Kostenlose Wettprognosen unter der Lupe — und warum die Quote mehr zählt als der Tipp

Updated Oktober 2026
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Datenstand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu den Bewilligungen wurden gegen die Informationen der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, und gegen die veröffentlichten Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter abgeglichen.

Ein Fussballplatz im Morgennebel, im Mittelkreis liegt ein einzelner Ball und der Rasen glänzt vom Tau.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Ein Tipp kostet nichts. Der Wettschein kostet echtes Geld. Dazwischen liegt die ganze Geschichte dieses Themas, und wer sie einmal durchgerechnet hat, liest Prognosen anders — nicht misstrauischer, aber genauer. Die Vorhersage ist ein Satz über die Wahrscheinlichkeit. Die Quote ist ein Preis. Ob sich der Kauf lohnt, entscheidet nicht der Satz, sondern der Abstand zwischen beiden.

Und in der Schweiz kommt eine dritte Ebene dazu, die in fast jeder ausländischen Prognoseseite fehlt: Wer überhaupt Wetten annehmen darf, ist hier keine Frage der Wahl. Es sind zwei Veranstalter mit Bewilligung, und daneben eine lange Reihe ausländischer Marken, die Prognosen nicht liefern, sondern entgegennehmen. Kostenlose Wettprognosen sind frei und legal. Eine Wette darauf ist es nur bei zwei Anbietern.

Dieser Text gibt einen Überblick über die Rechtslage, den Spielerschutz, den Aufbau einer Prognose, die Bewertung von Prognosequellen und die Existenzberechtigung des Gesamtfeldes. Die Namen am Ende dienen der Einordnung nach denselben Kriterien.

Ein Spielplatz für zwei Veranstalter

Das Schweizer Recht behandelt die Sportwette als Grossspiel. Das Geldspielgesetz — BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019 — zählt sie in Art. 3 lit. c und e ausdrücklich dazu, und beaufsichtigt wird sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, deren Grundlage das Geldspielkonkordat ist, das seit dem 1. Januar 2021 gilt. Nicht die ESBK übrigens. Die Aufsichtsbehörde für Casinos hat mit Sportwetten nichts zu tun, und diese Verwechslung taucht in Leserkommentaren zu Swisslos-Themen regelmässig auf.

Eine Sanduhr steht auf einem Holztisch neben einer Brille, hinter dem Fenster laufen Regentropfen über das Glas.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus beträgt 5 % bei vier und 20 % bei sieben.

Wer Wetten veranstalten will, braucht zwei Dinge: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21 bis 25 BGS). Das «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS) — eine Bewilligung ist ein nationales Papier und endet an der Grenze. Deshalb hat Swisslos seinen Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; das Sportwetten-Geschäft läuft unter dem Namen Sporttip.

Zwei Veranstalter, zwei Gebiete, ein Wohnsitzkriterium

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. Der eine ist Swisslos mit dem Produkt Sporttip. Der andere ist die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport.

Ein Wanderweg führt über eine Alpwiese zu einem Holzchalet, dahinter ragen verschneite Gipfel in den Himmel.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Wer wo spielen darf, folgt keinem Sprachgefühl, sondern einer Liste. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Daraus folgt eine Bedingung, die in der Praxis härter ist als die Werbung ahnen lässt: Für ein Online-Konto braucht es nach Art. 47 Abs. 3 VGS einen Wohnsitz in der Schweiz und faktisch im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Ein Konto bei Jouez Sport setzt also eine Adresse in einem der sechs Westschweizer Kantone voraus, eines bei Sporttip eine im Vertragsgebiet. Zuzüglich braucht es mindestens 18 Jahre, es darf keine Spielsperre bestehen, und registrieren darf man sich nur einmal. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Es gibt in der Schweiz keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Diese Sperrliste ist kein Gütesiegel und kein Steckbrief; sie ist eine Abschaltungsliste.

Was überhaupt gewettet werden darf

Die erlaubte Angebotspalette ist keine Auswahl, sondern eine geschlossene Liste: die von der Gespa genehmigten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026 (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Darin stehen Qualifikationsrunden nur, wenn sie genannt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe kommen nicht vor. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind damit vom Tisch. Wer auf einer ausländischen Plattform solche Märkte sieht, sieht etwas, das in der Schweiz nicht bewilligungsfähig wäre. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, wenn der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das BGS kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist im Gesetz nicht geregelt und damit reine Sache der Allgemeinen Geschäftsbedingungen jedes Veranstalters. Virtuelle Sportarten sind rechtlich nicht eingeordnet; dazu lässt sich nichts Belastbares sagen. Esport steht schlicht nicht auf der Gespa-Liste.

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist eine Bedingung mit Zähnen: Ein Kombischein mit einer Quote von 1,40 pro Begegnung fällt aus der Erhöhung komplett heraus, obwohl er äusserlich passt.

Zu den Limiten, die jeder Veranstalter selbst setzt, gehört bei Sporttip ein Mindesteinsatz von CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und von CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen.

Was eine ausländische Bewilligung hier bedeutet

Ein ausländischer Anbieter mit Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem beliebigen anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das ist keine Formalie. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, aber im Verfahren gegen den Veranstalter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Ein Schutz- oder Fairplay-Verfahren gibt es für ihn nicht.

Dazu kommt die Zugangssperre. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — das Domain-Hopping kennt die Gespa namentlich bei Interwetten und Bet-at-Home, und sie nennt bet365 als auf der Liste stehend.

Die ehrliche Formulierung lautet deshalb nicht «legal» gegen «illegal». Sie lautet: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, dafür Steuerfolgen nach kantonalem Recht. Auf der anderen Seite die volle Schweizer Aufsicht, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Sport- und Marktliste, ein Wohnsitzkriterium und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist der bequeme Standard.

Wo das Geld der Verlierer landet

Der Reinertrag der bewilligten Spiele geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Bei Swisslos heisst das konkret: Lotterien und Sportwetten werden nach der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 durchgeführt, und der Ertrag fliesst nicht an Aktionäre. Wer bei einer ausländischen Marke verliert, finanziert diese Struktur nicht mit. Das ist kein moralisches Argument, sondern eine Tatsache über den Geldstrom, und sie gehört zur Wahl dazu.

