der Marke, aber eine Tatsache über den Rahmen, in dem sie steht.

Was eine Wette auf ein Rennen tatsächlich kostet

Jede Quote trägt die Marge, und eine Marge ist nicht der Aufschlag, den ein Anbieter danebenstellt, sondern der eingebaute Anteil des Hauses an jedem Franken Umsatz. Bei Swisslos lässt sich das nicht rechnen, weil die Quoten der beiden zugelassenen Veranstalter in keiner Quelle als Zahlenreihe vorliegen — der Punkt gehört deshalb qualitativ gesagt: Jede angebotene Quote liegt unter der Quote, die dem tatsächlichen Ereignis entspricht.

Für eine Zwei-Weg-Wette lässt sich das zeigen. Bei einer Beispielquote von 1.90 auf beide Ausgänge — illustrativ, nicht als Preis eines bestimmten Rennens — ist der Auszahlungsschlüssel 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, die Marge also 0.05, also 5 Prozent. Fällt die Quote auf 1,85 je Ausgang, sinkt der Auszahlungsschlüssel auf 0’926, die Marge steigt auf 7.4 Prozent; bei 2,00 je Ausgang läge der Auszahlungsschlüssel bei 0.98 und die Marge bei 2 Prozent. Der Bereich von 2 bis 7 Prozent ist die Grössenordnung, die man im Auge behalten sollte, und die Spanne taucht in jedem Motorsportmarkt in ähnlicher Form auf.

Was heisst das für ein Rennen? Wer über ein Wochenende 200 Franken Umsatz macht, zahlt bei einer Marge von 5 Prozent im Durchschnitt 10 Franken an das Haus — nicht als Rechnung, sondern als Mittel über viele Wetten. Bei 1’000 Franken Umsatz an einem langen Rennwochenende sind es im Durchschnitt 50 Franken. Das ist kein Betrug, sondern die Kosten der Unterhaltung, und sie fallen genau dann ins Gewicht, wenn viele kleine Wetten auf denselben Renntag getippt werden.

Zwei Konsequenzen: Ein Boost auf den Nettogewinn kann eine Marge nicht dauerhaft umdrehen, weil er den Nettogewinn hebt, nicht den Erwartungswert des Ausgangs. Und eine Kombination aus fünf Rennen multipliziert die Quoten, aber auch die Marge in jeder einzelnen Zwei-Weg-Rechnung — jede zusätzliche Voraussage addiert, was das Haus verdient.

Bei einer Beispielquote von 10.00 auf einen Rennsieger wäre über viele Wiederholungen einer bestimmten Situation nichts versprochen. Es bleibt eine Quote.

Einordnung: was die Margenrechnung nicht aussagt

Die Zahlen oben sind eine Beschreibung dessen, was ein Anbieter im Preis stecken lässt. Sie sagen nicht, dass jede Wette unbeliebig ist, und sie sagen auch nichts über die Chance auf einen Gewinn. Eine Quote von 1.90 auf einen Favoriten beschreibt nur, was ausbezahlt wird.

Rechtslage, Ablauf und Frist bei Motorsport-Wetten

Online-Sportwetten fallen in der Schweiz unter die Grossspiele, geregelt im Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), und beaufsichtigt werden sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern — nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Wer die Aufsichtsbehörde sucht, findet sie in Bern; wer die Adresse mit der Bezeichnung «Eidgenössische Bankenkommission» oder mit den Casinos verbindet, sucht am falschen Ort.

Eine Rennstrecke aus der Ferne zwischen Weinbergen und einer Bergkette, Dunst liegt am frühen Morgen über dem Asphalt.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Für eine Bewilligung braucht es die Veranstalterbewilligung und die Bewilligung je Spiel, und eine schweizerische Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt deshalb keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht im Bereich Sportwetten nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr.

Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Bei Swisslos kommen mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet zusammen; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Was auf der Gespa-Liste steht und was nicht

Die zulässige Angebotspalette ist eine geschlossene Liste: die Gespa publiziert die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer Fassung mit Stand 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Die Mechanik dieser Liste ist entscheidend für die Frage, ob eine Wette auf eine Rennserie überhaupt angeboten werden darf — nicht der Motorsport als Ganzes ist zugelassen, sondern das einzelne Rennen samt Wettart.

Die Liste nennt zugleich, wo die Grenzen liegen: Qualifikationsläufe nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder auf das Podest entscheidet — und niemals Wetten auf Trainingsläufe. Was für den Motorsport besonders gilt: Es gibt auf der Liste keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Esports-Rubrik. Wer also in einem ausländischen Buchprogramm einen Markt findet, der in der Schweiz für ein Rennen auf der Liste nicht steht, hat nicht eine verpasste Chance gefunden, sondern den Unterschied zwischen einem zugelassenen und einem nicht zugelassenen Angebot.

Daneben stehen die Rahmenbedingungen, die den Sport selbst betreffen: Nur Sportwetten sind erlaubt, Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Bei Events, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, ist ein Angebot ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat.

Wer wissen will, ob ein bestimmtes Rennen in einem zugelassenen Angebot auftauchen darf, geht also nicht von der Rennserie aus, sondern von der Liste: erst das Rennen, dann die Wettart.

Steuern, Auszahlung und der Freibetrag nach Kanton

Gewinne aus schweizerisch erlaubten Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Dieser Freibetrag beträgt auf Bundesebene CHF 1’071’000 ab 1.1.2026, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Der kantonale Freibetrag weicht ab, und deshalb steht hier «je nach Kanton» und nicht eine einzelne kantonale Zahl. Für einen normalen Wettenden bleibt die Sache einfach: Ein einzelner Gewinn liegt weit unter dieser Schwelle, also fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht.

Das müssen Sie wissen, wenn Sie grosse Summen gewinnen. Bei einem ausländischen Anbieter gibt es keine Verrechnungssteuer — aber die kantonale Praxis kann den Gewinn als vollständig steuerbares Einkommen behandeln; der Kanton Thurgau tut das bei ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe. Der Steuerfreibetrag, der die Schweizer Gewinne bis fast eine Million schützt, ist beim ausländischen Anbieter also kein automatischer Bestandteil. Wer das nicht trennt, verwechselt zwei verschiedene Steuerfolgen. Für die eigene Situation bleibt der Hinweis: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Bezahlt wird ausschliesslich auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers — anonyme oder Krypto-Auszahlungen sind im bewilligten Schweizer Sportwettenmarkt nicht vorgesehen, und Kredite an Spielende sind verboten. Bei Swisslos kommt hinzu: zweimal im Jahr kostenlos, danach möglicherweise 3 Prozent Kommission, Überweisung innert 5 bis 10 Arbeitstagen, Gratisspielguthaben aus Promotionen nicht auszahlbar.

Was die ausländischen Anbieter tun dürfen — und was das für Sie heisst

Eine im Ausland erworbene Bewilligung, ob Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land, hat in der Schweiz keine Kraft. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten, ist eine Straftat: bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spieler wird nach Angaben des Bundesamts für Justiz nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle.

Blockiert wird über die Domains. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Eine gesperrte Domain ist innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt das Domain-Hopping. Damit ist klar, was ausländische Anbieter im Schweizer Markt sind: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss ans Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg, und ihre Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar. Die ehrliche Gegenrechnung: Die bewilligten Häuser bieten vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzpflicht und eine Ausweisprüfung. Keine der beiden Seiten ist per se «die sichere Wahl».

Was heikel bleibt und worüber niemand hinwegsieht: Die Schweizer Regelung schützt, aber sie schützt nicht automatisch. Die Testkaufquote von 47.5 Prozent betrifft eine Kontrolle in der Schweiz, an Schweizer Verkaufsstellen — deshalb ist die Wahl eines bewilligten Hauses der Anfang und nicht das Ende des Schutzes.

