Online Serie A Wetten in der Schweiz — zwei Bewilligungen, zehn Namen und die Frage, was am Ende übrig bleibt
Eine Wette auf Inter gegen Juventus sieht überall gleich aus. Zwei Zahlen, ein Wettschein, ein Ergebnis. Was sich unterscheidet, ist der Rahmen, in dem diese Zahlen stehen — und in der Schweiz ist dieser Rahmen enger als in fast jedem anderen europäischen Land. Wer hier auf die italienische Liga setzen will, hat genau zwei Adressen zur Auswahl, beide gehören den Kantonen, beide haben ein definiertes Vertragsgebiet, und beide arbeiten mit einem Wettangebot, das die Gespa genehmigt hat. Alles andere, was ein Schweizer Browser aufrufen kann, trägt keine hiesige Bewilligung.

Das ist keine Nebenbemerkung. Es ist der wichtigste Satz dieser Seite, weil er jede andere Entscheidung vorwegnimmt: die Frage nach der Höhe einer Quote stellt sich erst, nachdem die Frage nach dem Anbieter beantwortet ist. Und die Antwort auf die zweite Frage ist in der Schweiz eine Zahl — zwei.
Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben sind gegen die Gespa-Liste der bewilligten Veranstalter und die interkantonale Geldspielaufsicht geprüft.
Der Vergleich: zehn Namen, zwei Bewilligungen und ein leeres Feld in der Mitte
Wer «Serie A wetten» sucht, bekommt Trefferlisten, in denen sich Schweizer und ausländische Marken mischen. Die Reihenfolge dieser Listen folgt selten dem, was in der Schweiz erlaubt ist, und fast nie dem, was eine Wette tatsächlich kostet.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft), Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Produkt Jouez Sport |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| IviBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| BassBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| Sportuna | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| BillyBets | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| BetAlright | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| myBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz |
Die Spalte in der Mitte ist die einzige, die zählt, und sie hat nur zwei Einträge, die etwas versprechen. Die unteren acht Zeilen sind für den Vergleich trotzdem nützlich, denn sie erklären, warum die Suche nach einem «besseren» Anbieter in der Schweiz so schnell an eine Wand läuft: Es gibt keinen dritten Veranstalter. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und daran ändert auch eine ausländische Bewilligung nichts.
Was auf der Strecke bleibt, wenn man die Liste so liest: die Bequemlichkeit. Zwei Anbieter heisst zwei Konten, zwei Registrierungswege und zwei Vertragsgebiete, die nicht überlappen. Wer in Zürich wohnt, kommt bei Jouez Sport nicht durch die Online-Registrierung. Wer in Genf wohnt, kommt bei Sporttip nicht durch. Das ist kein technischer Fehler, sondern die Konstruktion des Systems, und es ist der Punkt, an dem die Schweiz für Wettende unbequemer, aber berechenbarer ist als der Rest des Marktes.
Wichtiger als jede Quote im Vergleich ist die Frage, wem das Geld gehört, das verloren geht. Bei Swisslos gingen aus dem Geschäftsjahr 2025 CHF 562 Mio. Reingewinn an die kantonalen Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Wer hier verliert, verliert an eine Genossenschaft, die das Geld anschliessend in Sport und Kultur verteilt. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung verliert, verliert an eine Gesellschaft mit Sitz und Gerichtsstand irgendwo sonst. Das ist die nüchterne Fassung des Begriffs «verantwortungsvoll»: Es beschreibt nicht, wie sich eine Seite anfühlt, sondern wohin die Differenz wandert.
Was das Vergleichsfeld offenlässt
Bei den acht Marken ohne Schweizer Bewilligung steht in der Tabelle nichts über Quoten, Limiten oder Auszahlungszeiten — und das bleibt so. Ein Vergleich auf Kennzahlen, die von der einen Seite belegt sind und von der anderen nicht, wäre eine Rechnung mit acht Unbekannten. Was sich festhalten lässt, ist unabhängig davon der Status: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Und ein Umstand, der regelmässig unterschlagen wird — eine gesperrte Domain ist innerhalb von Stunden durch eine neue ersetzt, weshalb die Zugangssperre der Gespa, deren erste Liste auf den 3. September 2019 zurückgeht und die Ende 2025 671 Domains umfasste, eine Verzögerung erzeugt und keine Mauer.
Wer den Vergleich fortsetzen will, tut das am besten an einer einzigen Zahl: dem Auszahlungsschlüssel des Marktes, auf den er setzen will. Der ist bei jedem Anbieter ausrechenbar, sobald die Quoten auf dem Bildschirm stehen. Wie das geht, steht im Abschnitt «Wettarten und Quoten: Wo die Marge sitzt und was sie den Leser kostet».