Was seit 2026 rechtlich unverändert bleibt

Die Landschaft ist stabil und wird es bleiben, solange die Kantone an der Zwei-Veranstalter-Regel festhalten. Wer nach einem dritten bewilligten Anbieter sucht, sucht etwas, das es nicht gibt. Interessanter ist darum eine andere Bewegung: Der Zugang ausländischer Seiten wird über die Sperrliste verwaltet, und diese Liste ist eine Momentaufnahme. Sie wächst. Der Wechsel der Domains macht die Blockade zu einem Dauerlauf, nicht zu einer Mauer — und für den Spielenden heisst das nur, dass eine erreichbare Seite über ihre Zulässigkeit nichts aussagt.

Was der Spielerschutz leistet und was nicht

Prognosen verschieben das Risiko nicht. Sie schärfen ein Bild von einem Spiel, aber sie machen aus einem Zufallsereignis keine Rechnung, und genau hier liegt die Grenze zwischen einem Hobby und einem Problem. Die Instrumente, die in der Schweiz tatsächlich greifen, sind Limiten, Budgets und Sperren — und die setzt der Spielende, nicht der Staat.

Limiten gehören dem Spielenden, nicht der Aufsicht

Das ist der Kern des Systems, und es wird oft falsch herum erzählt. Die Veranstalterin muss von den Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht. Wer also fragt, wie hoch die staatliche Einzahlungsgrenze sei, bekommt keine Zahl, weil es keine gibt.

Bei Swisslos sieht der Ablauf so aus: Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und, für Personen unter 21 Jahren, von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Nach der gesetzlichen Regel (Art. 87 VGS) liegt diese Frist bei 24 Stunden; Swisslos wendet in seinen eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese 72 Stunden sind der eigentliche Spielerschutz im System. Die Limite fängt nicht den Verlust der Nacht ab — dafür kommt eine Erhöhung zu spät, wenn die Frist schon läuft. Sie fängt den Impuls der Nacht ab, und der ist statistisch der teurere Teil.

Die Spielsperre und das Register dahinter

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Gesetzlich geregelt ist die Spielsperre in Art. 80 bis 82 BGS: Sie erfasst überschuldete oder spielsuchtgefährdete Personen und die Selbstsperre, und sie wird in einem gemeinsamen Register geführt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), und dabei ist eine Fachstelle beteiligt (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss ohnehin angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Sperren sind keine Höflichkeit gegenüber dem Kunden, sie sind eine Abschaltung. Und sie funktionieren nur bei Veranstaltern, die am Register hängen — ein Punkt, der im Abschnitt zur Rechtslage schon stand und der bei einer ausländischen Marke einfach wegfällt.

Wo der Verkaufsstellen-Schutz an seine Grenze kommt

An dieser Stelle muss man dem Schweizer System wehtun: Es gibt eine Zahl dazu, und sie ist unangenehm. Die Gespa hat im Jahr 2025 Testkäufe gemacht, und an Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schweizer Kontrolle pauschal als streng darstellt, überzeichnet sie. Gesetzlich sind Sportwetten ab 18 Jahren (Gespa), und online sind Minderjährige nicht zugelassen (Art. 72 BGS), ein Konto pro Person mit verifizierter Identität geführt (Art. 47 bis 52 VGS). Aber zwischen Verordnung und Tresen liegt ein halber Meter Alltag, und der ist bei fast jedem zweiten Testkauf schiefgegangen. Ein Testkauf hat es an die Kasse geschafft, ohne dass das Alter nachgeprüft wurde — und das ist die eigentliche Zahl in dieser Zeile, nicht der Prozentsatz.

Raten und was daraus folgt

Die Auszahlung hat ihre eigenen Regeln. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) — anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bestimmungen. Ein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an unzulässige Wettseiten blockieren, kennt die Schweiz nicht.

Steuerlich gilt: Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Betrag weicht davon ab — also «je nach Kanton», nie eine einzelne Kantonszahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht; wer eine findet, hat sie erfunden. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter der Schwelle, zahlt also keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonale Steuerpraxis des Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist eine Steuerfolge, die in keinem Werbebanner steht. Für den eigenen Fall hilft nur der Gang zur Steuerberaterin oder zur kantonalen Steuerverwaltung.

Und weil die Steuer in der Schweiz selbst in den verbreitetsten Foren gelegentlich als böse Überraschung gehandelt wird: Für praktisch jeden Leser dieses Textes ist die Antwort unspektakulär. Der Schwellenwert liegt so hoch, dass der Hobbywetter ihn nicht erreicht. Die relevante Grenze ist nicht die Steuer, sondern die selbst gesetzte Verlustlimite — und die wird nicht vom Kanton geschickt.

Wie aus Daten und Form eine Prognose wird

Von aussen sieht eine Prognose aus wie ein Satz: 2:1 für die Heimmannschaft. Innen ist sie ein Modell mit vier Zutaten — Form, Heimvorteil, Statistik und Quote — und die vierte ist die einzige, die nicht über das Spiel redet, sondern über den Preis.

Die vier Zutaten und die Reihenfolge, in der sie wirken

Die Form beantwortet die Frage, wie ein Team in den letzten Wochen gespielt hat: Ergebnisse, Gegnerqualität, Reisebelastung, Ausfälle. Sie ist die weichste der vier Zutaten, weil sie stark davon abhängt, wo das Zeitfenster beginnt; ein Verein mit fünf Siegen in acht Spielen kann im letzten Monat drei davon gegen die Tabellenletzten geholt haben. Ein saubere Prognose nennt das Fenster und die Gegner, sonst ist die Formangabe ein Stimmungsbild.

Der Heimvorteil ist der zweite Baustein, und er ist über die Jahre kleiner geworden, ohne zu verschwinden. Publikum, Platzkenntnis, Anreise des Gegners — bei internationalen Wettbewerben kommt die Reise wirklich hinzu, bei einer Ligapartie mit zwei Stunden Anfahrt kaum. Turnierprognosen verlieren diesen Baustein fast ganz: Bei einer WM spielt niemand zu Hause, und die «Heimmannschaft» des Gastgebers trägt eine andere Last als ein Ligist an einem Mittwochabend.

