Wettvorhersagen heute 2026: Warum eine Quote keine Gewissheit ist

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Angaben der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht, und die veröffentlichten Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter geprüft.

Eine Hand hält einen Stift über einem leeren Blatt, daneben eine Tasse Kaffee auf einem hellen Tisch.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Wer heute nach Wettvorhersagen sucht, findet zuerst Prognosen und erst viel später die Frage, die darüber entscheidet, ob aus einer Prognose überhaupt etwas wird: bei wem darf ich in der Schweiz überhaupt wetten, und was kostet mich der Weg dorthin. Genau hier liegt die eigentliche Auswahl. Es gibt keine lange Liste von Anbietern, unter denen man sich das beste Angebot heraussuchen könnte. Es gibt zwei Veranstalter mit Bewilligung und einen langen Schwanz aus ausländischen Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben und deshalb auch keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg mitbringen.

Eine Vorhersage ist ein Werkzeug, kein Versprechen. Sie beschreibt eine Wahrscheinlichkeit, und sie beschreibt sie immer innerhalb eines Preises, den ein Veranstalter gesetzt hat. Wer das trennt, trifft bessere Entscheidungen als der, der eine Prognose liest und den Preis daneben übersieht. Die folgenden Abschnitte gehen der Reihe nach durch, wie eine Vorhersage entsteht, was das Gesetz erlaubt, was Vorhersagen nicht leisten, wie sich das alles auf dem Telefon verhält und was die beiden bewilligten Veranstalter konkret unterscheidet.

Grundlagen: was eine Wettvorhersage heute tatsächlich ist

Football-Analysten, Datenjournalisten und Wetter-Communities nennen sehr verschiedene Dinge «Vorhersage». Der Begriff deckt alles ab von der Bauchmeinung eines Kommentators bis zur Modellrechnung über zehntausend Ballkontakte. Für Wettende ist die Unterscheidung nicht akademisch, weil sie bestimmt, was man mit dem Ergebnis anfangen kann.

Orange Pylonen stehen auf einem Trainingsplatz im Nebel, die Ränder des Platzes verschwimmen im Dunst.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Eine brauchbare Vorhersage hat drei Zutaten. Die erste ist die Form: der Zustand der Beteiligten über die letzten Spiele hinweg, nicht ihr Ruf aus dem Vorjahr. Die zweite ist die Statistik: Torverhältnisse, Heim- und Auswärtsbilanz, Kopf-an-Kopf-Werte, Schussdaten, das Verhalten in bestimmten Spielphasen. Die dritte ist die Information, die keine Datenbank kennt: Ausfälle, Sperren, Reisestrapazen, ein Trainerwechsel mitten in der Woche. Erst wenn diese drei zusammenkommen, entsteht eine Einschätzung, die sich überhaupt in Zahlen ausdrücken lässt.

Warum eine Tagesprognose nur eine Wahrscheinlichkeit beschreibt

Wer eine Spielausgangs-Prognose liest, liest eine Wahrscheinlichkeit in Verkleidung. «Heimsieg wahrscheinlich» heisst nicht «Heimsieg». Es heisst: wenn dieselbe Paarung unter denselben Bedingungen hundertmal gespielt würde, fiele das Ergebnis in einem bestimmten Anteil der Fälle so aus. Diesen Anteil kann niemand messen, weil das Spiel einmal gespielt wird.

Aus dieser Einsicht folgt der praktische Kern. Eine Prognose kann richtig oder falsch sein, und beides sagt über die Qualität der Prognose weniger aus, als man denkt. Ein Ereignis mit 20 Prozent Wahrscheinlichkeit tritt in einem von fünf Fällen ein. Wer fünf solche Wetten abgibt und vier verliert, hat nicht systematisch falsch getippt. Er hat eine Quote erlebt, die so aussieht.

Der nüchterne Umgang mit einer Tagesprognose ist deshalb ein doppelter Blick. Erst auf die Einschätzung, dann auf den Preis, den der Veranstalter dafür verlangt. Eine Einschätzung von 50 Prozent auf einen Ausgang, für den der Veranstalter 1.60 zahlt, ist eine schlechtere Wette als eine Einschätzung von 50 Prozent auf einen Ausgang mit Quote 2.10. Dieselbe geistige Arbeit, zwei völlig verschiedene Geschäfte.

