Wettquoten für den EM-Sieger im schweizerischen Vergleich: Zwei Bewilligungen, acht Ausschlüsse

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Stand dieser Zahlen: 29. Oktober 2026, abgeglichen mit den Bewilligungsangaben der Gespa und den veröffentlichten Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Eine Wette auf den Europameister ist kein Tipp auf einen Turnierverlauf. Sie ist der Kauf eines Preises, und der Preis trägt die Meinung des Verkäufers bereits in sich. Wer bei einem Zweiwegemarkt mit Quoten von 1.90 auf beiden Seiten rechnet, sieht es sofort: Die Auszahlungsquote beträgt 95,0 Prozent, die Marge 5,0 Prozent. Fünf Rappen von jedem Franken bleiben beim Veranstalter, egal wie das Spiel ausgeht.

Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.
Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

In der Schweiz kommt zu dieser Marge eine Besonderheit, die es sonst nirgends in Europa gibt. Auf den Europameister darf hierzulande nicht jeder wetten, der es anbietet. Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport haben eine Bewilligung. Das schrumpft die Auswahl auf zwei Namen und macht die Entscheidung gleichzeitig einfacher und schwerer: einfacher, weil acht der zehn Anbieter, die einem bei der Suche begegnen, rechtlich gar nicht in Frage kommen; schwerer, weil die beiden erlaubten Veranstalter unterschiedliche Gebiete bedienen und ein Konto kein Selbstläufer ist.

Wer eine Siegerwette abschliesst, zahlt dreierlei: die Marge im Preis, die Bindung des Kapitals über die Laufzeit des Turniers und – bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung – den Verzicht auf jeden Mechanismus, der ihn im Streitfall schützt. Der erste Posten ist klein und bekannt. Der dritte ist unsichtbar und teuer.

Wie Siegerquoten für ein Turnier entstehen und woran sie scheitern

Eine Siegerquote ist ein Preis für eine lange offene Position. Der Veranstalter schätzt ab, wie gross die Chance jeder teilnehmenden Nation ist, das Turnier zu gewinnen, und setzt daraus eine Dezimalquote. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag einer Wette aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten; das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 20 und einer Quote von 6.00 sind das CHF 120 brutto. Bei krummen Beträgen kostet die Rundung ein paar Rappen – kein Skandal, aber ein Posten, den kein Buchmacher zurückgibt.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Die Zahl, die ein Wettender aus einer Quote abliest, ist der Kehrwert. Quote 6.00 bedeutet 16,67 Prozent. Diese implizite Wahrscheinlichkeit ist noch nicht um die Marge bereinigt, und sie ist deshalb durchweg zu optimistisch. Addiert man die Kehrwerte aller möglichen Sieger eines Turniers, landet man über 100 Prozent. Die Differenz zwischen dieser Summe und 100 Prozent ist der Anteil, den der Veranstalter einbehält.

Warum ist die Siegerquote über die Jahre kaum vergleichbar? Weil sich das Turnier selbst verändert. Die erste Europameisterschaft fand 1960 statt, von 1996 bis 2012 spielten 16 Mannschaften, seit 2016 sind es 24. Spanien ist mit vier Titeln Rekordsieger, Deutschland gewann 1972, 1980 und 1996. Die EM 2024 in Deutschland war die 17. Ausgabe des Turniers. Für die Quote auf die nächste Ausgabe sind diese Zahlen Kulisse, nicht Grundlage: Ein Titel von 1996 sagt nichts über einen Kader von 2028. Wer aus Titelhistorie eine Prognose ableitet, verwechselt Tradition mit Form.

Die EM 2024 endete am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion mit Spaniens 2:1 gegen England – der vierte spanische Titel. 51 Spiele wurden ausgetragen, insgesamt 2’681’288 Zuschauer kamen. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Sechs Torschützen mit je drei Treffern sagt eine Menge über die Ausgeglichenheit der Ausgabe – und nichts über die Quote auf den Sieger von 2028, dessen Feld erst nach der Auslosung am 6. Dezember 2026 in Belfast Konturen annimmt.

EM 2028: Ein neues Format, eine längere Bindung

Die nächste Ausgabe wird in England, Schottland, Wales und Irland gespielt, 24 Nationen nehmen teil. Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Gespielt werden sechs Vierergruppen, danach folgt die K.-o.-Phase: Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli, Finale am 9. Juli. Ein Spiel um Platz 3 gibt es nicht. Die Qualifikation läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams; die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt.