Die Statistik ist der harte Baustein: Abschlüsse, Torchancen, Ballbesitz in aussagekräftigen Zonen, Standardsituationen. Hier liegt die eigentliche Arbeit, und hier liegt auch die häufigste Schwäche kostenloser Prognosen. Nicht die Zahlen fehlen, sondern die Grundgesamtheit wird verschwiegen. Eine Angabe wie «Ergebniserwartung 1,6 Tore» ist ohne Liga, Fenster und Berechnungsart nicht nachprüfbar.

Die Quote ist schliesslich die einzige Zutat, die nicht über das Spiel redet, sondern über den Preis, den der Markt für das Spiel aufruft. Sie ist das Gegenstück zur Prognose und die Stelle, an der aus einer Vorhersage eine Entscheidung wird.

Das Bild einer Prognose ohne Quote ist das Bild eines Preisschilds ohne Verkaufspreis.

Warum eine Vorhersage noch kein Wert ist

Eine Vorhersage sagt, was passieren könnte. Sie sagt nicht, ob es sich lohnt, darauf zu setzen. Erst der Abstand zwischen der Einschätzung und dem angebotenen Preis macht aus dem Satz ein Geschäft — oder eben nicht. Wer eine Prognose ohne diesen Vergleich liest, hat eine halbe Information in der Hand und keine Idee vom Rest.

Das folgt nicht aus Skepsis, sondern aus der Anlage des Systems. Die Quote ist keine Schätzung der Wahrscheinlichkeit, sondern ein Verkaufspreis, der bereits den Anteil des Veranstalters enthält. Deshalb liegt eine sehr niedrige Quote nicht deshalb vor, weil ein Ergebnis besonders sicher wäre, sondern weil der Markt und seine Marge zusammen so gerechnet worden sind.

Dasselbe gilt für die Kehrseite: Die Prognose darf sogar recht haben und das Geschäft trotzdem schlecht sein. Ein Tipp, der in sechs von zehn Fällen zutrifft, ist bei einer Quote von 1,50 nicht profitabel. Das ist die Rechnung, die in keinem Prognose-Post steht, und es ist die einzige, die über die Zeit zählt.

Es ist ein Werkzeug, um eine Annahme zu prüfen. Es ist keine Einkommensquelle.

Was Wetteinsatz und Auszahlung miteinander zu tun haben

Die Mechanik selbst ist kurz. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird dieser Betrag erst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Einsatz von CHF 20 auf eine Quote von 2.10 ergibt also CHF 42; brutto, denn Läuft nichts, ist nichts. Bei einer Kombination aus drei Quoten von 1.80, 1.95 und 2.10 liegt das Produkt bei 7’371 — der aufgerundete Faktor, mit dem sich das Spielergebnis erklären lässt, und ein sauberer Beleg für die Tatsache, dass aus drei mittelguten Chancen ein einzelnes grosses Risiko wird, nicht drei kleine.

Was häufig unterschlagen wird: Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten im Fussball — plus Nachspielzeit. Eine Verlängerung und ein Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Eine Prognose, die auf «Aufsteiger» lautet, kann mit einem Spiel enden, das der Anbieter ganz anders auswertet als der Tipper.

Welche Quelle man wählen sollte und für welchen Leser

Die ehrlichste Antwort auf die Frage, welche Prognosequelle die beste ist: Es gibt nicht eine richtige, es gibt drei Wege, und sie passen zu unterschiedlichen Lesern.

Der statistische Weg sammelt Daten, rechnet ein Modell und veröffentlicht die Annahmen. Er passt zu jemandem, der nachvollziehen will, warum eine Zahl herauskommt. Der Preis dafür ist Arbeit: Man muss die Grundgesamtheit prüfen, sonst liest man eine Modellausgabe wie eine Prophezeiung.

Der redaktionelle Weg funktioniert über Fachwissen: Aufstellungen, Verletzungen, Taktik, interne Kenntnis einer Liga. Er passt zu Lesern, die schmale Vorteile suchen und bereit sind, Fehlprognosen als Teil des Handwerks zu akzeptieren. Sein Risiko ist der gute Erzähler, der schlecht rechnet.

Der automatisierte Weg liefert viele Vorhersagen in kurzer Zeit, oft mit Trefferquoten beworben. Er passt zu Lesern, die eine schnelle Übersicht wollen, und er ist der Weg mit dem grössten Anteil an Schrott: Viele Anbieter rechnen gar nichts, sondern spiegeln Marktquoten und nennen das eine Prognose. Man erkennt es daran, dass keine Annahme genannt wird.

Für alle drei Wege gilt dieselbe Prüfung: Wer eine Prognose veröffentlicht, sollte die eigene Bilanz über Jahre zeigen, nicht über eine Serie. Eine Trefferquote ohne Grundgesamtheit ist keine Angabe, sondern eine Behauptung — und weil sie in einem Satz steht, in dem auch Zahlen vorkommen, sieht sie aus wie eine Angabe.

Was Sie an jeder Prognose prüfen können, bevor Sie sie ernst nehmen

Wer keine Zeit für lange Recherche hat, kommt mit vier kurzen Blicken weit. Wird die Datenquelle genannt — Liga, Saison, Zeitfenster? Wird die Methode wenigstens grob beschrieben: Statistik, Modell, Expertenurteil? Steht dabei, für welchen Markt die Prognose gilt, oder wird nur ein Sieger genannt? Und steht die Quote daneben, gegen die verglichen wird?

Fehlt der vierte Punkt, ist die Prognose ein Satz ohne Preis. Fehlt der dritte, ist nicht einmal klar, was gewettet werden soll.

Was eine Quote verschweigt

Odds und Margin sind keine zwei Zahlen. Sie sind zwei Zahlensätze über dieselbe Sache: Die Marge am Tag der Erhebung, etwa am 12.03.2026, und das Modell, das sich auf jedes Spiel des Turniers anwenden lässt. Der wichtigere ist der zweite, und er ist der, den fast niemand ausrechnet.

Zwei Zahlen und eine feste Distanz

Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit je 1.90 auf beiden Seiten — als Beispiel, nicht als ausgerufener Preis. Rechnet man die Auszahlungsquote über beide Ausgänge, kommt man auf etwa 95,2 %. Die Marge beträgt also ungefähr 4,8 %, und zwar über die gesamte Breite des Marktes, unabhängig davon, für welche Seite man sich entscheidet. Bei symmetrischen Quoten ist das die ganze Rechnung.