Und in der Schweiz kommt eine Besonderheit dazu, die den Rahmen enger zieht als in fast jedem anderen Markt: bauen lässt sich eine Vorhersage auf praktisch alles, wetten lässt sich nur auf das, was auf der Liste der Gespa steht. Diese Liste ist der dritte und wichtigste Bestandteil jedes Auswahlprozesses hierzulande, und sie ist der Grund, warum der Vergleich im Abschnitt «Vergleich der Wege» nicht nach Vorhersagequalität sortiert, sondern nach Zugangswegen.

Rechtslage: was in der Schweiz erlaubt ist und was nicht

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Beaufsichtigt werden sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht zuständig — sie beaufsichtigt Casinos und nichts darüber hinaus. Das ist mehr als eine Zuständigkeitsfrage für Juristen. Es heisst, dass die Regeln für Sportwetten aus einer anderen Quelle kommen als die Regeln für Spielbanken, und dass eine Casino-Limite nie eine Wettlimite ist.

Eine hölzerne Bank steht an der Seitenlinie eines leeren Sportplatzes, dahinter Bäume im Herbstlicht.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Und sie gilt nur in der Schweiz. Beides zusammen erklärt, warum die Landschaft so aussieht, wie sie aussieht.

Zwei Veranstalter, zwei Gebiete, kein dritter

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Mehr Veranstalter gibt es nicht, und zwar nicht, weil gerade keine weiteren bewilligt wären, sondern weil die Zahl gedeckelt ist.

Jeder der beiden bedient sein eigenes Gebiet. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Für Wettende ist das keine Fussnote, sondern die erste Sortierfrage überhaupt. Wer in Zürich wohnt, kommt an den Westschweizer Veranstalter nicht als Kundin heran; wer in Genf wohnt, nicht an Sporttip. Die Bewilligung selbst kennt keine Wahl, das Vertragsgebiet entscheidet.

Ein Konto setzt ausserdem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz voraus, praktisch also im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Dazu kommt: ein Konto pro Person, mit verifizierter Identität. Bei der Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist unbequem und es ist der Preis dafür, dass eine Spielsperre überhaupt etwas bedeutet.

Die geschlossene Liste: worauf gewettet werden darf

Verwiesen wird hier auf das Gesetz und auf die Aufsicht, nicht auf Moods. Was in der Schweiz gewettet werden darf, steht nicht im Ermessen des Veranstalters. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten; die Fassung mit Stand 10. September 2026 stützt sich auf Artikel 25 BGS und Artikel 29 VGS. Was auf dieser Liste fehlt, existiert für Schweizer Wetten nicht, gleichgültig wie viele Vorhersagen dazu im Umlauf sind.

Wetten sind nur auf Sportereignisse erlaubt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, und auf Trainingsläufe lässt sich nie wetten. Corner- und Kartenmärkte erscheinen auf der Liste nicht. Esports ebenso wenig — wer eine Esport-Vorhersage liest, liest sie ausserhalb des bewilligten Angebots. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Das Gesetz schränkt das nicht auf einzelne Live-Märkte ein. Cash-Out ist dagegen gesetzlich nicht geregelt und bleibt eine Funktion im Angebot des jeweiligen Veranstalters, nichts weiter.

Bewilligung, ausländische Marken und was in der Schweiz keine Wirkung hat

Der Kern in einem Satz: ausserhalb der beiden bewilligten Veranstalter gibt es in der Schweiz keine legale Sportwette, und eine ausländische Bewilligung ändert daran nichts. Eine Curaçao-, Malta-, deutsche oder sonstige Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das ist keine Auslegungsfrage, sondern steht so im Gesetz.

Dass eine Wette trotzdem möglich ist, macht sie nicht erlaubt. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat; bei gewerbsmässigem Betrieb drohen bis zu fünf Jahre. Bestraft wird der Spielende nicht, das ist die eine klare Aussage. Die Kehrseite: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Wer dort Geld liegen hat, hat keine Schweizer Aufsicht, die sich darum kümmert, keinen Anschluss an das schweizweite Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg, wenn eine Auszahlung ausbleibt.

Gegen ausländische Domains führt die Gespa eine Sperrliste, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Die Liste wächst, und geblockte Domains werden innert Stunden ersetzt. Das ist im eigenen Alltag spürbar: eine gesperrte Adresse ist kein Ende der Marke, sondern ein Umzug.

Für Angebote, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist Werbung eine Straftat. Das steht in Artikel 74 Absatz 3 BGS und ist mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 nach Artikel 131 BGS bewehrt. Diese Seite nennt ausländische Marken deshalb als das, was sie sind: Referenzpunkte für ein Publikum, das ihnen begegnet. Keine von ihnen wird hier als legal oder sicher bezeichnet, und wer eine dieser Marken nutzt, tut das ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens.