Grundlagen: Was die Serie A ist und warum die Liga selbst das Wettangebot formt
Die italienische Liga ist kein austauschbarer Hintergrund für einen Wettschein. Ihre Grösse, ihr Rhythmus und ihre Abstiegsregeln bestimmen, wie viele Märkte es gibt, wie oft Gelegenheit zum Setzen besteht und wie lange ein Langzeitmarkt läuft.

Seit der Saison 2004/05 spielt die Serie A mit 20 Vereinen, zuvor waren es 18. Jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel, die Saison läuft von Ende August bis Ende Mai. Der Rahmen ist damit so gebaut, dass jede Mannschaft gegen jede andere zweimal antritt, einmal zu Hause und einmal auswärts. Für Wettende bedeutet das ein konstantes Angebot über neun Monate und ein Ende, das nicht verhandelbar ist: Die Saison 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026, Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten.
Diese 87 Punkte sind mehr als eine Fussnote. Sie sind der Endstand eines Marktes, den viele Wettende über die ganze Saison halten — der Meisterwette — und sie zeigen, wie früh solche Märkte entschieden sein können. Wer im Herbst auf einen anderen Verein setzt, hält eine Position, die über Monate bewertet wird und deren Wert sich nicht nach jedem Spieltag linear bewegt. Genau deshalb ist die Marge in solchen Märkten das eigentliche Thema, nicht die Höhe der Quote.
Am unteren Ende ist die Liga seit jeher streng: Die letzten drei Mannschaften steigen in die Serie B ab, im Gegenzug kommen die beiden Besten der Serie B hoch und der Sieger der Play-offs der Plätze 3 bis 6. Aus der abgelaufenen Saison traf es US Cremonese mit 34 Punkten, Hellas Verona mit 21 und Pisa SC mit 18. Diese Zahlen lesen sich wie eine Tabelle und sind in Wahrheit eine Warnung für jeden Abstiegsmarkt: Zwischen dem 18. und dem 15. Platz liegen oft wenige Punkte, und die Quoten auf den Abstieg bewegen sich entsprechend sprunghaft, weil ein einziges Wochenende drei Vereine gleichzeitig verschieben kann.
Bei Punktgleichheit entscheidet in Italien der direkte Vergleich; Entscheidungsspiele gab es bis zur Saison 2005/06. Für den Wettschein ist das kein Detail, sondern eine Bedingung: Ein Markt auf die Platzierung eines Vereins wird nicht nach einem Nachholspiel entschieden, sondern nach einer Regel, die man kennen muss, bevor man sie bezahlt.
Die Serie selbst ist alt. Die erste italienische Meisterschaft wurde 1898 ausgetragen, den ersten Titel gewann der CFC Genua. Den Namen Serie A trägt die Liga seit der Reform von 1946, mit der die Lega Calcio entstand. Organisiert wird sie heute von der Lega Nazionale Professionisti Serie A, einer Untereinheit des italienischen Fussballverbands FIGC. Rekordmeister ist Juventus Turin mit 36 Titeln, gefolgt von Inter Mailand mit 21 und dem AC Mailand mit 19. Wer «Meisterwetten Serie A» liest und dabei an einen offenen Wettbewerb denkt, sollte diese Zahlen im Kopf behalten: Drei Vereine tragen den grössten Teil der Titel, und die Quoten auf einen vierten Meister sind nicht deshalb hoch, weil die Buchmacher vorsichtig sind, sondern weil die Vergangenheit eindeutig ist.
Rechtslage: Zwei Bewilligungen, ein geschlossener Katalog und die Grenze zum Ausland
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; die Eisenbahn- und Schifffahrtsbehörde ist hier nicht zuständig, sie betreut nur Casinos. Eine Bewilligung braucht zwei Teile — eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel — und sie gilt nur in der Schweiz.

Und sie ist begrenzt. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei festgelegt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Die Vertragsgebiete sind getrennt und decken die Schweiz nicht gemeinsam ab. Sporttip läuft in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, zusätzlich im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt eine Kontaktadresse in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Für ein Online-Konto ist Wohnsitz in der Schweiz verlangt, in der Praxis zusätzlich im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Ein Konto bei beiden ist möglich, wenn man im Grenzgebiet wohnt; sonst bleibt es bei einem.
Das ist der erste Kostenpunkt, und er ist unbequem: Nicht jeder Schweizer kann jeden der beiden Anbieter nutzen. Wer in Lausanne wohnt und zu Swisslos will, scheitert an der Registrierung, nicht an der Quote.