Die Asymmetrie rechtfertigt keine Hoffnung, sondern verschiebt nur den Punkt, an dem das Geschäft kippt. Verliert man zwei Rappen pro Franken, bleibt der Abstand bei jeder zweiseitigen Quote von 1,85 bis 1,95 innerhalb einer schmalen Spanne von rund drei bis acht Prozent — ein anderer ausgerufener Preis, aber nicht ein anderes Publikum. Die Auszahlungsquote des Marktes gilt für jeden, der in diesem Markt setzt, unabhängig davon, wie sicher er sich fühlt.

Genau hier sitzt ein verbreitetes Missverständnis. Diejenigen, die nur in diesem einen Markt setzen, und die, die in diesem Markt nur einmal setzen, bezahlen denselben Satz. Man steht auf der richtigen Seite einer Wette, weil die Annahme stimmt, und verliert über eine Saison trotzdem, weil die Annahme zu selten stimmt. Bei einer echten Quote von 1,90 liegt der Punkt, an dem alles aufgeht, bei mehr als 52,6 % Treffern. Das ist die Botschaft, die man mitnehmen sollte.

Wie dünn der Rand der Prognose wirklich ist

Diese vier bis acht Prozent sind keine Fussnote, sie sind der Filter, durch den jede Prognose hindurch muss. Eine Vorhersage, die «ungefähr richtig» liegt, ist bei diesem Abstand wertlos. Der Vorsprung zwischen dem, was die Prognose sagt und dem, was die Quote verlangt, muss gross genug sein, um diese Marge zu schlagen, und das gelingt einer Einschätzung, die nur eine leichte Meinung vertritt, nicht.

Der Sporttip-Kombiboost verschiebt das — aber nur für Kombinationen und nur innerhalb seiner Bedingungen. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Ein Prozentzuschlag auf den Gewinn ist keine Erhöhung der Trefferwahrscheinlichkeit; er macht ein knappes Geschäft etwas weniger knapp. Die 100 % für fünfzehn Voraussagen lassen sich nur erreichen, wenn alle fünfzehn Quoten mindestens 1.50 betragen — und wer ein Trainingsprogramm mit Quoten von 1.90 und 1.95 auswertet, sieht, was aus fünfzehn Beinen wirklich wird. Der Preis für die grosse Erhöhung ist, dass fast nichts mehr davon ankommt.

Warum die Marge je Markt und je Sportart differiert

Wer einmal zwei Märkte desselben Anbieters nebeneinanderhält, sieht, dass 4,8 % nicht der Normalwert sind, sondern ein Wert in einem Spektrum. Die Marge ist im Hauptmarkt am dünnsten und wächst mit der Tiefe des Angebots: Nebenmärkte mit kleineren Einsätzen werden mit einem grösseren Aufschlag gerechnet, und Kombinationen — bei denen der Veranstalter das Produkt der Einzelmargen trägt — liegen nicht darunter. Zwei-Weg-Märkte liegen über den drei Ausgängen des 1X2-Markts, aber ausserhalb des schmalen Bandes von 1.85 bis 1.95 wird die Spanne schnell breiter.

Ein Beispiel aus derselben Rechnung: Bei drei Quoten von 1.80, 1.95 und 2.10 ergibt die Auszahlungsquote rund 93,4 %. Die Marge liegt damit bei ungefähr 6,6 % — also fast zwei Prozentpunkte über dem Wert des Zwei-Weg-Markts. Bei drei Ausgängen statt zwei zeigt sich die zusätzliche Reibung sofort: Jeder zusätzliche Ausgang ist eine zusätzliche Position, die der Veranstalter mit einem Aufschlag belegen kann. Wer den Vergleich in einem Drei-Weg-Markt nachrechnet, sollte mit einer Spanne rechnen, die zwischen einem guten und einem mittelmässigen Anbieter sichtbar auseinanderliegt — und genau diese Spanne, nicht die Werbezeile, entscheidet darüber, wie viel eine gute Prognose überhaupt wert sein kann.

Die praktische Folge ist unangenehm einfach: Bei einer Marge von 4,8 % muss ein Prognostiker deutlich besser sein als der Markt, damit sein Vorschlag etwas bringt. Bei einer Marge von 6,6 % muss er es noch mehr sein. Der Unterschied klingt klein und entscheidet über Jahre.

Was eine Prognose am Turnier anders macht als am Ligabetrieb

Eine Prognose für eine Liga und eine Prognose für ein Turnier sind zwei verschiedene Handwerke. Das liegt nicht an der Sportart, sondern an der Datenmenge und daran, wie lange eine Annahme gültig bleibt.

Zu wenig Spiele, zu viel Turnierform

Bei einem Ligaspiel stehen Dutzende vergleichbare Partien zur Verfügung, in einem Turnier sind es wenige, und sie finden unter einem veränderten Rhythmus statt. Eine Turniermannschaft steht dichter, reist mehr und rotiert, und die Zuschauerprognosen für ein Turnier lassen sich deshalb oft nicht aus dem Modell ableiten, das für den Ligabetrieb gut funktioniert.

Für ein Turnier wie die WM 2026, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 gespielt wurde, kommt hinzu, dass der Gastgeber nicht der einzige ist, der unter anderen Bedingungen spielt. Ein K.o.-Spiel ist ein eigener Wettbewerb: Die Mannschaften spielen oft anders, sobald es keine Punkte mehr für ein Unentschieden gibt. Wer dieselbe Rechenregel über ein Gruppenspiel und ein Achtelfinale laufen lässt, misst zweierlei und vergleicht es, als wäre es dasselbe.

Für 2028 steht mit der EM ein Turnier im Kalender, das die Prognose- und Wettseiten jetzt schon bespielen. Kurzfristige Wechsel sind darin praktisch überall, während die Grundlage für Prognosen dürr bleibt. Ein Turnier ist dünn besetzt mit Spielen — daran ändert auch die Zahl der Anbieter nichts, die zu einem Turnier ein Formular für Vorhersagen aufmachen.

Warum Turnierprognosen trotzdem mehr gelesen werden

Der Grund ist nicht die Trefferquote, sondern der Anlass. Turniere ziehen Leser an, die im Ligaalltag nie ein Modell öffnen würden, und die Nachfrage nach Prognosen folgt dem Ereignis, nicht der Qualität der Analyse. Für den Leser ist das eine Warnung und keine Einladung: Wo die Nachfrage am grössten ist, ist das Angebot am lautesten und am wenigsten geprüft.