Werbung, Gratisspielguthaben und der Unterschied zum Markt

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder an gesperrte Personen richten. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es dagegen nicht. Eine Beschränkung, die sich hartnäckig hält, sich in den Erlassen aber nicht findet.

Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Wer mit «Gratiswette» wirbt, ohne dass die Aufsicht zugestimmt hat, hat ein Problem mit der Aufsicht und nicht mit dem Wortlaut. Die Beträge und Bedingungen ergeben sich ausserdem nicht aus dem Gesetz, sondern aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Das ist der Grund, warum sich ein Gratisguthaben nicht aus einer Schlagzeile beurteilen lässt.

Bei den Steuern hält sich viel Halbwissen. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert; der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 waren es CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht davon ab, sie ist je nach Kanton verschieden. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Eine typische Wette liegt weit unter dieser Grösse: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Bei einem ausländischen Anbieter fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonale Praxis — Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen — kann zubeissen. Konkrete Fragen gehören zur Steuerberaterin oder zur kantonalen Steuerverwaltung.

Spielerschutz: was Vorhersagen nicht können

Eine Vorhersage kann eine Einschätzung verbessern. Sie kann kein Budget ersetzen, und sie ist kein Einkommen. Wer ein Spiel mit ungewissem Ausgang finanziert, als wäre der Ausgang bekannt, benutzt das Werkzeug falsch. Der Unterschied ist nicht moralisch, sondern arithmetisch: eine Erwartung von fünf Prozent Vorteil pro Wette schlägt sich über hundert Wetten nur dann in einem Plus nieder, wenn die Einsätze klein genug sind, um die Schwankungen zu überleben. Genau daran scheitern die meisten.

Der Schweizer Rahmen setzt hier an einer Stelle an, die international ungewöhnlich ist: Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein festgeschriebener staatlicher Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht. Wer eine «staatliche Obergrenze» erwartet, sucht etwas, das es hier nicht gibt.

Bei Sporttip konkret: Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das ist eine Limite, die beim Wettkonto greift, nicht bei der Zahlung an sich — und sie gehört dahin, wo heute noch nichts steht: vor die erste Wette.

Spielsperre und Sperrregister

Eine Spielsperre betrifft überschuldete oder suchtgefährdete Personen und die Selbstsperre. Sie wird in einem schweizweit geführten Register der gesperrten Personen erfasst. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter anbieten.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist die praktisch wichtigste Eigenschaft dieses Registers und der schärfste Unterschied zu jedem ausländischen Angebot: die Sperre folgt der Person, nicht dem Produkt, und sie folgt ihr über die Grenze.

Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren besteht kein Zugang. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — der naheliegendste Interessenkonflikt im Sport und der einzige, den das Regelwerk ausdrücklich benennt.

Wer denkt, an den Verkaufsstellen werde strenger kontrolliert als online, sollte die Zahlen der Gespa kennen: bei Testkäufen 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der persönliche Schalter ist kein Schutzmechanismus. Er ist ein Schalter.

Zahlungen, Auszahlungen und der Verzicht auf Anonymität

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht. Kredite an Spielende sind ebenfalls nicht möglich.

Bei Swisslos zahlt das Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto.

Die dritte kostenlose Auszahlung, die keine ist, ist der beste Beleg dafür, dass die Gebührenfreiheit eines Kontos eine Momentaufnahme ist. Wer zweimal im Jahr auszahlt, merkt nichts. Wer monatlich auszahlt und das nicht bedacht hat, zahlt.

Auf dem Telefon: dieselben Regeln in kleinerem Format

Auf dem Smartphone gelten dieselben Regeln wie am Computer. Konto, Limiten und Wettschein sind identisch; es gibt keine App-Version des Spielerschutzes und keine, die davon abweicht. Dass eine Wette in einer App zusammengestellt wurde, ändert an der Bewilligung nichts, an der Limite nichts und am Sperrregister nichts.

Bei Sporttip lassen sich Wetten online über Swisslos.ch oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. Eine in der App zusammengestellte Wette kann per QR-Code auch an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Dieser Weg ist praktischer, als er klingt: er verbindet die Bequemlichkeit des Vorabends mit dem Bargeld am Kiosk, ohne dass jemand die Wette zweimal eingeben muss.