Was überhaupt gewettet werden darf
Der erlaubte Katalog ist keine offene Fläche. Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf das Geldspielgesetz und die Verordnung. Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie dort aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Eckball- und Kartenmärkte finden sich nicht, eine Esport-Sektion ebenfalls nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Der praktische Effekt auf einen Serie-A-Wettschein: Die gängigen Märkte — Ausgang, Handicap, Torzahl — sind da, europaweit beliebte Spezialitäten wie die Anzahl der Eckbälle fehlen. Wer aus Gewohnheit nach einem Markt sucht, den er von einem ausländischen Anbieter kennt, findet ihn bei Swisslos oder Jouez Sport unter Umständen nicht, und das ist keine Lücke im Sortiment, sondern die Grenze des Katalogs. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das Gesetz schreibt keine bestimmten Live-Märkte vor.
Wer hier die falsche Erwartung hatte, verliert nicht Geld, sondern Zeit. Das ist die günstigere Variante eines Missverständnisses.
Wer keine Schweizer Bewilligung hat
Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es existiert kein Schutz- und Fairplay-Mechanismus. Blockiert wird über die Sperrliste der Gespa, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren; die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste.
Für Werbung gilt eine eigene Regel, und sie ist der Grund, warum diese Seite beschreibt und nicht empfiehlt: Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht. Werbung darf zudem nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.
Die ehrliche Formulierung der Alternative lautet: legal heisst nicht automatisch besser. Wer über einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keine Verbindung zum Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und — je nach Kanton — eine Steuerfrage, die man sich selbst beantworten muss. Wer bei Swisslos oder der Loterie Romande spielt, hat vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Anbieter, einen geschlossenen Katalog, eine Wohnsitzhürde und eine Identitätsprüfung. Beide Wege kosten etwas. Dieser Text empfiehlt keinen davon, weil die Kosten auf beiden Seiten liegen und die Wahl davon abhängt, was der Einzelne höher gewichtet.
Spielerschutz: Verlustlimiten, Sperren und die 47,5 Prozent
Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese 72 Stunden sind der interessanteste Teil des ganzen Mechanismus. Wer nach einem schlechten Abend seine Limite erhöhen will, kann das nicht am nächsten Morgen. Das Gesetz verlangt 24 Stunden, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 an — drei Tage, in denen die Entscheidung, die man ändern möchte, noch dieselbe ist. Ob das eine vernünftige Bremse ist oder eine Bevormundung, hängt davon ab, wie der Einzelne auf Verluste reagiert. Wer in dieser Nacht den Wettschein nachbessern will, wird die Regel hassen. Wer sie einmal gebraucht hat, nicht.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle; eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Rechtlich ist der Rahmen sauber. Und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die Umsetzung an der Front. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Verkaufspunkt als Schutzschild beschreibt, beschreibt ihn falsch.
Ein zweiter Punkt, der oft falsch dargestellt wird: Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze beziehungsweise Verluste verlangen, aber eine staatlich fixierte Einzahlungslimite gibt es in der Schweiz nicht. Jede Zahl, die man in diesem Bereich liest, ist entweder eine Betreibergrenze oder eine selbst gesetzte.
Bei der Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist die Regel, nicht die Ausnahme.
Auszahlung nur auf das eigene Konto
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredit an Spielende wird nicht gewährt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht nur in seinen eigenen Bedingungen. Anders als in manchen Nachbarländern gibt es in der Schweiz zudem kein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an unerlaubte Wettseiten blockieren — wer das Gegenteil liest, liest eine Mär.
Wer wissen will, was eine Auszahlung im Ernstfall bedeutet, prüft genau diesen Punkt zuerst. Nicht die Wartezeit, sondern ob das Geld überhaupt auf das Konto passt, auf dem es ankommen soll.
Prognosen und Strategie: Wie eine Einschätzung entsteht und warum sie keine Zusage ist
Tipps zur Serie A gibt es reichlich, und fast alle sind freundlich formuliert. «Beste Serie-A-Tipps heute» klingt nach einem Service, ist aber eine Meinung mit Datum. Der ehrliche Teil der Arbeit besteht darin, auseinanderzuhalten, was eine Prognose ist und was eine Zusage wäre — und das ist niemals eine Zusage.