Wo die Wege sich trennen: eine Zuordnung

Wer in der Schweiz auf Motorsport setzen will, hat am Ende genau drei Ausgänge und keinen vierten. Der erste ist Swisslos Sporttip für alle, die im Vertragsgebiet aus den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein wohnen: volle Schweizer Aufsicht, Verlustlimiten vor der ersten Wette, schweizweites Sperrregister, Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, Einzelgewinne bis CHF 1’071’000 auf Bundesebene steuerfrei. Der Preis ist der Rahmen: CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzelwette, ein Höchstguthaben von CHF 9’999 und eine Angebotspalette, die auf der Gespa-Liste steht.

Der zweite Ausgang ist die Loterie Romande für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Dieselben Vorteile, dasselbe Recht, nur ein anderes Gebiet und ein anderes Haus. Wer die 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz nutzt, wählt den Weg über den Schalter; wer das Online-Konto vorzieht, denselben Rahmen ohne Schalter.

Der dritte Ausgang ist die Gruppe der ausländischen Anbieter, von Unibet bis GG.BET. Für sie spricht, dass dort Rennserien und Wettarten zu finden sind, die auf der geschlossenen Schweizer Liste fehlen, weil ein Haus ohne Schweizer Bewilligung sie nicht einhalten muss. Was dagegen steht, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Eine Auszahlung lässt sich nicht vor der Gespa reklamieren. Das ist keine Warnung, sondern eine Eigenschaft.

Die Wahl ist damit die zwischen dem vollen Schweizer Rahmen mit allen Kosten und Grenzen sowie der grösseren Marktbreite ausserhalb. Wer im lizenzierten System bleibt, muss die engeren Limiten akzeptieren; wer den Ausweg nimmt, nimmt die Steuerfrage und das fehlende Register mit.

Häufige Fragen zu Motorsport-Wetten in der Schweiz

Ist es in der Schweiz erlaubt, auf Motorsport zu wetten, und bei wem?

Ja, wenn das Rennen samt Wettart auf der Gespa-Liste steht. Sportwetten dürfen hier nur die zwei konzessionierten Veranstalterinnen anbieten: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Jede bedient nur ihr eigenes Gebiet, und ein Online-Konto setzt Wohnsitz in diesem Gebiet voraus.

Welche Rennserien und Wettarten stehen in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportwetten?

Die Liste führt die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer Fassung mit Stand 10.09.2026. Entscheidend ist die einzelne Kombination aus Rennen und Wettart: Qualifikationsläufe, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten nur, wo ausdrücklich aufgeführt, Trainingsläufe nie. Eine Esports-Rubrik fehlt ganz.

Wie ergibt sich der Gewinnbetrag, und wie wird bei Kombinationen gerechnet?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote; bei einer Kombination mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Sporttip rundet zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Abgesagte und nicht nachgeholte Voraussagen gehen mit Quote 1.00 in die Kombination ein.

Was geschieht mit einer Wette, wenn ein Rennen abgesagt oder verschoben wird?

Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00 — die übrigen Voraussagen bleiben in Kraft.

Wie wirken Verlustlimiten und die Spielsperre, und wer darf sich registrieren?

Registrieren darf sich, wer mindestens 18 Jahre alt ist, im Vertragsgebiet wohnt und nicht gesperrt ist; jede Person nur einmal. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind vor der ersten Teilnahme zu setzen. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und was bedeutet der Steuerfreibetrag je nach Kanton?

Gewinne aus erlaubten Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei — auf Bundesebene CHF 1’071’000 ab 1.1.2026. Der kantonale Freibetrag weicht ab. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Ausländische Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar; im Kanton Thurgau vollständig, unabhängig von der Höhe.

Inhalt erstellt vom Team «erstligawetten.com»