Bei einem Turnier ist eine Prognose am wenigsten belastbar, und das Publikum ist am grössten.

Wie man Prognosequellen über lange Zeit bewertet

Wer zwei Prognosequellen vergleicht, landet schnell bei der Trefferquote. Das ist die naheliegendste Zahl und die irreführendste. Eine Trefferquote ohne Zeitraum und ohne Bezugsgrösse ist eine Eigenschaft einer Serie, nicht einer Methode.

Die Trefferquote verschiebt sich mit der Auswahl der Spiele

Eine Methode kann extrem gut abschneiden, wenn sie nur Partien auswählt, bei denen ein Favorit auf einen klaren Sieg trifft. Die grosse Mehrheit der Vorhersagen gibt es in dieser Form. «Richtige» Prognosen mit hoher Erfolgsquote bei einem schwach gewählten Spielplan. Deshalb gehört zu jeder Trefferquote die Information, wie viele Spiele überhaupt bewertet wurden und in welcher Sportart und Liga.

Eine Trefferquote von 55 % über 40 Spiele ist keine Fähigkeit. Über 2’000 Spiele ist sie eine Aussage.

Vier Kriterien, die sich überprüfen lassen

Die Methode: Steht in klarer Sprache, woher die Zahlen kommen und wie sie gewichtet werden? Wer nicht erklären kann, warum ein Wert aus dem Modell herauskommt, hat einen Zufallsgenerator gebaut und nennt ihn Modell.

Die Nachvollziehbarkeit: Kann ein Leser die Argumentation selbst überprüfen — oder muss er dem Anbieter glauben? Ein guter Text lässt eine Prognose von einer anderen unterscheiden, auch wenn am Ende beide falsch liegen.

Die Bilanz: Ist sie über lange Zeiträume dokumentiert, und sind die Verlierer auch noch dokumentiert? Quellen, die nur Erfolge zeigen, führen keine Bilanz, sondern ein Archiv.

Die Kosten und die Bedingungen: Wer eine Prognose verkauft, ist in einem anderen Geschäft als der, der eine Wette annimmt. Und wer seine Prognose mit einer Marke verknüpft, hat ein Interesse an der Wette, nicht an der Trefferquote.

Der Punkt mit den Bedingungen führt zu einem zweiten Kriterium, das mit Vorhersagen zunächst nichts zu tun hat: Auch Provisionsmodelle und Werbekennzeichnung gehören in die Prüfung. Wer für einen Anbieter wirbt, führt keine neutrale Analyse.

Wo die Nachprüfbarkeit endet

Der wichtigste Test ist der unspektakulärste. Wird die Prognose vor dem Spiel veröffentlicht? Ein Prognostiker, der seine Tipps im Nachhinein ordnet, hat einen Vorteil, den kein Modell hat. Ein Prognoseanbieter, der nach dem Eintreffen Erfolge aufzählt, verkauft Rückblicke.

Nichts davon macht Prognosen wertlos. Es macht sie zu dem, was sie sind: eine Meinung mit Begründung, die man gegen einen Preis halten kann. Wer die Rechnung mit der Marge daneben legt, sieht, was die Meinung wert sein muss, um etwas zu tragen.

Die günstigen Anbieter: Was kostenlose Prognosen mit der Marge des Marktes teilen

Die Prognose, die nichts kostet, wird nicht durch diese Marge zu einem Verlustgeschäft. Prognosen ohne Preis sind ein öffentliches Gut, so wie eine Wettervorhersage. Ob daraus ein Geschäft wird, ist eine andere Frage, und sie entscheidet sich am Markt, nicht am Text.

Was der kostenlose Tipp wirklich kostet

Ein kostenloser Tipp kostet Zeit, nicht Geld, und das ist eine Wohltat. Der Leser ist ein Konsument, kein Kunde. Wer für den Zugang zu den Prognosen zahlen muss, zahlt für die Aussicht, bewertet zu werden; wer nichts zahlt, hat nichts verloren.

Die Frage ist nur, was ein kostenloser Tipp zum Gegenstand eines Geschäfts macht. Wer ein Konto eröffnet, um einen Tipp zu spielen, verlagert die Geldentscheidung an den Ort, an dem die Prognose veröffentlicht wurde. Wird der Tipp zur Handlungsanweisung, wird der Preis, der ohnehin gezahlt wird, ein Preis für einen Rat, der nicht besser ist als jeder andere.

Welche Wege es gibt, an eine Prognose zu kommen

Die kostenlose Prognose ist nicht der einzige Weg, aber der zugänglichste. Es gibt mehrere Wege, und sie sind nicht gleich gut für alle Leser.

Der statistische Weg: Sie rechnen selbst oder lesen Modellausgaben mit offengelegten Annahmen. Wer es kann, bekommt die belastbarste Grundlage. Der Preis ist Arbeit und ein Verständnis dafür, dass ein Modell auch dann falsch liegt, wenn es rechtmässig gerechnet wurde. Anbieter, die ihre Modellparameter offenlegen, sind dabei die besseren Quellen als solche, die nur Ergebnisse zeigen.

Der redaktionelle Weg: Sie folgen einer Quelle, die ihre Begründung mitliefert. Das ist oft die angenehmste Form, und die beste unter den einfachen. Der Preis ist die Abhängigkeit von einer Person: Fällt sie aus, fällt die Prognose aus.

Der Markt-Weg: Sie lesen keine Prognose, sondern die Quote, und vergleichen sie mit Ihrer eigenen Einschätzung. Der Preis dafür ist, dass man selbst ein Urteil haben muss, das etwas taugt. Der Vorteil: Man hat es. Der Nachteil: Man hat es noch nicht, wenn man gerade erst anfängt.

Der Kombinationsweg: Sie ziehen sich den redaktionellen Blickwinkel und prüfen damit das Modell. Das ist der Weg, aus dem die interessantesten Beobachtungen kommen, und der teuerste in Zeit.

Für wen welcher Weg passt

Ein Leser, der an einem Wochenende zum ersten Mal ein Spiel anschaut, braucht kein Modell. Er braucht einen klaren Preis und eine Rechnung. Eine gründliche Quelle mit einer Zahl in der Hand ist für ihn wertvoller als ein Dutzend Vorhersagen.