Eine Einschätzung entsteht aus drei Zutaten: Form, Tabellenlage und Quote. Die Form sagt, wie ein Verein in den letzten Wochen gespielt hat; die Tabellenlage sagt, worum es in diesem Spiel geht, ob ein Spitzenverein unter Druck steht oder eine Mannschaft im Mittelfeld nichts mehr zu verlieren hat; die Quote sagt, was der Markt glaubt, und sie ist die einzige der drei Zutaten, die bereits mit einer Marge belastet ist. Wer nur die ersten beiden liest und die dritte für eine Bestätigung hält, liest die Reihenfolge falsch.
Die italienische Liga liefert dafür ein sehr konkretes Beispiel aus der abgelaufenen Saison. Lautaro Martínez von Inter Mailand wurde mit 17 Toren Torschützenkönig. Diese Zahl sagt nichts über das nächste Spiel, aber sie sagt etwas über die Märkte, die um sie herum gebaut werden: Torschützenwetten, Torzahlwetten, Handicaps. Wer auf ein Ergebnis setzt, ohne zu wissen, wie die Tore eines Vereins verteilt sind, hat die halbe Grundlage nicht.
Was eine gute Begründung nicht leistet, ist die Absicherung des Ergebnisses. Ein einzelnes Spiel kann durch einen Platzverweis in der 20. Minute entschieden werden, und keine Formkurve fängt das auf. Genau an dieser Stelle verliert ein Text seine Glaubwürdigkeit, wenn er den Ton einer Anlageempfehlung annimmt. Sportwetten sind kein Einkommen. Auch eine Einschätzung, für die man drei Absätze lang sauber argumentiert hat, bleibt ein Vorgang mit einem Erwartungswert unter dem Einsatz — siehe die Marge.
Und weil das so ist, ist der praktische Ratschlag zu Tipps ein bescheidener: Behandle einen Tipp wie einen Vorschlag, prüfe ihn an der Tabelle und an der Quote, und entscheide dann, ob die Quote den Vorschlag überhaupt bezahlt. Eine Prognose, die richtig ist und eine zu tiefe Quote gebietet, bringt nichts ein.
Wettarten und Quoten: Wo die Marge sitzt und was sie den Leser kostet
Die drei Grundformen sind schnell benannt. Die Einzelwette setzt auf eine einzige Voraussage. Die Kombiwette verbindet mehrere Voraussagen zu einem Wettschein, und die Quoten multiplizieren sich zu einem Preis. Die Langzeitwette läuft über Wochen oder Monate — der Meister der Serie A ist das klassische Beispiel — und bindet den Einsatz für die gesamte Laufzeit.
Die Marge ist der Teil, den das Marketing nicht erwähnt. Sie steckt in jeder Quote, und man kann sie selbst ausrechnen: Man nimmt den Kehrwert jeder Quote eines Marktes, addiert sie und erhält den Auszahlungsschlüssel; die Differenz zu 100 Prozent ist die Marge.
Nehmen wir einen einfachen 1X2-Markt mit Quoten von 2.10, 3.40 und 3.60 — ein Rechenbeispiel, keine gestellte Quote. Die Kehrwerte sind rund 0,476, rund 0,294 und rund 0,278; zusammen ergeben sie rund 1,048. Der Auszahlungsschlüssel liegt damit bei etwa 95,4 Prozent, die Marge bei etwa 4,6 Prozent.
Die 4,6 Prozent sind kein Vorwurf, sondern eine Tatsache mit einer Adresse. Bei einem ausgeglichenen Spiel über zwei Favoriten hinweg kann die Marge niedriger ausfallen, bei einem klaren Favoriten mit einer schwer zu bepreisenden Aussenseiterquote höher — deshalb ist die Zahl eine Spanne mit Bedingung und kein fester Wert. Was der Leser daraus mitnimmt: Von jedem Franken, der auf diesem Markt insgesamt eingesetzt wird, zahlt der Markt rund 95 Rappen zurück. Die fünf Rappen sind der Preis dafür, dass überhaupt eine Wette möglich ist, und sie sind unabhängig davon, ob die Wette gewinnt.
Warum das bei Langzeitwetten mehr ins Gewicht fällt als bei Einzelwetten: Bei einer Meisterwette hält der Wettende seinen Einsatz über eine ganze Saison, während der Veranstalter die Marge schon beim Abschluss einbehalten hat. Bei jeder Zwischenbewertung — etwa einem Cash-Out im Januar — liegt die Position nicht nur an der falschen Stelle in der Tabelle, sondern trägt zusätzlich den Preis des Ausstiegs. Das ist der Grund, warum Cash-Out bei Swisslos tiefer ausfällt als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, vom Stand der Sportveranstaltungen abhängt, jederzeit geändert werden kann und nicht für jede Wette angeboten werden muss. Es ist kein Service, es ist ein Handel.