Was Benachrichtigungen mit einer Entscheidung machen

Eine Push-Mitteilung über eine Livewette trifft den Spielenden zu einem Zeitpunkt, den der Veranstalter gewählt hat. Genau darin liegt die Gefahr, und sie ist unabhängig davon, ob die Mitteilung sachlich richtig ist. Wer eine Vorhersage in Ruhe geprüft hat, trifft eine andere Entscheidung als wer sie unter Zeitdruck nachschiebt. Der technische Rat ist unspektakulär und wirksam: Live-Benachrichtigungen ausschalten, Livewetten am Telefon nur mit der Limite, die vorher festgelegt wurde.

Für Mobile gilt derselbe Massstab wie für alles andere in diesem Text. Das Format macht die Wette nicht kleiner, es macht sie schneller. Schneller ist bei einem Spiel mit ungewissem Ausgang kein Vorteil.

Vorhersagen und Strategie: wie aus einer Einschätzung eine Wette wird

Der Weg von der Prognose zur Wette hat vier Stationen, und die meisten Fehler entstehen nicht an der ersten, sondern an der dritten.

Die erste Station ist die Einschätzung. Sie stützt sich auf Statistik, Form, Ausfälle und Quoten — auf die Quoten insofern, als der Markt selbst ein Aggregat aus vielen Einschätzungen ist und ein Modell, das den Markt in allem bestätigt, keine Wette liefert, sondern eine teure Note.

Die zweite Station ist die Umrechnung in Wahrscheinlichkeiten. Wer aus einem erwarteten Torverhältnis eine Siegwahrscheinlichkeit ableitet, muss dieselbe Sprache benutzen wie der Veranstalter. Sonst vergleicht er eine Einschätzung in Prozent mit einem Preis in Dezimalform und glaubt an der Stelle an einen Vorteil, an der er nur zwei Einheiten nebeneinander gelegt hat.

Die dritte Station ist der Preisvergleich. Hier entscheidet sich, ob die Arbeit bezahlt wird. Und hier schlägt der Punkt zu, den man am leichtesten übersieht.

Die Marge: was in jeder Quote schon eingerechnet ist

Quotenschlüssel, Auszahlungsquote, Marge — drei Wörter für dieselbe Rechnung. Sie beschreibt den Anteil aller Einsätze, den ein Markt an die Wettenden zurückgibt; die Marge ist das, was der Veranstalter davon behält. Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1.90 und 1.90. Das ist ein Rechenbeispiel, kein notierter Preis, und es zeigt das Mechanische klarer als jede echte Quote.

Bei diesen Quoten tragen die beiden Ausgänge zusammen 105,3 Prozent auf. Der Markt gibt also rund 95 Prozent der Einsätze zurück und behält rund 5 Prozent. Die Marge liegt damit grob im Bereich von 5 Prozent, und das ist eine Bandbreite, keine feste Zahl — sie hängt davon ab, ob der Veranstalter die beiden Quoten auf Cent-Gleichheit stellt oder um einige Stellen verzerrt, und sie schrumpft, sobald die Ränder unsymmetrisch gesetzt werden. Je reduzierte, desto niedriger, je fairere, desto höher, und ein Veranstalter, der auf beiden Seiten 1.90 zahlt, arbeitet mit einer Bandbreite um diese Grösse herum.

Was das für eine Vorhersage bedeutet, ist der Punkt. Wer auf einen Ausgang tippt, braucht für den Erwartungswert null rund 52,6 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit, nicht 50 Prozent. Die 2,6 Prozentpunkte sind die Marge in der Sprache der Trefferquote, und sie sind der Grund, warum «ungefähr 50/50» für einen Wettenden ein Minus ist. Eine Einschätzung, die überzeugend klingt und die Marge nicht übersteigt, ist trotzdem kein Geschäft.

Dieselbe Rechnung trägt über das Zwei-Weg-Beispiel hinaus und wird dort stärker, wo mehr Ausgänge existieren. Ein Markt mit drei Ausgängen oder ein Handicap-Markt verteilt denselben Aufschlag auf andere Quoten, und die Marge eines Marktes ist nie die Marge eines anderen.

Trefferquote: die Zahl, die falsch gelesen am meisten schadet

Trefferquoten stehen auf jedem Prognoseportal, und keine Angabe dort ist so leicht misszuverstehen. Die Ursache ist einfach: Eine Trefferquote hat ohne die Zahl der Versuche und ohne die Quoten, gegen die sie erzielt wurde, keine Aussagekraft. 60 Prozent Trefferquote klingt nach Sachverstand. 60 Prozent aus fünf Versuchen ist Rauschen; 60 Prozent aus eintausend Versuchen ist ein Ergebnis; 60 Prozent aus eintausend Versuchen bei durchschnittlich Quote 1.40 ist ein Verlust.