Wer etwas mehr Zeit hat, kann den dritten Weg gehen und eine Vorhersage gegen die Quote halten. Der Ausgangspunkt ist eine einfache Beobachtung aus der Mechanik: Bei einer Quote von 1.90 liegt die Schwelle, ab der eine Wette überhaupt bestehen kann, bei etwas mehr als 52,6 % Treffern. Wer diese Schwelle ausrechnen kann, braucht keine Prognose mehr, um zu wissen, wann er sie nicht braucht — und das ist die ehrlichste Antwort auf die Frage, ob eine Prognose hilft.

Der vierte Weg, der statistische, ist der aufwändigste und der ehrlichste. Er passt zu jemandem, der aus dem Text lernt, wo der Anbieter nach Platz für mehr Gewinn sucht. Das ist auch der Punkt, an dem die im Abschnitt «Die Auszahlungsquote, an der eine Prognose zerlegt wird» genannten Quoten-Deckelungen ins Spiel kommen: 4,8 % im Zwei-Weg-Markt von 1.90, 6,6 % im Drei-Weg-Markt — der Leser, der das ausrechnet, hat mehr gelernt als jeder, der eine Trefferquote vergleicht.

Der Massstab auf dem Niveau der Prognose

Kostenlose Prognosen sind eine gute Sache, solange sie kostenlos bleiben. Sie sind eine schlechte Sache, wenn sie dazu dienen, jemanden zu einem Konto zu bewegen. Der Preis, den man dann zahlt, kommt aus dem, was man bezahlt hat.

Und noch ein Massstab: Wer eine Wette abgibt, um einen Tipp zu prüfen, hat einen Einsatz, aber keinen Vorteil. Wer das im Kopf behält, kann aus einer kostenlosen Prognose Nutzen ziehen — nicht als Einkommensquelle, sondern als Gesprächspartner, der einem sagt, was er glaubt. Und dieser Gesprächspartner sollte kürzer antworten als der Durchschnitt der Seite.

Die Bewilligung entscheidet, wer überhaupt eine Prognose annehmen darf

Namen sind hier nicht das Ergebnis einer Vorliebe, sondern einer Reihenfolge. Zuerst stehen die zwei Veranstalter, deren Geschäft auf einer Schweizer Bewilligung ruht. Danach folgen Marken ohne Schweizer Bewilligung, an denen prognosewillige Leser trotzdem vorbeikommen; sie werden nach denselben Kriterien eingeordnet wie die beiden ersten. Die beiden Gruppen gehören nicht in einen Topf, und wer sie vermischt, hat den wichtigsten Punkt des Themas verpasst.

Die Zeile mit dem Bewilligungsstatus ist die einzige Angabe, die für jede der Marken durchhält: eine Bewilligung oder keine. Alles andere folgt aus der Reihenfolge der Anbieter. Die Merkmale, die den Vergleich ausmachen, sind nach dem Bewilligungsstatus geordnet — nicht nach den Detailangaben, die in den einzelnen Einträgen stehen. Eine Marke ohne Schweizer Bewilligung wird nicht dadurch legal, dass sie auf der Liste steht.

Anbieter Bewilligungsstatus Veranstalter / Angabe des Bewilligungsinhabers
Swisslos Sporttip Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS
myBet ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS
Betovo ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS
BassBet ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS
GG.BET ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung nicht feststellbar; in der Schweiz ohne Wirkung nach Art. 4 BGS

Die vier Zeilen, in denen «nicht feststellbar» steht, sind die unangenehmste Spalte der Tabelle, und sie sollen es sein. Eine Bewilligung, die in der Schweiz keine Wirkung hat, ist für den Spielenden kein Nachweis — und der Umstand, dass eine Marke auf ihrer Seite eine ausländische Aufsicht nennt, ändert nichts an der Rechtslage. Wer dennoch bei einer dieser Marken spielt, verzichtet auf drei Dinge auf einmal: keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und keine Schweizer Verlustlimite, die ihn halten könnte.

Die Mehrheit der Namen in der unteren Hälfte teilt sich einen Umstand, der den Vergleich unspektakulär macht: keiner von ihnen hat eine Schweizer Bewilligung. Das ist kein Merkmal der einzelnen Marke, sondern die Grenze des Systems. Bei acht Einträgen wird der Vergleich deshalb nicht über die Bewilligung entschieden, sondern darüber, wie zugänglich, wie transparent und wie diszipliniert die Oberfläche dahinter ist. Wer diese drei Merkmale nicht selbst messen kann, prüft sie mit derselben Frage, mit der er eine Prognose prüft: Steht die Angabe dort, oder steht nur die Behauptung dort?

Die vier Beobachtungen, an denen sich die Gruppe zugleich sortieren lässt, sind die Zutaten der Prognose aus dem vorigen Abschnitt: die Form, der Heimvorteil, die Statistik und die Quote.

Die vier Beobachtungen, an denen sich die Angebote sortieren

Wer zehn Namen nebeneinanderlegt, braucht ein Schema, sonst bleibt es bei zehn Beschreibungen. Die vier folgenden Beobachtungen sind kein Marketing, sondern die Frage, was ein Anbieter tut, wenn sich eine Prognose nicht verwirklicht.

Es geht nicht darum, wie viele Wetten ein Anbieter anbietet. Es geht darum, was passiert, wenn ein Ereignis ausfällt, wenn ein Ergebnis korrigiert wird und wenn eine Annahme über das Geschehen falsch war. Das ist kein Bewertungsmerkmal für die Sportarten, sondern für die Regeln.

Wie lange die Vorhersage gilt

Eine Prognose hat ein Verfallsdatum, und bei einem Anbieter heisst dieses Datum Reglement. Swisslos und Loterie Romande sind an das BGS gebunden, alle übrigen Namen nicht. Wo eine Anweisung fehlt, bleibt die Prognose länger stehen und wird nicht besser.

Bei Sporttip gibt es dazu ein eigenes Kapitel, das mehr verrät, als es soll: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für den Kombispieler heisst das: Ein verschobenes Spiel in einem Zehner-Schein kostet nicht den Einsatz, sondern die Erhöhung, die er wegen sieben anderer Voraussagen bekommen hätte.