Diese Rechnung lässt sich auf jeden Markt übertragen. Wer die Quoten eines Spiels auf dem Bildschirm hat, addiert drei Kehrwerte und weiss in zehn Sekunden, was der Markt kostet. Wer das tut, hört auf, Quoten nach ihrer Höhe zu vergleichen, und fängt an, Märkte nach ihrer Marge zu vergleichen. Das ist der einzige Quotenvergleich, der für den Erwartungswert relevant ist.
Reguläre Spielzeit und die Märkte, die daran hängen
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, beim Fussball etwa 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Der Unterschied zwischen «Nachspielzeit zählt» und «Verlängerung zählt nicht» entscheidet mehr Wetten, als man denkt. Ein Tor in der 94. Minute zählt; ein Tor in der 121. Minute zählt bei einer normalen 1X2-Wette nicht. Wer diese Grenze nicht kennt, führt Streitfälle, die keine sind, und zahlt den Preis für einen Markt, den er nicht gelesen hat.
Cash-Out und Livewetten: die Regeln, die selten jemand liest
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer zweimal verkaufen will, kann das nicht.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn nicht.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für den Wettenden ist das kein Verlust des Einsatzes, aber das Ende des Plans.
Wer zwei dieser vier Regeln kennt — die Nachspielzeit, das volle Cash-Out, das Regime bei Livewetten und die Abhängigkeitsregel — vermeidet die meisten Überraschungen, die einem Schweizer Wettschein widerfahren können.
Quotenboosts und Kombiboosts
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Kombiboost gilt nur online — Prematch, Live, Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.
Die Stufen sind psychologisch gebaut, und sie funktionieren. Vier Voraussagen klingen machbar, zehn klingen wie ein Ziel. Der Sprung von 5 auf 20 Prozent sieht nach dem vierten Spiel aus wie eine freundliche Einladung, die fünfte und sechste und siebte Voraussage dazuzunehmen. Rechnerisch ist er das Gegenteil: Jede zusätzliche Voraussage ist eine zusätzliche Gelegenheit, die ganze Kombination zu verlieren, und der Boost erhöht den Nettogewinn einer Position, die wahrscheinlicher nie entsteht. Bei vier Voraussagen mit Quote 1.50 tragen alle vier zusammen einen Anteil des Risikos, den der Bonus von 5 Prozent nicht aufwiegt. Der Boost ist am wertvollsten für den, der ihn nicht braucht.
Ein Wort zu «Gratiswetten» und «Gratisspielguthaben»: Solche Angebote brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 gab es 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Wer ein solches Angebot nutzt, sollte die Bedingungen im Original lesen: Beträge und Konditionen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters, und ein nicht zurückgezahlter Einsatz ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Sport und Wettbewerbe: der Spielplan als Kostenplan
Die Serie A läuft von Ende August bis Ende Mai, mit 38 Spieltagen pro Verein im Hin- und Rückspiel und 20 Vereinen seit der Saison 2004/05. Für einen Wettenden ist dieser Kalender eine Kostenstruktur. Es gibt keine Pause ausser im Winter, es gibt englische Wochen, und es gibt Phasen, in denen ein Verein innerhalb von acht Tagen dreimal antritt.
Wer das ernst nimmt, plant in Blöcken und nicht in Abenden. Die Phase nach der Winterpause, in der mehrere Teams mit verletzten Spielern antreten, ist eine andere als der Herbst. Und die letzten fünf Spieltage sind eine andere Liga: Abstiegskampf und Meisterkampf laufen parallel, die Tabellenlage kippt von Spieltag zu Spieltag, und die Quoten reagieren schneller als jede Formanalyse.
Das Auf- und Abstiegssystem setzt dem Markt ein Ende, das man planen kann. Die letzten drei steigen ab, die beiden Besten der Serie B kommen hoch, dazu der Sieger der Play-offs der Plätze 3 bis 6. Aus der abgelaufenen Saison sind US Cremonese mit 34 Punkten, Hellas Verona mit 21 und Pisa SC mit 18 abgestiegen. Wer einen Langzeitmarkt auf den Abstieg hält, hält ihn in Wahrheit auf drei Positionen gleichzeitig, und die Quoten auf ein einzelnes Team bewegen sich mit der Konkurrenz der anderen beiden, nicht nur mit der eigenen Form.
Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich. Entscheidungsspiele gab es bis zur Saison 2005/06 — eine Möglichkeit, die es heute nicht mehr gibt. Für Platzierungs- und Meisterwetten ist das keine akademische Regel, sondern die Frage, welches Ergebnis überhaupt zählt, wenn zwei Vereine am letzten Spieltag punktgleich sind.