Der zweite Fehler ist subtiler. Eine Trefferquote wird oft ohne Zeitangabe präsentiert, obwohl ein Modell sich ändert. Wer im Frühling gut getippt hat, sagt nichts über den Herbst. Die Zahl, die zählt, ist die Einschätzung nach jeder Korrektur, die das Modell gelernt hat, und die Länge der Vergangenheit, über die sie stabil geblieben ist.

Und der dritte Fehler ist der wichtigste, weil er bei fast allen falsch läuft: Eine hohe Trefferquote und ein Gewinn sind nicht dasselbe. Wer auf Favoriten mit niedriger Quote setzt, gewinnt die Mehrheit der Wetten und kann trotzdem verlieren. Wer auf Aussenseiter setzt, verliert die Mehrheit und kann trotzdem gewinnen. Ausgezahlt wird in CHF, nicht in Treffern.

Value Bet: warum die Favoritenwette keine sein muss

Eine Value Bet ist eine Einschätzung, die über der Wahrscheinlichkeit liegt, die im Preis steckt. Das ist die ganze Definition, und sie ist unabhängig davon, wer Favorit ist. Der eigene Wert liegt in der Differenz; ein Wettschein auf den Favoriten ist nur dann eine Value Bet, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit höher ist als die im Markt eingepreiste.

Umgekehrt gilt, dass eine faire Quote nicht automatisch eine gute ist. Wer 2.10 bekommt, wo 2.00 gerecht wären, hat die bessere Seite erwischt, hat aber nur 5 Prozent Vorteil — und der wird durch die Streuung überdurchschnittlich lange auf sich warten lassen. Value Bet heisst nicht «sicherer Gewinn», es heisst tieferer Erwartungswert des Verlusts.

Und ein Anbieterwechsel hilft hier weniger, als man hofft. Weil die Zahl der bewilligten Schweizer Veranstalter zwei beträgt, ist der Preisvergleich heimisch ein Vergleich zwischen zwei Parteien, die beide die Gespa-Liste im Rücken haben. Wer niedrigere Margen sucht, muss über die Grenze blicken, und dort verliert er den Schutz, mit dem die Margen umgerechnet werden müssten.

Vergleich der Wege: zwei Veranstalter mit Bewilligung und acht ausländische Marken

Gesucht werden konnte hier nicht nach dem schönsten Schaufenster, sondern nach dem, was überprüfbar ist: wer in der Schweiz eine Bewilligung hat, wer sie nicht hat und welche Zahlungs- und Auszahlungswege dokumentiert sind. Die folgende Übersicht ist genau das — eine Erfassung der Bewilligungslage, nicht eine Reihung von Prognosen.

Anbieter Bewilligung für die Schweiz Veranstalter bzw. Organisator
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Sportuna keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
bet-at-home keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Bettilt keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Jackbit keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Playzilla keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Bahigo keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Rollbit keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht feststellbar, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Für die ausländischen Marken lautet eine Zelle wie die andere, und der Grund liegt in der Sache, nicht in der Sorgfalt. Eine Bewilligung, die in der Schweiz keine Wirkung hat, wird hier nicht zu einer zweiten Bewilligung, wenn man sie lange genug beschreibt. Die Leerstelle ist das Ergebnis.

Was in der Tabelle steht, ist ausserdem nicht die ganze Auskunft über diese Marken. Sie sind nicht am schweizweiten Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg gegen sie, und weil die Gespa sie auf die Sperrliste setzen kann, kann der Zugang von einem Tag auf den anderen über den Anschluss verschwinden. Wer trotzdem dort spielt, spielt ohne Netz und ohne den Schweizer Steuerfreibetrag — bei einem ausländischen Anbieter ist ein Gewinn je nach Kanton voll steuerbar, während er es bei einem Schweizer Grossspiel typischerweise nicht ist. Dasselbe gilt für Werbung: für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Angebot zu werben, ist strafbar und kostet bis zu CHF 500’000. Die Auswahl für Schweizer Wettende ist deshalb kleiner, als jede Suchseite suggeriert, und sie ist kleiner aus einem Grund, der mit Vorhersagequalität nichts zu tun hat.