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Für den Wettenden ist vor allem der Kalender eine Kostenfrage. Wer im 2026 auf den Europameister 2028 setzt, bindet seinen Einsatz bis mindestens Anfang Juli 2028. Bei einem Einsatz von CHF 100 sind das zwei Jahre Kapital, das keine Zinsen trägt und in denen noch keine der 24 Nationen qualifiziert ist. Wer dagegen auf ein einzelnes Gruppenspiel setzt, bindet dasselbe Geld für 90 Minuten. Der Unterschied in der Liquidität ist grösser als der Unterschied zwischen zwei Quoten.

Dazu kommt ein Wechselkursrisiko, das in der Schweiz selten offen angesprochen wird. Konten bei Schweizer Veranstaltern laufen in Franken. Wer in Euro denkt und sein Geld für die Auszahlung im Juli 2028 in Franken liegen lässt, trägt die Kursbewegung zwischen Einzahlung und Auszahlung. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren kann dieser Posten jede Margendifferenz zwischen zwei Anbietern überschreiten.

Der Schweizer Markt: zwei Veranstalter, ein Gesetz, keine Auswahl

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und stehen unter der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Der Rahmen stützt sich auf das Geldspielkonkordat in der Fassung vom 1. Januar 2021. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht zuständig – sie überwacht Casinos, nicht Sportwetten. Eine Bewilligung braucht zwei Teile, eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Wer das prüfen will, findet bei der Gespa die Bewilligungen der beiden Veranstalter und daneben nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains – kein Verzeichnis mit zehn Namen, aus dem man wählen könnte.

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Die Nettoerlöse gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen – ein Detail, das die Debatte um die Marge in ein anderes Licht rückt, aber am Preis für den Wettenden nichts ändert.

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist keine Geschmacksfrage. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann bei Jouez Sport kein Online-Konto eröffnen. Wer in Genf wohnt, nicht bei Sporttip. Der Wohnsitz entscheidet über den Anbieter, lange bevor die Quote ins Spiel kommt.

Was die zwei Bewilligungen praktisch bedeuten: Gebiet, Kontrolle, Franken

Ein Online-Konto bei einem der beiden Veranstalter setzt mindestens 18 Jahre voraus, dazu Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Dienstgebiet und eine bestehende Registrierung ohne Spielsperre. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist keine Formalie: Wer als Grenzgänger in Deutschland wohnt und in Basel arbeitet, erfüllt die Bedingung nicht, weil der gewöhnliche Aufenthalt im Vertragsgebiet liegen muss.

Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich durch, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Ein Konto lautet auf Franken. Einzahlung und Auszahlung laufen über ein Konto auf den eigenen Namen. Wer keine Schweizer Kontobeziehung hat, stösst hier an eine praktische Grenze, die in keinem Quotenvergleich auftaucht und trotzdem über die Nutzbarkeit entscheidet.

Was die Gespa-Liste erlaubt – und was sie ausschliesst

Bewettet werden dürfen nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Der erlaubte Umfang ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Rankingwetten nur, wenn das Ranking den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf niemand setzen. Corner- oder Kartenmärkte fehlen in der Liste ebenso wie ein Esport-Bereich. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Die Liste ist der Grund, warum die Suche nach einem exotischen Markt bei einem Schweizer Veranstalter oft ins Leere läuft. Wer eine Wette auf die Anzahl der Eckbälle im Finale sucht, wird bei Swisslos oder der Loterie Romande nicht fündig. Das ist keine Lücke, sondern die Grenze, die der Bewilligungsrahmen zieht. In der offenen Liste eines ausländischen Anbieters gibt es diesen Markt – nur hat der in der Schweiz keine Bewilligung.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Livemärkte.

Cash-Out: ein Feature, kein Anspruch

Der Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt. Er ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Diese drei Einschränkungen sind es, an denen sich die Praxis entscheidet. Keine Teilauszahlung heisst: entweder ganz raus oder ganz drin. Keine Garantie pro Markt heisst: dass Cash-Out für Langzeitwetten grundsätzlich möglich ist, sagt nicht, dass er für die Siegerwette auf einen bestimmten Aussenseiter angeboten wird. Wer seine Langzeitwette früh auflösen will, muss vor dem Abschluss der Wette im Wettprogramm nachsehen, ob die Funktion für diesen Markt aktiv ist. Nachträglich lässt sich daran nichts ändern, und ein rückgängig gemachter Cash-Out ist es nicht.