Die Vereinsgeschichte ist der Hintergrund, vor dem diese Märkte bepreist werden. Rekordmeister Juventus Turin steht bei 36 Titeln, Inter Mailand bei 21, der AC Mailand bei 19. Inter hat die Saison 2025/26 mit 87 Punkten abgeschlossen; Lautaro Martínez wurde mit 17 Toren Torschützenkönig. Den Namen Serie A trägt die Liga seit der Reform von 1946, die erste italienische Meisterschaft wurde 1898 ausgetragen und vom CFC Genua gewonnen. Wer die Wahrscheinlichkeiten dieser Liga einschätzen will, muss wissen, dass der Titel über weite Strecken eine Angelegenheit von drei Vereinen war.
Die bewilligten Veranstalter im Detail
Swisslos Sporttip: die Basler Genossenschaft mit dem grössten Vertragsgebiet
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa.
Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Es ist das grössere der beiden Gebiete, aber es ist nicht die Schweiz. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, kommt für ein Online-Konto nicht in Frage.
Beim Einsatz ist die Spanne klar geregelt: CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Diese Limiten sind Betreiberbedingungen, keine gesetzlichen Zahlen; Swisslos kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Das ist die Grenze, die den Charakter dieses Anbieters am besten zeigt. Wer CHF 1’000 auf ein Einzelspiel setzen will, kann das; wer in Serie setzen will, stösst früher an, als ihm lieb ist. Und wer sich bei einem Live-Spiel zu einem Nachschlag entscheidet, muss mit der Limite rechnen, nicht mit der Quote.
Der Spielerschutz ist bei Swisslos das ausführlichste Kapitel. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind Pflicht, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre landet im schweizweiten Register.
Der Beitrag an die Öffentlichkeit ist bezifferbar. Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang ist bemerkenswert und wird selten erwähnt: Das Sportwettengeschäft der grössten Schweizer Veranstalterin ist geschrumpft.
Das Urteil: Swisslos ist der Anbieter für den, der die längste Liste an Schutzmechanismen und das grösste Vertragsgebiet will und mit einem geschlossenen Marktkatalog und einer Einzelwetten-Limite von CHF 1’000 leben kann. Für kleine Einsätze ist die Untergrenze von CHF 1 kaum eine Hürde; für jemanden, der grosse Einzelpositionen gewohnt ist, ist sie die entscheidende Zahl.
Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Veranstalterin mit sechs Kantonen
Die Loterie Romande ist eine Société de la Loterie de la Suisse Romande und veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungsgrundlage ist dieselbe wie bei Swisslos: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa.
Die Struktur ist der eigentliche Unterschied. Sporttip hat ein grosses Gebiet und viele deutschsprachige Kantone; Jouez Sport hat sechs Kantone und ein dichtes Netz an Verkaufsstellen. Wer in der Westschweiz wohnt, hat hier den kürzeren Weg und die einzige legale Online-Option; wer ausserhalb wohnt, hat hier gar keine Option. Aus Schweizer Sicht ist die Loterie Romande damit kein «zweiter Anbieter» im üblichen Sinn, sondern die regionale Veranstalterin der Westschweiz.
Die Verkaufsstellen sind für die Kostenrechnung relevant, weil sie den Weg zum Wettschein verändern. 2’350 Stellen in sechs Kantonen bedeuten kurze Wege für den, der nicht online setzen will — und sie bedeuten gleichzeitig, dass die Kontrolle am Tresen liegt, an dem die Gespa 2025 in 47,5 Prozent von 200 Testkäufen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft bekam. Wer den persönlichen Verkauf als kontrollierter ansieht, sollte diese Zahl kennen.
Für die Steuer- und Auszahlungsseite gelten die allgemeinen Regeln des bewilligten Schweizer Angebots: Auszahlung nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers, kein Kredit an Spielende, Limiten nach den eigenen Bedingungen des Veranstalters, Sperren über das schweizweite Register.
Das Urteil: Jouez Sport ist die einzige legale Online-Adresse für Wettende in der Westschweiz, und allein diese Tatsache macht die Bewertung einfach. Der Vergleich mit Swisslos fällt nicht über Quoten oder Sortiment, sondern über die Frage, ob man das eigene Konto lieber bei einer Genossenschaft mit Verkaufsstellennetz oder bei einer Veranstalterin mit demselben rechtlichen Rahmen und einem regionalen Publikum führt. Wer die Wahl hat, wählt nach Wohnsitz; wer sie nicht hat, hat sie nicht.