Swisslos Sporttip: der grösste Vertragsraum, klare Limits und ein nüchterner Preis

Sporttip ist der Schweizer Veranstalter mit dem grössten Vertragsgebiet und der ausführlichsten Regelsammlung. Die Zahlen, die einen Spielverlauf bestimmen, sind hier selten dramatisch und immer eindeutig: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten; er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Die Regeln der Auswertung sind das eigentliche Qualitätsmerkmal dieses Angebots, weil sie die Fälle betreffen, in denen eine Prognose durch Ereignisse überholt wird. Werden abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Veranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; wird eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion angenommen, kann die ganze Kombinationswette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden.

Interessanter für den Erwartungswert als jede Limite sind die Boosts. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Boost ist rechnerisch ehrlicher als das Etikett «free» suggeriert und gleichzeitig weniger wert, als die vier Voraussagen vermuten lassen. Vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 ergeben als Kombination mindestens rund 5.06 — eine Wette, die deutlich seltener aufgeht als eine einzelne; die fünf Prozent liegen dann auf dem Nettogewinn einer Wette, die es erst einmal zu gewinnen gilt.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht, der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Beim Geld sind die Wege klar geregelt. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos zur Verfügung, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Das Verdikt über Sporttip fällt an einer ungewöhnlichen Stelle aus. Der wichtigste Vorteil ist nicht die Quote, sondern die Tatsache, dass hier ein Sperrregister greift, eine Obergrenze vor der ersten Wette verlangt wird und eine abgesagte Partie nach 48 Stunden zurückbezahlt wird. Wer Wert auf einen Ansprechpartner im gleichen Rechtsrahmen legt, hat hier die einzige Wahl in der Deutschschweiz — mit dem Vertragsgebiet, dem Ticino und Liechtenstein als Grenze. Die Systemwette bis CHF 10’000 ist ausserdem der einzige Weg im bewilligten Angebot, bei dem ein Einsatz spürbar über die Limite einer Einzelwette hinausgeht.

Loterie Romande Jouez Sport: sechs Kantone, ein hoher Deckel und Mindestquoten

Jouez Sport ist der Veranstalter der Westschweiz, und die Zahlen, die sein Angebot prägen, sind andere. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Diese Mindestquote von 1.10 ist die eigentliche Eigenheit des Angebots. Sie schliesst eine ganze Klasse von Wetten aus, nämlich die sehr sicheren mit sehr geringem Ertrag — und sie tut das nicht aus Vorsicht, sondern als Kontur des Produkts. Wer gewohnt ist, mit einer Quote nahe 1.05 zu arbeiten, wird hier nicht bedient. Wer Kombinationen mit bis zu zehn Voraussagen baut, stösst an denselben Hebel wie überall: die Gesamtquote darf 100’000 nicht übersteigen, was bei zehn Voraussagen von je 3.00 bereits erreicht ist.

Ein Deckel von CHF 300’000 pro Wette klingt grosszügig und ist im Alltag irrelevant; die relevante Zahl ist der Deckel über alle Gewinne eines Multiples zusammen, weil sie die Summe begrenzt, die eine durchdachte Serie überhaupt einbringen kann. Beides gilt unterschiedslos für Spielende aus den sechs Kantonen. Wer aus Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf oder Jura kommt, findet hier den Rechtsrahmen, das Sperrregister und die Identitätsprüfung genauso vor wie auf der anderen Seite — nur mit einem Produkt, das anders geschnitten ist.

Das Verdikt: Jouez Sport ist für Kombinationsspieler mit Geduld und mittleren Einsätzen die interessantere Konstruktion der beiden, weil die Mindestquote die aussichtslosen Klein-Quoten-Wetten von vornherein ausschliesst. Der Preis dafür ist ein Wohnsitz, den man sich nicht aussuchen kann.

Sportuna: eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung

Sportuna gehört zu den Marken, die Schweizer Spielende ausserhalb des bewilligten Angebots antreffen. Für eine Schweizer Bewilligung gilt hier: keine. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine nach eigenen Angaben nicht feststellbare Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung.

Was daraus für ein Konto folgt, ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Beschreibung der Lage: kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzt und der Zugang über den Anschluss verschwindet. Wer wegen einer Vorhersage auf eine solche Marke ausweichen will, tauscht den Schutz gegen eine Auswahl ein, und die Auswahl ist der einzige Teil dieses Tauschs, der sich später nicht zurückholen lässt.