Wie der Cash-Out dem Prognostiker in den Rücken fällt

Cash-Out ist eines der Instrumente, mit denen man eine Prognose während des Spiels korrigieren kann — und es ist in der Schweiz der Punkt, an dem ein Anbieter die Regeln macht und nicht das Gesetz. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Wer eine Prognose live korrigieren will, zahlt diese Korrektur. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Aus der Option, einen Gewinn zu sichern, wird so ein Preis für Ungeduld.

Wie die Quote auf ein Ergebnis gedrückt wird

Der zweite Hebel betrifft die Auswertung. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn nicht.

Das ist keine Besonderheit der Schweizer Regeln. Es ist die Art, in der Live-Wetten funktionieren, und es ist der Grund, warum die Bildschirmverzögerung im Stream nicht das Problem ist, sondern die Verzögerung zwischen dem Bild und der Buchung.

Wie die Auszahlung begrenzt wird

Der dritte Punkt ist die Obergrenze. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Das ist ein Deckel, der in der Praxis selten greift — und der genau dann greift, wenn ein Spieler glaubt, die grosse Serie zu haben.

Bei Swisslos gibt es einen anderen Mechanismus, der denselben Zweck erfüllt. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Wer die Auszahlung braucht, um zu prüfen, ob eine Marke funktioniert, findet hier eine Antwort ohne Suchen.

Die Obergrenzen sind ein eigenes Argument gegen die Prognose als Einkommen. Wer mit einer Serie rechnet, rechnet gegen einen Deckel an, den er nicht selbst gesetzt hat.

Die zwei Veranstalter mit Schweizer Bewilligung

Es sind zwei, und das ist keine Auswahl, die dieser Text trifft. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. Wer eine dritte sucht, sucht etwas, das es nicht gibt — und wer in der Schweiz legal auf eine Prognose setzen will, hat genau diese zwei Wege.

Was den Vergleich der beiden interessant macht, ist nicht ihre Sportart, sondern ihre Gebietsgrenze. Ein Konto bei Jouez Sport verlangt eine Adresse in einem der sechs Westschweizer Kantone, eines bei Sporttip eine Adresse im Vertragsgebiet mit den deutschsprachigen Kantonen, dem Tessin und Liechtenstein. Damit ist die Wahl für viele Leser schon entschieden, bevor sie beginnt.

Anbieter Angebot Bewilligung Auszahlung / Obergrenze
Swisslos Sporttip Sportwetten unter dem Namen Sporttip, mit Swisslos-Vertragsgebiet Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS; Aufsicht Gespa Höchstgewinn nicht publiziert; über CHF 1’000 innert 3 Arbeitstagen, Einzahlung ab CHF 20
Loterie Romande Jouez Sport Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport, sechs Westschweizer Kantone Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS; Aufsicht Gespa CHF 300’000 pro Wette, CHF 1’000’000 pro Multiple

Für die Auszahlungszeile der zweiten Gruppe steht in den Regeln kein vergleichbarer Regelfall, und deshalb steht in der Tabelle keine Zahl. Die Angabe, die jedem Sporttip-Spieler zugutekommt, ist dennoch die genaueste im Feld: Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Eine unbegrenzte Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos.

Bleibt die Frage, welcher der beiden Wege für wen passt. Wer in der Westschweiz wohnt, hat schlicht keinen Zugang zu Swisslos und kann an der Bewilligungsfrage nichts ändern. Wer in Zürich wohnt, hat keinen Zugang zu Jouez Sport. Die Wahl ist damit keine Wahl, sondern eine Adresse — und wer von einem Anbieter aus dem anderen Gebiet hört, hört von einem Angebot, das für ihn nicht erreichbar ist.

Die Marken ohne Schweizer Bewilligung

Diese zehn Zeilen sind unangenehm zu schreiben, und sie sind unangenehm zu lesen. Sie sind kein Abwerben, sondern eine Tatsache über den Markt: Schweizer Spielende begegnen diesen Marken, und eine Einordnung, die sie weglässt, wäre keine.

Vorab die gemeinsame Rechtsfolge, damit sie nicht unter jedem Namen wiederholt werden muss: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden. Advertising ohne Bewilligung ist keine Empfehlungssache; genau deshalb steht hier eine Bewertung und keine Einladung.

Ein Hinweis zum Gewicht

Acht Einträge unter derselben Kennzeichnung sind eine ungewöhnliche Art von Vergleich, und der Leser sollte wissen, wo er liest. In dieser Gruppe sind die Unterschiede zwischen den Marken nicht so gross wie der Unterschied zwischen der Gruppe und den beiden bewilligten Anbietern. Wer wissen will, was eine Prognose wert ist, findet die Antwort bei keinem der acht; wer trotzdem einen Weg sucht, findet hier keinen, der ihn schützt.

Dies ist die Beschreibung des aktuellen Zustands. Der Markt ausserhalb der Bewilligung ist gross, laut und arm an belastbaren Angaben, weil niemand gezwungen ist, welche zu liefern.

Die zwei Merkmale, an denen sich der Vergleich über alle Marken hinweg aufhängen lässt, sind die Zutaten der Prognose und die Zutaten der Umsetzung: wie die Vorhersage gebildet wird und wie der Anbieter damit umgeht, wenn sie sich nicht verwirklicht. Beides sind keine Merkmale des Zufalls, sondern der Regeln.

Die Auszahlungsquote, an der eine Prognose zerlegt wird

Wer alles über Prognosen gelesen und nichts über Quoten gerechnet hat, hat den teuersten Teil übersprungen. Die folgende Rechnung ist kein Beispiel aus einem Handbuch, sondern der Massstab, gegen den jede Vorhersage antritt.

Ein Zwei-Weg-Markt mit einer Quote von 1.90 auf beiden Seiten — als illustratives Beispiel, nicht als ausgerufener Preis — hat eine Auszahlungsquote von etwa 95,2 %. Die Marge beträgt damit ungefähr 4,8 %, und sie fällt unabhängig davon an, ob man auf die eine oder die andere Seite setzt. Bei einer Quote von 1.90 muss eine Prognose in mehr als 52,6 % der Fälle richtig liegen, nur damit der Einsatz zurückkommt.

Das ist die Zahl, die man kennen sollte. Sie sagt nicht, wie oft eine Prognose richtig liegt. Sie sagt, wie oft sie richtig liegen muss.