Marken ohne Schweizer Bewilligung im Vergleich
Die folgenden acht Marken sind in Suchtreffern und Werbeeinblendungen präsent und werden hier beschrieben, weil Schweizer Wettende ihnen begegnen. Keine von ihnen hat eine Schweizer Bewilligung; die Schweiz kennt nur zwei Veranstalterinnen. Eine Bewilligung aus einem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung, und die jeweilige Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von den Telekommunikationsanbietern per DNS gesperrt werden. Eine Beschreibung ist keine Empfehlung, und keine Aussage auf dieser Seite macht eine dieser Marken in der Schweiz legal oder sicher.
22Bet: der Name, der in fast jeder Trefferliste oben steht
22Bet ist eine der Marken, die Schweizer bei der Suche nach Sportwetten am häufigsten sehen. Eine Schweizer Bewilligung hat das Haus nicht; die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hat in der Schweiz ohnehin keine Geltung. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg.
Wer diese Marke in Erwägung zieht, sollte die Grösse der Sichtbarkeit nicht mit der Grösse der Absicherung verwechseln. Ein Name, der oben in Trefferlisten steht, steht dort wegen Werbung, nicht wegen einer Aufsicht.
Das Urteil: Für einen Schweizer Wettenden bleibt der Unterschied zu den beiden bewilligten Veranstaltern strukturell und nicht graduell. Was fehlt, ist nicht ein paar Prozent Marge, sondern der gesamte Rechtsrahmen, der bei einer Streitigkeit greift.
IviBet: breites Sortiment, dieselbe Lücke
IviBet tritt mit einem umfangreichen Angebot auf, das über Fussball deutlich hinausgeht. Eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor; die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und entfaltet hier keine Wirkung, es besteht keine Anbindung an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg.
Ein breites Sortiment ist in der Schweiz kein Vorteil, den man ausspielen könnte, weil der zugelassene Katalog ohnehin geschlossen ist. Wer auf Märkte ausweicht, die es hier nicht gibt, tauscht sie gegen den Schutz ein, der hier gilt. Das ist ein Handel mit zwei Seiten, und die zweite Seite steht in keiner Quote.
Das Urteil: Wer ausdrücklich Märkte sucht, die der Schweizer Katalog nicht führt, findet sie hier — und bezahlt dafür mit dem Verzicht auf jede Schweizer Kontrolle im Streitfall.
BassBet: ein Name, ein Status
BassBet gehört zu den Marken ohne Schweizer Bewilligung, mit nicht festgestellter gemeldeter Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz, ohne Verbindung zum Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Das Urteil: Es gibt an dieser Marke nichts, was sich gegenüber den beiden bewilligten Veranstaltern in Schweizer Franken messen liesse — was bleibt, ist die Frage, ob man einen Schweizer Rechtsweg aufgeben will, um sie zu nutzen.
Sportuna: Sichtbarkeit ohne Bewilligung
Sportuna erscheint regelmässig in Vergleichen und Anzeigen. Eine Schweizer Bewilligung fehlt, die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und gilt hier nicht; das Sperrregister kennt die Marke nicht, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.
Die Sperrliste der Gespa bedeutet für solche Domains eine Verzögerung, keine Abschottung. Eine gesperrte Adresse wird innerhalb von Stunden ersetzt. Wer glaubt, das Verbot halte ihn fern, glaubt an eine Mauer, wo eine Drehtür steht.
Das Urteil: Die relevante Frage ist nicht, was diese Marke bietet, sondern was ein Schweizer Wettender verliert, wenn die Auszahlung stockt — nämlich jede Stelle, bei der er sich beschweren könnte.
Rollbit: Krypto-Umfeld und die Schweizer Auszahlungsregel
Rollbit ist im Umfeld von Krypto- und Casino-Angeboten bekannt. Eine Schweizer Bewilligung hat die Marke nicht, die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und es besteht weder Anbindung an das Sperrregister noch ein Schweizer Rechtsweg.
An dieser Stelle lohnt ein genauer Blick auf eine Regel des bewilligten Schweizer Angebots: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren in diesem Rahmen nicht. Wer genau das sucht, sucht etwas, das die Schweizer Bewilligung ausschliesst.
Das Urteil: Die beiden Welten passen nicht zusammen. Wer Krypto-Auszahlungen will, muss auf Schweizer Schutz verzichten; wer Schweizer Schutz will, muss auf die anonyme Auszahlung verzichten. Beides gleichzeitig gibt es hier nicht.