Für wen die Marke dennoch in Frage kommt: für jemanden, der bewusst ausserhalb der Schweiz spielt, die steuerliche Behandlung eines ausländischen Gewinns kennt und die fehlende Aufsicht als Teil des Preises akzeptiert. Wer aus Gewohnheit hier landet, hat die Entscheidung nicht getroffen, sondern verpasst.

bet-at-home: ohne Schweizer Bewilligung, in der Sperrliste bekannt

bet-at-home ist eine der Marken, die in der Schweizer Diskussion als Beispiel dafür genannt werden, wie die Sperrliste funktioniert: geblockte Domains werden innert Stunden ersetzt. Für eine Schweizer Bewilligung gilt hier: keine. Eine nach eigenen Angaben nicht feststellbare Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.

Wer die Domain eines Tages nicht mehr erreicht, hat den Mechanismus erlebt und nicht die Schliessung der Marke. Für den einzelnen Spielenden ändert sich am Regelwerk nichts: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Steuerbefreiung auf einen Gewinn, dafür je nach Kanton volle Steuerbarkeit.

Das Verdikt: die Marke ist bekannt und der Umgang mit ihr entsprechend geübt; wer ihr Spielguthaben hinterlässt, sollte wissen, dass die Adresse selbst ein bewegliches Ziel ist. Das ist kein Argument gegen die Marke, sondern gegen das Guthaben, das dort liegen bleibt.

N1 Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Bei N1 Bet gilt für die Schweiz dasselbe wie bei jeder Marke dieser Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer anderswo erteilten Bewilligung in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Auf das schweizweite Register der gesperrten Personen ist hier niemand zugeschnitten.

Wer für ein Konto im Ausland viel Zeit aufwendet, um dort eine Vorhersage umzusetzen, investiert in den Zugang mehr, als die Vorhersage in der Regel wert ist. Die Schweiz beantwortet die Frage nach dem Schutz mit zwei Namen; alles darüber hinaus ist ein eigener Weg.

Das Verdikt: eine Marke für Nutzer, die den Auslandskontext ohnehin kennen. Als Schweizer Standardzugang taugt sie nicht, und die fehlende Sperrregisterbindung wiegt schwerer als die grössere Marktauswahl.

Bettilt: ohne Schweizer Bewilligung

Auch bei Bettilt beginnt und endet die Schweizer Bewilligungsfrage mit der Antwort: keine. Nur die beiden bewilligten Veranstalter dürfen hier Sportwetten annehmen, und eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft. Für ein Schweizer Konto bedeutet das keinen Anschluss an das Sperrregister, keinen Rechtsweg und keine Schweizer Aufsicht.

Auffällig ist an dieser Stelle nicht die einzelne Marke, sondern die Gleichförmigkeit der Gruppe. Acht Namen stehen in der Übersicht unter derselben Feststellung, und das ist keine Nachlässigkeit, sondern das Ergebnis einer Marktordnung, die keine Graustufe kennt.

Das Verdikt: die Marke ist weder besser noch schlechter als ihre Nachbarn in dieser Liste, und genau darin liegt die Warnung, die von der ganzen Gruppe ausgeht.

Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung

Bei Jackbit ist die Schweizer Bewilligungslage dieselbe wie in der ganzen Gruppe: keine Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme auf die Sperrliste.

Wer dort eine Vorhersage umsetzt, verlagert die Entscheidung in einen Rahmen, in dem eine Sperre nicht greift und ein Streit nicht in der Schweiz ausgetragen wird. Das ist die relevante Eigenschaft, unabhängig davon, wie die Oberfläche aussieht.

Das Verdikt: für Schweizer Wettende, die den Schutz suchen, kein Kandidat. Wer hier spielt, spielt aus einem anderen Grund als aus Sicherheit.

Playzilla: ohne Schweizer Bewilligung

Playzilla steht in derselben Spalte wie Sportuna, bet-at-home, N1 Bet, Bettilt, Jackbit, Bahigo und Rollbit: keine Schweizer Bewilligung. Diese Feststellung ist die einzige, die für die ganze Gruppe trägt, und sie trägt, weil das Gesetz keine dritte Kategorie vorsieht.

Die praktische Folge für ein Konto ist immer dieselbe und lässt sich nicht durch die Marke mildern: kein Sperrregister, kein Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht, und die Steuerbehandlung eines ausländischen Gewinns entscheidet der Wohnkanton. Bei Thurgau wäre sie voll steuerbar, unabhängig von der Höhe.