Wer Cash-Out regelmässig nutzt, zahlt dafür einen zweiten Preis: Die Cash-Out-Angebote sind selbst mit einer Marge versehen, und ein ausgeführter Cash-Out lässt einen laufenden Gewinn verfallen. Bei einer Langzeitwette über zwei Jahre ist das keine Kleinigkeit.

Verlustlimiten: die eine Hürde, die vor dem ersten Einsatz steht

Bevor jemand zum ersten Mal an Sporttip teilnimmt, muss er Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese Architektur ist der wirksamste Spielerschutz, den die Schweiz kennt, und sie ist genau in der falschen Richtung gebaut für den Impuls. Die Limite lässt sich jederzeit nach unten ziehen. Nach oben geht es in drei Tagen. Wer nach einem verlorenen Gruppenspiel den Rückstand in einer Nacht aufholen will, findet die Tür verschlossen und muss sie erst am übernächsten Tag wieder öffnen. Kein Gespräch, keine Selbstauskunft – nur eine Frist. Wer sich über die Wartezeit ärgert, hat den Mechanismus verstanden und ist genau die Person, für die er gebaut wurde.

Die Idee stammt nicht von den Veranstaltern. Gesetzlich muss der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Die strengere Zahl steht also im Vertrag, nicht im Gesetz. Die Schweiz kennt keine gesetzlich fixierte Einzahlungsobergrenze.

Spielsperre und Sperrregister: die Grenze, die man nicht zurücknimmt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss möglich sein.

Der Registereintrag ist der Punkt, an dem eine Selbstsperre mehr wird als eine Auszeit. Sie gilt über den Sportwettenanbieter hinaus und erfasst im Fall der unbefristeten Sperre auch den Casinozugang. Wer sich sperrt, um eine schwierige Phase zu überstehen, sollte wissen, dass die Aufhebung nicht am nächsten Tag zur Verfügung steht. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Wer sein Spielverhalten überprüfen will, ohne sich zu sperren, kann die Limiten aus dem vorigen Abschnitt nutzen – sie sind der feinere Eingriff, die Sperre der grobe.

Wo Schutz tatsächlich versagt

Ein Befund der Gespa-Testkäufe aus dem Jahr 2025 gehört in jede ehrliche Betrachtung. An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer Schutzmechanismen als selbstverständlich betrachtet, sollte diese Zahl kennen. Das System funktioniert online, wo das Alter über den Ausweis geprüft wird, und es funktioniert an der Verkaufsstelle deutlich schlechter.

Für den Wettenden heisst das: Die Kontrolle durch Dritte trägt nicht überall. Wer im Umfeld jemanden hat, der an der Verkaufsstelle ohne Ausweiskontrolle zum Wettschein kommt, verlässt sich besser auf die Limiten im eigenen Konto als auf die Sorgfalt eines Kiosks. Das ist keine Kritik an einem einzelnen Betrieb, sondern eine Zahl der Aufsichtsbehörde.

Zahlungswege: auf den eigenen Namen, in Franken, ohne Kredit

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht. Kredite an Spielende sind verboten. Für den Wettenden bedeutet das zwei Dinge: Geld, das über ein Konto eines Dritten eingezahlt wurde, kommt nicht dorthin zurück, und die Einzahlungsquelle ist damit Teil der Kontoidentität.

Eine Warnung gehört daneben, weil sie im Netz regelmässig falsch kolportiert wird: Die Schweiz hat kein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unerlaubte Wettseiten. Banken und Kartennetzwerke blockieren solche Zahlungen nicht. Wer mit Karte bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung einzahlt, wird nicht gestoppt. Das Risiko bleibt vollständig bei ihm.

Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen und ist dort nachzusehen. Für eine Langzeitwette auf den Turniersieger ist die Bearbeitungszeit der Auszahlung der Posten, der zählt – der Gewinn fällt im Juli 2028 an, und bis das Geld auf dem Konto liegt, kommen Bearbeitungsschritte dazu. Wer auf Liquidität angewiesen ist, wählt besser eine Einzelwette auf ein einzelnes Spiel.