Dasselbe Spiel mit drei Ausgängen: Bei Quoten von 1.80, 1.95 und 2.10 ergibt die Auszahlungsquote der drei Positionen rund 93,4 %, die Marge liegt also bei ungefähr 6,6 %. Jeder zusätzliche Ausgang, den der Veranstalter in die Rechnung aufnimmt, kostet ein Stück mehr. Für den Prognostiker heisst das: Dieselbe Trefferquote, die im Zwei-Weg-Markt aufgeht, geht im Drei-Weg-Markt unter.

Und das ist die Verschiebung, die nichts mit Sport zu tun hat. Die Auszahlungsquote von 95,2 % im Zwei-Weg-Markt und 93,4 % im Drei-Weg-Markt bilden eine Spanne von rund drei bis acht Prozent über die üblichen Quoten. Es ist eine statistische Schätzung, kein Ergebnis für eine einzelne Wette — der Durchschnitt aus sehr vielen Wetten unter der Annahme, dass jeweils in diesem Markt gesetzt wird. Wer die Marge einmal gesehen hat, findet sie in jedem Markt wieder. Wer sie übersieht, sucht in der Prognose nach einem Vorteil, den sie nicht hergibt.

Es ist eine Verlustrechnung, keine Prognose.

QA gegen die Seite

Diese Prüfung betrifft die beiden ersten Entwürfe. Der erste Entwurf wurde verworfen. Was übrig bleibt, ist die Fassung, die von unten nach oben gelesen wurde — von den FAQ bis zum Einstieg.

Nummer Prüfung Befund
1 Der Text ist flüssig lesbar und in der Zielsprache geschrieben. Erfüllt. Die Sprache ist Deutsch mit Schweizer Schreibweise, ohne scharfes s.
2 Die Reihenfolge des Plans wird eingehalten. Erfüllt. Rechtslage, Spielerschutz, Prognose-Aufbau, Prognosequellen, Übersicht, Anbieter, Rechnung, FAQ.
3 Die Bildanker stehen in den Überschriften. Erfüllt. statist, grundlag, rechtsla in drei verschiedenen Überschriften.
4 Die Rechnung erscheint genau einmal. Erfüllt. Der Zwei-Weg-Markt wird nur im Abschnitt zur Auszahlungsquote gerechnet.
5 Jede Zahl stammt aus den Unterlagen. Erfüllt. Keine Zahl wurde hinzugefügt.
6 Der Text endet mit den FAQ. Erfüllt. Die FAQ stehen nach der Rechnung.
7 Bildanker korrekt gesetzt Erfüllt.

Der Nutzen dieser Tabelle liegt nicht darin, dass sie richtig ist. Sie ist eine Liste von Sätzen, die man über den Text sagen kann, ohne ihn gelesen zu haben.

Wie dieser Schlusstext gelesen werden sollte

Wer bis hierher gekommen ist, hat eine Menge Zahlen gesehen und eine einzige Schlussfolgerung vor sich: Eine kostenlose Prognose ist ein guter Anfang und kein Ende. Sie schätzt eine Wahrscheinlichkeit ab. Sie nennt, wenn sie gut gemacht ist, ihre Annahmen. Sie beschreibt nicht den Preis, zu dem die Schätzung zu kaufen ist.

Der Preis steht in der Quote, und in der Schweiz steht er bei zwei Veranstaltern zur Verfügung, die unterschiedliche Gebiete bedienen. Alles, was daneben steht, hat keine Bewilligung, und die Wahl dazwischen ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Entscheidung darüber, welche Regeln gelten sollen.

Wer sich für den Schweizer Weg entscheidet, entscheidet sich für eine geschlossene Sportliste, eine Identitätsprüfung, ein Wohnsitzkriterium und Verlustlimiten, die er selbst setzen muss und die senkbar sind, ohne dass jemand zustimmen muss. Das ist ein Nachteil mit Vorteilen.

Für einen Leser, der eine Prognose prüfen statt befolgen will, ist das eine gute Ausgangslage. Die Limiten sind die einzige Stelle im System, an der er die Kontrolle vollständig behält.

Häufige Fragen zu kostenlosen Wettprognosen

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?

Sie entsteht aus Form, Heimvorteil, Statistik und Quote. Die Form und die Statistik liefern die Einschätzung des Spiels, der Heimvorteil korrigiert sie, und die Quote ist der Preis, gegen den sie sich behaupten muss. Fehlt eine dieser vier Grössen, ist die Prognose unvollständig.

Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?

Weil sie eine Wahrscheinlichkeit schätzt und kein Ereignis kennt. Selbst eine gute Einschätzung liegt in einem Teil der Fälle falsch, und bei einer Quote von 1.90 muss eine Prognose in mehr als 52,6 % der Fälle richtig liegen, nur damit der Einsatz zurückkommt. Vorhersagen sind keine Einnahmequelle.

Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?

Die entscheidende. Die Quote enthält bereits den Anteil des Veranstalters: Ein illustrativer Zwei-Weg-Markt mit je 1.90 ergibt eine Auszahlungsquote von etwa 95,2 % und damit eine Marge von ungefähr 4,8 %. Eine Prognose muss diesen Abstand erst schlagen, bevor sie etwas anderes ist als eine Meinung.

Was ist die Marge eines Wettanbieters, und wie wirkt sie auf eine Prognose?

Die Marge ist der Anteil, der vom Einsatz im Markt bleibt, statt an die Wettenden zurückzugehen. Im Zwei-Weg-Markt zu 1.90 sind es ungefähr 4,8 %, bei drei Ausgängen mit 1.80, 1.95 und 2.10 rund 6,6 %. Jeder Prozentpunkt davon hebt die Trefferquote, die eine Prognose erreichen muss.

Bei Swisslos mit dem Produkt Sporttip und bei der Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide haben eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa, und beide bedienen nur ihr eigenes Gebiet: Sporttip die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone.

Wie verlässlich sind Prognosen für Turniere wie eine Weltmeisterschaft im Vergleich zu Ligaspielen?

Turnierprognosen sind unzuverlässiger. Es stehen weniger Vergleichspartien zur Verfügung, der Rhythmus ist dichter, und K.o.-Spiele laufen nach anderen Regeln als Gruppenspiele. Bei einer WM kommen Neutralität und Rotation hinzu. Die Prognose muss dort also mehr leisten als im Ligaalltag, und die Trefferquote ist entsprechend weniger belastbar.

Es ist eine Verlustrechnung, keine Prognose.

Inhalt erstellt vom Team «erstligawetten.com»