Das Verdikt: ein Angebot, dessen interessantester Punkt im schweizerischen Rahmen ausserhalb des Rahmens liegt. Bleibt es bei einer Vorhersage zum Lesen, kostet die Marke nichts.

Bahigo: ohne Schweizer Bewilligung

Bahigo trägt die Bewilligungslage der Gruppe, und die ist keine. Für Schweizer Kontoeröffnungen heisst das: keine Aufsicht, kein Register, kein Rechtsweg, mögliche Sperrung der Adresse über DNS. An der Aussage «keine Schweizer Bewilligung» führt bei diesem Anbieter keine Route vorbei, und jede Beschreibung eines Angebots ändert daran nichts.

Wer trotzdem dort spielt, sollte das als die eigentliche Entscheidung begreifen. Die Vorhersage ist dann das kleinere Problem.

Das Verdikt: liegt völlig im Mittelfeld dieser Gruppe, und dieses Mittelfeld ist ein Ort und kein Anbieterprofil.

Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit schliesst die Gruppe ab, und für Rollbit gilt dasselbe: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung, kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Steuerbefreiung auf einen Gewinn.

Wer die Gruppe als solche liest, liest den eigentlichen Befund der ganzen Übersicht. Die Alternative zu den zwei bewilligten Veranstaltern besteht aus Marken, die aus Schweizer Sicht denselben Status teilen, und die Unterschiede zwischen ihnen sind für die Schweizer Rechtslage nicht entscheidend.

Das Verdikt: kein Schweizer Zugang im Sinne des Gesetzes. Wer dort nur Vorhersagen liest und nicht wettet, wählt den einzigen Teil des Angebots, der ohne Schweizer Bewilligung auskommt.

Häufige Fragen zu Wettvorhersagen in der Schweiz

Wie entsteht eine Wettvorhersage aus Form, Statistik und Quoten?

Aus drei Quellen, die getrennt beurteilt werden müssen: der Form der Beteiligten über die letzten Spiele, statistischen Werten wie Torverhältnis und Heimstärke sowie der Information über Ausfälle und Sperren. Die Quote kommt zuletzt dazu und sagt, welcher Preis für eine Einschätzung zu haben ist. Sie liefert keine Bestätigung, sondern die Gegenprobe.

Warum ist keine Vorhersage sicher, und wie liest man eine Trefferquote richtig?

Weil ein Sportereignis einmal gespielt wird und eine Wahrscheinlichkeit keine Garantie ist. Eine Trefferquote wird erst mit der Zahl der Versuche, den erzielten Quoten und dem Zeitraum lesbar. Fünfundsechzig Prozent aus zwölf Versuchen sagen fast nichts. Eine hohe Quote an Treffern bei kleinen Gewinnquoten kann rechnerisch ein Verlust sein.

Was ist eine Value Bet, und wie unterscheidet sie sich von einem Tipp auf den Favoriten?

Eine Value Bet liegt vor, wenn die eigene Einschätzung über der im Preis eingepreisten Wahrscheinlichkeit liegt. Die Rolle des Favoriten spielt dabei keine Rolle: auch eine Wette auf den Aussenseiter kann eine Value Bet sein, und eine Favoritenwette kann eine schlechte Wette sein. Der Unterschied liegt in der Differenz, nicht in der Rangfolge der Mannschaften.

Dürfen Wetten über eine mobile Anwendung bei Swisslos und der Loterie Romande abgeschlossen werden?

Ja. Bei Sporttip lassen sich Wetten über die App für iOS und Android abgeben, und eine dort zusammengestellte Wette kann per QR-Code an einer Verkaufsstelle gespielt werden. Die Regeln sind identisch mit denen am Computer: dieselben Limiten, dasselbe Konto, dasselbe Sperrregister. Nur die Geschwindigkeit ist eine andere.

Wie lässt sich ein Wettbudget mit Verlustlimiten pro Tag, Woche und Monat festlegen?

Vor der ersten Wette. Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese Reihenfolge ist die einzige Bremse, die im entscheidenden Moment verlässlich greift.

Was bedeutet die Marge in einer Quote für die Aussagekraft einer Vorhersage?

Die Marge ist der Teil jeder Quote, den der Veranstalter behält. In einem illustrativen Markt mit 1.90 und 1.90 liegt der Auszahlungsanteil bei rund 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent, als Bandbreite gelesen. Für den Erwartungswert null braucht es deshalb keine 50 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit, sondern ungefähr 52,6 Prozent.

Inhalt erstellt vom Team «erstligawetten.com»