Steuern: der Freibetrag, die Verrechnungssteuer und der Kanton

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Vorjahr lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich davon, weshalb hier «je nach Kanton» gilt und nie eine einzelne kantonale Zahl.

Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Grenze, zahlt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf seinen Gewinn.

Bei einem ausländischen Anbieter sieht es anders aus. Solche Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze existiert nicht. Für verbindliche Auskünfte ist eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung zuständig, nicht ein Wettanbieter.

Der Vergleich: Bewilligungsstatus, Veranstalter, gemeldete Lizenz

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin oder gemeldete Lizenz Wo ein Konto möglich ist
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Deutschschweizer Kantone, Tessin, Liechtenstein
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande FR, GE, JU, NE, VD, VS
Rollbit keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein
BetLabel keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein
Betscore keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein
Betovo keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein
ZotaBet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein
AmunRa keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Geltung nein

Die Spalte mit dem Veranstalter trennt die beiden Gruppen schärfer als jede Quote. Bei den ersten zwei Zeilen steht ein Unternehmen, das in der Schweiz greifbar ist, mit Sitz, Bewilligung und Aufsicht. In den acht Zeilen darunter steht an derselben Stelle nicht einmal ein Name, der in der Schweiz etwas bewirkt – eine ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung, und das gilt unabhängig davon, welches Land sie ausgestellt hat.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die von den Schweizer Telekommunikationsanbietern per DNS blockiert werden. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt – dieses Domain-Hopping nennt die Aufsichtsbehörde selbst, und sie führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele sowie bet365 als gelisteten Anbieter. Eine Blockade ist damit ein Hindernis, keine Mauer.

Wer die Tabelle liest und daraus schliesst, die acht unteren Anbieter würden keine Siegerquoten anbieten, schliesst falsch. Sie tun es. Die Frage ist, wo ein Anspruch durchsetzbar wäre. In der Schweiz nicht.

Wie man die Marge eines Marktes selbst nachrechnet

Das einfachste Verfahren braucht keine Software. Man nimmt die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, addiert sie und bildet den Kehrwert der Summe. Bei zwei Ausgängen mit je 1.90: 1 ÷ 1.90 ergibt 0,5263, zweimal addiert 1,0526, der Kehrwert davon ist 0,950. Die Auszahlungsquote liegt bei 95,0 Prozent, die Marge bei 5,0 Prozent. Anders gerechnet: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0,950.

Das sind Beispielwerte für einen erfundenen Zweiwegemarkt, kein gemessener Preis irgendeines Buchmachers. Die Marge eines echten Marktes hängt vom Feld ab. Bei einem Markt mit zwei gleichwertigen Optionen bleibt sie am niedrigsten, weil sich die Aufschläge auf zwei Quoten verteilen. Bei einem Siegermarkt auf ein Turnier mit 24 Nationen verteilt sie sich auf viele Ausgänge, und der Veranstalter kann bei den Aussenseitern grosszügig oder knauserig sein, ohne dass es beim Favoriten auffällt. Deshalb liegt die Marge eines solchen Marktes in einer Bandbreite, die nach unten von der Zweierkonstellation und nach oben von der Zahl der schwachen Aussenseiter bestimmt wird – unter 5,0 Prozent bei engen Favoritenfeldern, darüber bei breiten Feldern mit vielen chancenlosen Nationen. Wer eine Serienmarge von 5 Prozent erwartet, wird bei einem Turniersiegermarkt eher darüber landen.

Die Rechnung ist eine statistische Schätzung über viele Wetten unter der Annahme, dass der Veranstalter den Markt gleichmässig bepreist. Sie sagt nichts über den Ausgang einer einzelnen Wette, und sie sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich ein bestimmter Sieger ist. Sie sagt nur, was der Markt im Durchschnitt zurückgibt.

Kombinationen, Boosts und was sie an Bedingungen tragen

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer zwei Märkte desselben Spiels verbindet, sollte also darauf achten, dass die Funktion aktiv ist; sonst steht am Ende keine Auszahlung, sondern eine Rückerstattung.

Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Sprung von 40 auf 100 Prozent klingt nach dem grossen Wurf und verlangt fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 – eine Kombination, deren Eintrittswahrscheinlichkeit klein genug ist, dass der Bonus auf den Nettogewinn in der Regel nie fällig wird.

Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer einen Boost nutzt und die Wette danach auflöst, verliert die Erhöhung – ein Detail, das in der Beschreibung der Aktion selten an erster Stelle steht.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.

Sporttip von Swisslos: die breitere Produktpalette für die Deutschschweiz

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS unter der Aufsicht der Gespa – eine der zwei Bewilligungen, die das interkantonale Recht überhaupt zulässt.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Zehnfacheinsatz für Systemwetten markiert eine Grenze, die man kennen sollte: Wer eine Systemwette plant, braucht die höhere Limite, und wer sie nicht braucht, sollte wissen, dass sie nur dort gilt.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live setzt, während im Stadion ein Elfmeter läuft, riskiert also, seine Wette zum Einsatz zurückzubekommen statt zum vereinbarten Preis.

Bei Langzeitwetten auf einen Turniersieger ist die Wohnsitzbindung der entscheidende Filter: ein Konto nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet. Der Vertrag mit Swisslos umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu Tessin und Liechtenstein.

Was den Ausschlag gibt, ist am Ende nicht die Quote, sondern das Zusammenspiel aus Mindesteinsatz und Cash-Out: CHF 1 als Einstieg und eine Langzeitwette, die sich vorzeitig schliessen lässt, machen Sporttip für Wettende interessant, die mit kleinen Beträgen arbeiten und ihre Position offenhalten wollen.

Jouez Sport von der Loterie Romande: die Westschweiz-Variante mit Gewinndeckel

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne als Kontaktadresse und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Auch sie hält eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS unter der Aufsicht der Gespa.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Mindestquote von 1.10 ist bei Kombinationen die praktische Hürde: eine Voraussage mit Quote 1.05 lässt sich nicht einbauen.

Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Diese Obergrenze ist der Punkt, an dem die Siegerwette auf einen krassen Aussenseiter an Wert verliert. Bei einem Höchsteinsatz von CHF 500 greift der Deckel schon bei einer Quote von 600 – für jede Nation, die ein Buchmacher mit einer Quote in dieser Höhe führt, bekommt der Wettende nicht den Preis, der auf dem Wettschein steht, sondern die Obergrenze.

Für Westschweizer Wettende ist Jouez Sport die einzige legale Online-Option. Der niedrigere Höchsteinsatz und die niedrigere Gewinnobergrenze machen das Angebot für kleine Einsätze weniger attraktiv als bei Sporttip, während die Gesamtgrenze von CHF 7’500 pro Wettschein für Multiple-Spieler den Spielraum eng hält.

Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten annehmen, und ein ausländisches Permit hat in der Schweiz keine Geltung. Rollbit ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsweg gegen den Anbieter, und die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt.

Wer dort auf den Europameister setzt, verzichtet auf die Verlustlimiten nach Schweizer Recht, auf die Selbstsperre mit Registereintrag und auf jede Aufsicht über die Auszahlung. Ob der Gewinn ausgezahlt wird, hängt vom Anbieter ab und nicht von einer Behörde, an die man sich wenden könnte.

Rollbit bleibt für Wettende relevant, die bewusst ausserhalb des Schweizer Systems spielen wollen und das Ausfallrisiko als Preis akzeptieren. Für alle anderen ist der Verzicht auf den Rechtsweg der teurere Teil des Geschäfts.

Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und eine Aufnahme in die Sperrliste mit DNS-Blockade ist möglich. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt.

Was hier fehlt, ist die Rückseite des Angebots: keine Schweizer Limiten, keine Schweizer Sperre, keine Schweizer Aufsicht über Auszahlungsfristen. Ein Schweizer Gewinn aus einem solchen Anbieter kann zudem nach kantonaler Praxis steuerpflichtig sein – Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.

Für Wettende, die eine höhere Quote suchen, ist der Anbieter eine Option mit offenem Ende. Der Preis dafür lässt sich nicht in Franken ausdrücken, und genau das macht ihn schwer zu vergleichen.

BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz gilt in der Schweiz nicht. Der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt.