BillyBets: Marktpräsenz ohne Schweizer Grundlage
BillyBets ist eine der Marken, die ohne Schweizer Bewilligung auftreten; die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und ohne Geltung in der Schweiz, das Sperrregister führt keine Verbindung zu ihr, und ein Schweizer Rechtsweg fehlt. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Das Urteil: Bei Marken ohne Schweizer Bewilligung entscheidet sich der Vergleich an der Frage, welche Instanz im Streitfall überhaupt zuständig wäre. Die Antwort lautet: keine in der Schweiz.
BetAlright: freundlicher Name, klarer Status
BetAlright tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hat hier keine Wirkung; es gibt keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Eine Sperrung der Domain über die Gespa-Sperrliste ist möglich.
Das Urteil: Der Name verspricht Beruhigung, der Status liefert sie nicht. Was zählt, ist der Wohnsitz des Veranstalters und die Aufsicht, unter der er steht — und beides liegt ausserhalb der Schweiz.
myBet: ein bekannter Name ohne Schweizer Bewilligung
myBet gehört zum Kreis der Marken, die Schweizer ohne Schweizer Bewilligung antreffen. Die gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz; das Sperrregister kennt keine Verbindung, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.
Das Urteil: Bekanntheit aus früheren Jahren ist keine Aufsicht. Für einen Schweizer Wettschein bleibt der Unterschied zu Sporttip und Jouez Sport der, den die Rechtslage zieht.
Was die Steuer vom Gewinn lässt
Die Schweiz besteuert den Einsatz nicht. Eine Wette auf die Serie A ist in dieser Hinsicht günstiger als in vielen Nachbarländern. Was bleibt, ist eine Frage am oberen Ende der Gewinnskala.
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab; hier gilt «je nach Kanton», und ein einzelner kantonaler Wert wäre auf dieser Seite falsch. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt werden kann.
Für die praktische Situation heisst das: Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Schwelle und zahlt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Die Millionengrenze ist keine Zahl, mit der man planen muss, und sie ist auch kein Argument für oder gegen einen Anbieter.
Anders sieht es bei ausländischen Anbietern aus. Gewinne von dort unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis des Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer über eine Marke ohne Schweizer Bewilligung spielt, kann also auf einen Gewinn von einigen hundert Franken eine Steuerfrage haben, die bei Swisslos oder Jouez Sport gar nicht entsteht.
Das ist allgemeine Information, keine Steuerberatung. Wer eine grössere Summe gewinnt, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Häufige Fragen zu Serie-A-Wetten in der Schweiz
Wer darf in der Schweiz legal Wetten auf die Serie A anbieten?
Nur zwei Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel nach dem Geldspielgesetz, beide stehen unter Aufsicht der Gespa, und beide Bewilligungen gelten nur in der Schweiz. Ausländische Bewilligungen entfalten hier keine Wirkung.
Sind Wetten auf italienischen Fussball von der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten gedeckt?
Ja, soweit die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten sie führt — in der Fassung vom 10. September 2026. Der Katalog ist geschlossen: Eckball- und Kartenmärkte stehen nicht darauf, eine Esport-Sektion ebenfalls nicht, und Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind gesperrt. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette auf einen Spieltag aus Einsatz und Quote?
Der Rückzahlungsbetrag ist Einsatz mal Quote; der Nettogewinn ist Einsatz mal Quote minus eins. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen zu einem Preis. Aus CHF 10 Einsatz bei Quote 2.10 werden also CHF 21 zurück, davon CHF 11 Gewinn — vorausgesetzt, die reguläre Spielzeit bringt das richtige Ergebnis.
Was bedeutet die Marge in den Quoten für Meister- und Langzeitwetten?
Die Marge ist der Teil jeder Quote, der nicht zurückfliesst. Man rechnet den Kehrwert jeder Quote eines Marktes, addiert sie und erhält den Auszahlungsschlüssel; die Differenz zu 100 Prozent ist die Marge. Bei einem 1X2-Markt mit 2.10, 3.40 und 3.60 liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 95,4 Prozent, die Marge bei rund 4,6 Prozent.
Was gehört bei Fussballwetten zur regulären Spielzeit, und zählt die Nachspielzeit mit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tor in der 94. Minute zählt, ein Tor in der 121. Minute bei einer normalen 1X2-Wette nicht.
Ab welchem Betrag wird ein Gewinn aus Sporttip oder Jouez Sport besteuert, und was gilt je nach Kanton?
Bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn ist der Gewinn einkommensteuerfrei; ab dem 1. Januar 2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000, 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt.
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