Die Sperrliste umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains, und blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt. Wer einen solchen Anbieter nutzt, nutzt ein Angebot, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, und kann damit rechnen, dass der Zugang technisch erschwert wird.

Der Anbieter steht damit in derselben Kategorie wie die übrigen ausländischen Namen dieser Übersicht. Wer den Schweizer Schutz sucht, findet ihn bei Swisslos oder der Loterie Romande.

Betscore: ohne Schweizer Bewilligung

Betscore hat keine Schweizer Bewilligung. Wie bei allen ausländischen Anbietern dieser Liste gilt hier kein Schweizer Rechtsweg, und eine bewilligte Lizenz liegt nicht vor.

Bei einer Langzeitwette auf den Turniersieger ist die Auszahlung erst nach dem Finale fällig, und bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Stelle, die eine Frist durchsetzen könnte. Wer den Gewinn erst im Juli 2028 erwartet, sollte diese Frage vorher klären und nicht danach.

Damit bleibt Betscore eine Option für Wettende, die auf den Schweizer Schutz bewusst verzichten. Die Wahl reduziert sich auf die Frage, wie viel einem dieser Verzicht wert ist.

Betovo: ohne Schweizer Bewilligung

Betovo hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz ist in der Schweiz ohne Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt.

Der Anbieter bewirbt sich gegen die zwei bewilligten Schweizer Veranstalter, und der Vergleich ist nicht der zwischen zwei Preisen. Er ist der zwischen einem Preis und einem Rechtszustand. Wer bei einem Gewinn aus einer Turnierwette einen Anspruch geltend machen will, braucht ein Forum, das den Anspruch durchsetzt.

Wer die Schweizer Veranstalter wählt, bekommt weniger Auswahl und mehr Durchsetzbarkeit. Betovo gehört zu den Anbietern, bei denen diese Abwägung anfällt.

ZotaBet: ohne Schweizer Bewilligung

ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können per DNS blockiert werden. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt.

Ein Quotenvergleich zwischen ZotaBet und Swisslos vergleicht zwei Dinge, die nicht dasselbe sind: ein Angebot unter Schweizer Aufsicht mit Verlustlimiten, Selbstsperre und Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen – und ein Angebot ohne diese Rückseite. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung darf in der Schweiz nicht beworben werden; die Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist strafbar und mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bedroht.

Für die Wahl heisst das: ZotaBet kommt für Wettende in Frage, die den Schweizer Rahmen nicht wollen. Wer ihn will, findet ihn bei zwei Adressen.

N1 Bet: ohne Schweizer Bewilligung

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz gilt in der Schweiz nicht. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt.

Der Unterschied zu den Schweizer Veranstaltern liegt weniger in der Quote als in der Frage, wer haftet. Ohne Schweizer Bewilligung organisiert der Anbieter unter eigenen Regeln, und die Schweizer Behörden können gegen ihn vorgehen, ohne dass der Wettende daraus einen Vorteil zieht. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Wer trotzdem dort spielt, sollte zumindest wissen, dass der Schweizer Rechtsweg fehlt und der Gewinn nach kantonaler Praxis steuerpflichtig sein kann. Beides steht nicht auf dem Wettschein.

AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Ein ausländisches Permit ist in der Schweiz ohne Geltung. Der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können per DNS blockiert werden. Eine gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt.

AmunRa trägt damit genau die Merkmale, die bei allen acht ausländischen Namen dieser Übersicht wiederkehren: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, kein Schweizer Schutz bei Auszahlung und Steuerfragen. Der einzige Unterschied zwischen ihnen liegt im Auftritt, nicht in der Rechtsstellung.

Wer die Schweiz als Vergleichsmassstab nimmt, findet bei AmunRa keinen Grund, von den zwei bewilligten Veranstaltern abzuweichen – es sei denn, er sucht ausdrücklich ein Angebot ausserhalb des Schweizer Systems und trägt die Folgen selbst.

Was eine Siegerwette unter dem Strich kostet

Der Blick auf die Kosten einer Wette auf den Europameister führt zu drei Posten. Der erste steht in der Quote und lässt sich ausrechnen: Bei einem Zweiwegemarkt mit Quoten von 1.90 auf beiden Seiten beträgt die Auszahlungsquote 95,0 Prozent, die Marge 5,0 Prozent. Das ist ein Beispielwert für einen erfundenen Markt. Bei einem Siegermarkt auf 24 Nationen liegt die Marge eher höher, weil sich der Aufschlag auf ein breites Feld verteilt und bei den Aussenseitern am grössten ausfällt.

Der zweite Posten ist die Zeit. Wer im 2026 auf den Europameister 2028 setzt, bindet seinen Einsatz bis zum 9. Juli 2028, wenn das Finale im Wembley-Stadion angepfiffen wird. Zwei Jahre Kapitalbindung, dazu ein Wechselkursrisiko, wenn die Rechnung in Euro geführt wird, und eine Auszahlung, die erst nach dem Finale angestossen wird. Bei kleinen Beträgen ist das zweitrangig. Bei grösseren ist es der Posten, der eine gute Quote auffrisst.

Der dritte Posten lässt sich am schlechtesten beziffern und wiegt am schwersten. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung setzt, verliert die Verlustlimiten nach Schweizer Recht, die Selbstsperre mit Eintrag ins Register, die Auszahlungspflicht auf ein Konto im eigenen Namen und jeden Schweizer Rechtsweg. Dafür bekommt er eine Auswahl, die es hier nicht gibt, und manchmal eine bessere Zahl auf dem Wettschein. Ob das den Verzicht aufwiegt, entscheidet jeder für sich – die Übersicht oben soll dabei helfen, es nicht aus dem Bauch zu tun.

Bei den zwei Schweizer Veranstaltern richtet sich die Wahl nach dem Wohnsitz, und sie ist damit für die meisten ohnehin entschieden: Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein bei Sporttip, die sechs Westschweizer Kantone bei Jouez Sport. Wer im richtigen Gebiet wohnt und mit kleinen Beträgen arbeitet, findet bei Sporttip den niedrigeren Mindesteinsatz und die Möglichkeit, eine Langzeitwette vorzeitig zu schliessen. Wer in der Westschweiz wohnt, ist bei Jouez Sport, und dort gilt es, den Höchsteinsatz von CHF 500 und die Gewinnobergrenze von CHF 300’000 pro Wette im Auge zu behalten.

Wer den Gewinn versteuert, fragt eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung. Eine Quote beantwortet keine Steuerfrage.

Häufige Fragen zu den Wettquoten für den EM-Sieger

Wie berechnet man eine Siegerquote und welche Rolle spielt die Marge darin?

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Markt behält. Sie zeigt sich, wenn man die Kehrwerte aller Quoten addiert: Die Auszahlungsquote ist der Kehrwert dieser Summe, die Marge der Rest zu 100 Prozent. Bei einem Zweiwegemarkt mit 1.90 auf beiden Seiten bleiben 95,0 Prozent Auszahlungsquote und 5,0 Prozent Marge.

Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe war die letzte?

Die nächste Fussball-Europameisterschaft wird vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland gespielt, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Die letzte Ausgabe war die EM 2024 in Deutschland: Am 14. Juli 2024 besiegte Spanien England im Berliner Olympiastadion mit 2:1 und holte seinen vierten Titel.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt die Gespa-Liste?

Beide halten eine Schweizer Bewilligung und dürfen innerhalb der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten anbieten. Diese Liste legt fest, was überhaupt bewettet werden darf, und enthält keine Corner- oder Kartenmärkte. Ob ein Turniersiegermarkt im Programm steht, zeigt das jeweilige Wettprogramm.

Wie lässt sich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?

Der Kehrwert der Quote ist die implizite Wahrscheinlichkeit: 1 geteilt durch 6.00 ergibt 16,67 Prozent. Diese Zahl ist noch nicht um die Marge bereinigt, die Schätzung des Veranstalters liegt also niedriger. Addiert man die Kehrwerte aller möglichen Sieger, kommt man über 100 Prozent – die Differenz ist die Marge.

Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und lässt er sich vorzeitig auszahlen?

Eine Langzeitwette auf den Turniersieger bleibt bis zur Entscheidung gebunden, bei der EM 2028 also bis zum 9. Juli 2028. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Langzeitwetten, aber nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung und ohne Garantie für jeden Markt; ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich?

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, es gilt also «je nach Kanton», nie eine einzelne Zahl. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein.

Inhalt erstellt vom Team «erstligawetten.com»